Mi., 15.08.2018

Medienbericht Bei Zuschlag für EM 2024: Lahm wird OK-Chef

Soll Organisationschef für die EM 2024 werden: Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm.

Soll Organisationschef für die EM 2024 werden: Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm. Foto: Roland Weihrauch

Falls Deutschland 2024 die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten darf, wird Philipp Lahm Chef der Turnierorganisation. Der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft habe seine Zusage für die Aufgabe gegeben, berichtet der «Kicker».

Von dpa

Berlin (dpa) - Philipp Lahm soll im deutschen Fußball auch weiterhin eine gewichtige Rolle spielen. Der Weltmeister von 2014 wird nach «Kicker»-Informationen als Organisationschef ins DFB-Präsidium einziehen, falls Deutschland 2024 die Europameisterschaft ausrichten wird.

Der Kapitän der Weltmeistermannschaft von 2014 habe dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Zusage für sein Engagement gegeben, berichtet das Fachmagazin in seiner Online-Ausgabe. «Als Ehrenspielführer und Weltmeister will ich weiterhin Verantwortung im Fußball übernehmen. Ich sehe das schon als große Verpflichtung. So ein Erlebnis wie die EM 2024 kann der nächsten Generation einen Impuls geben, sich sportlich zu betätigen», hatte Lahm kürzlich in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Manuel Neuer sagte nach dem 4:1 im Testspiel des FC Bayern München am Mittwochabend in Hamburg: «Philipp ist unser Vorzeigeprofi gewesen, unser Kapitän. Ich denke, alles was er macht, macht er sehr professionell. Ich gehe davon aus, dass er ein guter OK-Chef wird», meinte Lahms Nachfolger als Spielführer der Nationalelf und des FC Bayern.

Über die EM-Vergabe wird am 27. September im schweizerischen Nyon entschieden. Einziger Konkurrent ist die Türkei. Im Fall der Fälle wird Lahm auch zum DFB-Präsidium gehören. Über das große Projekt EM 2024 hinaus, solle der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft auch bei anderen Themen seine Sportkompetenz einbringen. DFB- und DFL-Präsidium sowie Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, die Bosse des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München, sehen in der Zusage von Lahm laut «Kicker» die ideale Lösung.

Rummenigge hatte schon länger für Lahm Werbung gemacht und wissen lassen, dass er sich den langjährigen Bayern-Spieler als DFB-Vizepräsident vorstellen könne, «um dem Präsidium ein Stück mehr Professionalität zu geben». Denn im Moment fehle ihm «so ein bisschen die Fußballkompetenz» im DFB, sagte der Bayern-Chef.

Der 34-Jährige Lahm hatte Joachim Löw nach dem erstmaligen Vorrunden-K.o. bei der WM in Russland zu einem anderen Führungsstil geraten. «Ich weiß schon, wie man mit Spielern kommuniziert und welchen Führungsstil die Spieler brauchen», hatte der Bundestrainer daraufhin gekontert. Lahms Privat-Analyse sei daher «nicht sehr erfreulich» gewesen. Vom Tegernsee aus begleitete er die Spiele der deutschen Elf als TV-Experte. Sein Vertrag mit der ARD wird laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur aber nicht verlängert.

Bei der Weltmeisterschaft in Russland war Lahm auch für den DFB unterwegs gewesen. «Ich bin als EM-Botschafter dafür verantwortlich, die EURO 2024 mit dem DFB nach Deutschland zu holen. Diese 2024 in Deutschland zu veranstalten, ist wieder eine gute Gelegenheit, die Gastfreundschaft und den Zusammenhalt in Deutschland und Europa zu zeigen», hatte Lahm seine Aufgabe beschrieben.

Sollte die Fußball-EM zum zweiten Mal nach 1988 in Deutschland ausgetragen werden, wäre Lahm als Chef der Turnierorganisation international erster Ansprechpartner der europäischen Fußball-Union UEFA. Ähnlich wie einst Franz Beckenbauer, der eine solche Rolle bei der Weltmeisterschaft 2006 eingenommen hatte.

Deutschland hatte während der WM mit Werbefigur Philipp Lahm auf Infrastruktur, aber auch auf Themen wie Pressefreiheit und Menschenrechte - in klarer Abgrenzung zur Türkei - gesetzt. Deshalb waren die Fotos von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für DFB-Chef Reinhard Grindel auch ein PR-Desaster im Vorfeld der EM-Vergabe. Unter den 18 wahlberechtigten UEFA-Funktionären hat der DFB wohl noch eine zumindest knappe Mehrheit, aber gerade die osteuropäischen Delegierten gelten als potenzielle Türkei-Unterstützer.



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