Mi., 01.10.2014

Olympia Oslos Bewerbung um Olympia 2022 vom Tisch

Hier am berühmten Holmenkollen werden definitiv keine Winterspiele 2022 stattfinden, Oslo zog die Bewerbung zurück. Foto: Vegard Grott

Hier am berühmten Holmenkollen werden definitiv keine Winterspiele 2022 stattfinden, Oslo zog die Bewerbung zurück. Foto: Vegard Grott Foto: dpa

Das war's mit der Bewerbung von Oslo um die Olympischen Winterspiele 2022. Wegen der hohen Kosten empfahl die konservative Partei der Regierung, das Projekt nicht weiter zu verfolgen. Damit bleiben nur noch Peking und Almaty als Kandidaten übrig.

Von dpa

Oslo (dpa)- Die norwegische Hauptstadt Oslo wird sich nicht weiter um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022 bewerben.

Die parlamentarische Gruppe der konservativen Partei Høyre empfahl der Regierung, die Bewerbung nicht weiter zu verfolgen. Daraufhin zog die Osloer Kommune ihren Antrag auf eine Staatsgarantie zurück. Zu einer Abstimmung im Parlament wird es deshalb nicht mehr kommen. Seit September letzten Jahres war die Zustimmung zu dem sportlichen Großereignis in der norwegischen Bevölkerung immer mehr gesunken. Regierungschefin Erna Solberg sagte im norwegischen Fernsehen: «Die Unterstützung im Volk war einfach zu gering.»

Damit stehen dem Internationalen Olympischen Komitee ( IOC ) nur noch die chinesische Hauptstadt Peking und Almaty in Kasachstan als Kandidaten für die Winterspiele in acht Jahren zur Verfügung. Die Entscheidung über den Gastgeber der Winterspiele 2022 fällt die IOC-Vollversammlung am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur.

Das IOC reagierte enttäuscht auf die Absage. Das sagte dessen norwegisches Mitglied Gerhard Heiberg am Abend nach einem Gespräch mit IOC-Präsident Thomas Bach dem Fernsehsender NRK. IOC-Exekutiv-Direktor Christophe Dubi warf den norwegischen Politikern vor, ihre Entscheidung auf Grundlage von «Halbwahrheiten» und «faktischen Ungenauigkeiten» getroffen zu haben. Oslo habe die Chance verpasst, mit dem möglichen IOC-Zuschuss von 880 Millionen Dollar «in seine Zukunft zu investieren».

Mit Bedauern reagierte Oslos Bürgermeister Fabian Stang auf das Votum im Parlament. «Ich hatte heute Abend auf ein anderes Ergebnis gehofft», sagte er. «Es ist wichtig, für ein so teures Projekt breite Unterstützung zu haben und davon gibt es nicht genug», betonte Regierungschefin Solberg mit Blick auf das rund 35 Milliarden Kronen (4,3 Milliarden Euro) teure Großprojekt. Zudem fügte sie an: «Aber um ehrlich zu sein haben wir noch andere wichtige Dinge, um die wir uns kümmern müssen.» Auch Stang wollte die Entscheidung nicht überbewerten: «Ich bin sehr traurig, aber es ist kein Weltuntergang.»

Bereits zuvor hatten Stockholm, Krakau und das ukrainische Lwiw ihre Bewerbungen um die Winterspiele 2022 zurückgezogen. Eine mögliche Kandidatur Münchens scheiterte im November 2013, als bei vier Bürgerentscheiden die nötige Mehrheit nicht erreicht wurde.

Mit Enttäuschung reagierte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf den Rückzug der norwegischen Hauptstadt. «Wir bedauern, dass Oslo aus dem Bewerberkreis für die Olympischen Winterspiele 2022 ausscheidet. Die Stadt mit ihrer großen Wintersporttradition hatte ein - wie wir finden - überzeugendes und nachhaltiges Konzept. Nun setzen wir auf den Reformprozess im Rahmen der Olympischen Agenda 2020», sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann in einer Mitteilung des Verbandes.



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