Manipulationsvorwürfe
Russlands Anti-Doping-Chef zweifelt an Olympia-Teilnahme

Moskau (dpa) - Die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA geht nicht davon aus, dass ihre Sportler bald wieder unter eigener Fahne bei Olympischen Spielen antreten dürfen.

Dienstag, 01.10.2019, 14:29 Uhr aktualisiert: 01.10.2019, 14:32 Uhr
Juri Ganus ist der Chef der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA.
Juri Ganus ist der Chef der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA. Foto: Alexander Vilf

«Es gibt eine ernsthafte Bedrohung», sagte RUSADA-Chef Juri Ganus der Agentur Interfax in Moskau. Die Teilnahme an den Spielen in Tokio im kommenden Jahr und den Winterspielen in Peking 2022 sei fraglich.

Wegen des Skandals um Staatsdoping in Russland hatte das Internationale Olympische Komitee der stolzen Sportnation bereits die Teilnahme an den vergangenen Spielen verweigert. Nicht belastete Athleten durften daraufhin jedoch unter neutraler Flagge antreten. Die Welt-Anti-Doping-Agentur hatte die Suspendierung der RUSADA 2018 aufgehoben.

Seit kurzem steht Russland wieder verstärkt unter Druck der Dopingkontrolleure: Der RUSADA wird vorgeworfen, Daten aus einem Analyselabor manipuliert zu haben. Moskau dementiert dies jedoch. Wenn sich der Fälschungsvorwurf erhärten sollte, droht der RUSADA eine erneute Suspendierung. Russland muss in wenigen Wochen Antworten vorlegen.

Die Vorwürfe setzten auch den russischen Athleten zu, betonte Ganus. Die Sportler würden massiv eingeschränkt. Dies könne auch katastrophale Auswirkungen auf den russischen Sport haben. Eine der bekanntesten russischen Leichtathletinnen, die Hochsprung-Weltmeisterin Maria Lassizkene, betonte unlängst, im Falle einer erneuten Suspendierung nicht mehr in Russland trainieren zu wollen. So könnten sie und ihre Kollegen für internationale Dopingkontrollen zur Verfügung stehen.

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