Corona-Krise
Olympia-Bewerbung 2032: DOSB weit Forderung zurück

Transparency Deutschland fordert im Zuge der Corona-Krise eine Beendigung des Bestrebens nach einer deutschen Olympia-Bewerbung. Der DOSB weist die Forderung zurück. Rhein-Ruhr als aktuell einziger Olympia-Interessent will an dem Projekt festhalten.

Freitag, 03.04.2020, 16:48 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 16:52 Uhr
Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes: Alfons Hörmann.
Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes: Alfons Hörmann. Foto: Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main/Köln (dpa) - Die Forderung von Transparency Deutschland nach einer sofortigen Beendigung der Bewerbung für die Olympischen Spiele 2032 angesichts der Coronavirus-Pandemie stößt bei DOSB und beim Interessenten Rhein-Ruhr-City 2032 auf Unverständnis.

«Ganz Deutschland arbeitet aktuell an der Bewältigung der Corona-Krise, und auch im Sport haben wir konsequent in den Krisenmodus gewechselt», sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. «Jetzt ist nicht die Zeit für populistische Ratschläge sondern für konkrete Handlungen.»

«Wir alle arbeiten teamorientiert daran, dass Sportvereine und Verbände die Krise überstehen und schnell wieder Lebensfreude und Spaß an der Bewegung vermitteln können», erklärte er. «Strategische Projekte werden wir im Kreise der zuständigen Verantwortungsträger wieder angehen, wenn klarer gesehen werden kann, was die Zukunft bringt.»

Sylvia Schenk, Leiterin der Arbeitsgruppe Sport der Antikorruptionsorganisation Transparency Deutschland, hatte gefordert, die Spekulationen über eine deutsche Bewerbung für die Spiele 2032 sofort zu beenden. Die Menschen hätten derzeit «andere Sorgen als eine Fortsetzung der laufenden Kampagne», sagte Schenk. «Angesichts der zu erwartenden gravierenden humanitären und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie stellt sich die Frage nach einer Reform internationaler Sportgroßveranstaltungen noch dringlicher als zuvor.»

Die Rhein-Ruhr-Region als zurzeit einziger deutscher Interessent für eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2032 hält laut Sportmanager Michael Mronz grundsätzlich an dem Projekt fest. «Aktuell gibt es sicherlich andere Themen, die die Menschen interessieren als 2032», sagte er. «Themen wie allen voran die Gesundheit der Menschen und wann und wie kann das öffentliche Leben wieder aufgenommen werden und damit das wirtschaftliche Zusammenleben.»

Dazu, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Frage nach einer Reform von Großereignissen wie Olympischen Spielen laut Transparency dringender denn je mache, entgegnete Mronz: «Sylvia Schenk ist jederzeit herzlich willkommen, um sich mit uns über die Konzeption Rhein Ruhr City 2032 auszutauschen.» Denn dann würde sie sicherlich zu einem anderen Ergebnis kommen, da bereits 90 Prozent der benötigten Sportstätten für mögliche Spiele an Rhein und Ruhr vorhanden seien. «Dies lässt eine ganze andere Planung für Olympische und Paralympische Spiele zu», erklärte Mronz.

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