Russischer Regierungschef
Medwedew: Vorwürfe im Doping-Skandal politisch motiviert

Moskau (dpa) – Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew hat im Doping-Skandal die drohenden Strafen gegen sein Land als politisch motiviert kritisiert.

Donnerstag, 05.12.2019, 14:34 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 14:38 Uhr
Verärgert: Dmitri Medwedew.
Verärgert: Dmitri Medwedew. Foto: Alexander Astafyev

«Mich erinnert das an eine unendliche antirussische Serie», sagte Medwedew im Staatsfernsehen. Er meinte in der Sendung, dass Russland härter angegangen werde als andere Länder, in denen es auch Doping gebe. «Das ärgert am meisten. Wir kennen diese Beispiele, aber sie werden unter den Tisch gekehrt, und auf uns wird dauernd geschaut», sagte der Ministerpräsident.

«Offensichtlich hat das etwas mit der gesamtpolitischen Situation zu tun», meinte er. Zugleich kündigte Medwedew an, dass Russland alles tun werde dafür, dass die Sportler des Landes an internationalen Wettkämpfen teilnehmen könnten. Doping sei ganz klar ein Rechtsverstoß, betonte er. Die Schuld der Athleten sei aber nicht erwiesen.

Wegen der Manipulation von Moskauer Labordaten drohen Russland massive Sanktionen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Unter anderem sollen die Sportler nicht bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 und in Peking 2022 unter russischer Flagge starten dürfen.

«Wahrscheinlich wird die Entscheidung für Russland schwer», sagte Medwedew mit Blick auf die in Paris Montag (9. Dezember) erwarteten Strafen der WADA. Medwedew betonte auch, dass sein Land weiter gegen Doping kämpfen werde. Hier sollte in Russland auch härter mit jenen ins Gericht gegangen werden, «die die Entscheidung treffen, diese Präparate einzusetzen, während sie sich im Klaren darüber sind, dass die Verantwortung letztlich beim Sportler und dessen Arzt liegt».

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