Nordische Ski-WM
NADA: Derzeit keine Hinweise auf Deutsche im Doping-Skandal

Bonn (dpa) - Zwei Tage nach den Doping-Razzien in Erfurt und Seefeld sieht der Vorstand der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA, Lars Mortsiefer, keine Hinweise darauf, dass auch deutsche Athleten in den Skandal verwickelt sind.

Freitag, 01.03.2019, 15:52 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 15:54 Uhr
Lars Mortsiefer, Vorstand der Nationalen Anti-Doping Agentur Deutschland (NADA).
Lars Mortsiefer, Vorstand der Nationalen Anti-Doping Agentur Deutschland (NADA). Foto: Jörg Carstensen

«Anhaltspunkte dafür haben wir im Moment nicht», sagte Mortsiefer der Deutschen Presse-Agentur. «Aber ich würde jetzt nichts ausschließen in Bezug darauf, was die Ermittlungen weiter ergeben», betonte er.

Sollten doch deutsche Sportler betroffen sein, könnte die NADA die staatlichen Behörden mit Informationen aus dem Doping-Kontroll-System unterstützen, erklärte Mortsiefer - «also sprich Blutpässe, Erkenntnisse über Aufenthaltsorte, Erreichbarkeit von Athleten».

Bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld waren am Mittwoch fünf Langläufer aus Österreich, Kasachstan und Estland im Zuge einer Razzia festgenommen worden. Alle haben inzwischen Eigenblutdoping gestanden und sind wieder auf freiem Fuß. Beteiligt soll der Erfurter Arzt Mark S. sein, der inzwischen in München in Haft ist. Zudem wurden in Erfurt und Seefeld drei mutmaßliche Komplizen festgenommen.

Die Ermittler gehen von einem internationalen Doping-Netzwerk aus, in das neben den festgenommenen neun Verdächtigen weitere Personen verwickelt sein könnten. Das hält auch Mortsiefer für plausibel: «Wenn ein Arzt Athleten international mit Blutbeutel versorgt, ist eine gewisse Systematik erkennbar.» Er fügte hinzu: «Ausschließen würde ich jetzt nicht, dass es noch weitere Kreise zieht.»

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