Zeit des Umbruchs
Veronika Rücker übernimmt DOSB-Vorstandsvorsitz

Veronika Rücker rückt in Umbruchzeiten in die Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes. Es geht um Strategie und ein komplettes Umdenken bei der Förderung des Leistungssports.

Freitag, 23.06.2017, 14:37 Uhr aktualisiert: 23.06.2017, 14:40 Uhr
Veronika Rücker übernimmt zum 1. Januar 2018 beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) den Vorsitz des Vorstands.
Veronika Rücker übernimmt zum 1. Januar 2018 beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) den Vorsitz des Vorstands. Foto: Eberhard Thonfeld

Berlin (dpa) - Führungswechsel in Umbruchzeiten beim Deutschen Olympischen Sportbund: Veronika Rücker übernimmt zum 1. Januar 2018 den Vorsitz des DOSB-Vorstands und damit verantwortlich das Tagesgeschäft.

Im DOSB sind mehr als 90 000 Sportvereine mit mehr als 27 Millionen Mitglieder organisiert. Die 47-jährige Sportwissenschaftlerin folgt auf Michael Vesper, der zum Jahresende ausscheidet. Rücker leitet seit 2015 die Führungsakademie des DOSB in Köln, die Fortbildung und Beratung organisiert.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann sagte in Berlin, die Entscheidung für Rücker sei einmütig gefallen. Kernaufgaben Rückers seien Verbandsentwicklung, Marketing und Kommunikation. «Mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung auf allen Ebenen des deutschen Sportsystems wird sie sowohl national wie auch international schnell eine akzeptierte Gesprächspartnerin sein», erklärte Hörmann.

«Ich freue mich darauf, nun an dieser zentralen Stelle von Sportdeutschland die Umsetzung der Prozesse, die ich in den vergangenen zwei Jahren bereits intensiv mitgestalten durfte, voranzutreiben und den DOSB sowohl national wie auch international neu zu positionieren», sagte Rücker.

Vesper war von 2006 bis Dezember 2014 erster Generaldirektor des DOSB und danach Vorsitzender des Vorstands. Vesper führte als Chef de Mission die deutschen Olympia-Mannschaften zu den Sommerspielen nach Peking 2008 und London 2012 sowie zu den Winterspielen in Sotschi 2014.

Der DOSB und die Spitzenverbände hatten zuvor in Berlin den Stand der Leistungssportreform beraten. Hörmann räumte ein, dass das Vorhaben auf Schwierigkeiten stoße, ließ aber keinen Zweifel an der Umsetzung aufkommen. Dirk Schimmelpfennig, im Vorstand für Leistungssport zuständig, sagte, das neue Konzept der Potenzialanalyse brauche mehr Zeit als zunächst gedacht.

Mit der Potenzialanalyse soll anhand umfangreicher Datenerhebungen berechnet werden, welche Möglichkeiten Athleten in ihren Disziplinen haben, einmal mit der Weltspitze mitzuhalten. Entsprechend dieser Aussichten sollen die Fördermillionen verteilt werden.

Laut Schimmelpfennig wird es nicht möglich sein, die Daten für alle Sommersportarten bis zu den Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu erheben. Damit könne diese neue Förderung erst bis zu den Spielen 2024 greifen.

Hörmann sagte, dennoch müsse mit der Politik eine optimale Förderung der Athleten sichergestellt werden. Trainer und Sportler brauchten bis Tokio finanzielle Sicherheit, sonst bestehe die Gefahr, dass die Leistungen litten. Hörmann machte noch einmal klar, dass die Leistungssportreform ein langfristiges Projekt sei, dass nicht darauf ziele, schon in Tokio mehr deutsche Medaillen zu gewinnen.

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