Coronavirus-Pandemie
DFL verschiebt Mitgliederversammlung auf 23. April

Die schwierige Entscheidung, ob Geisterspiele in der Bundesliga stattfinden können, hängt an der Politik. Die DFL-Mitgliederversammlung findet nun eine Woche später statt.

Dienstag, 14.04.2020, 16:45 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 18:39 Uhr
Die DFL verschiebt die Entscheidung über eine Fortsetzung der Fußball-Bundesliga.
Die DFL verschiebt die Entscheidung über eine Fortsetzung der Fußball-Bundesliga. Foto: Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main (dpa) - Der Profifußball verschafft sich etwas Luft in der schwierigen Frage, ob und wie es in der 1. und 2. Bundesliga weiter geht.

Die Deutsche Fußball Liga hat die für den 17. April geplante außerordentliche Mitgliederversammlung zu weiteren Maßnahmen in der Corona-Krise auf den 23. April verlegt. «Ziel der Verschiebung ist es, Clubs und DFL zusätzliche Zeit zur weiteren intensiven Vorbereitung bevorstehender Entscheidungen zu geben», heißt es in der Erklärung.

Über das weitere Vorgehen werden die 36 Clubs «auf Basis der dann aktuellen politischen Beschlusslage in Bund und Ländern in der kommenden Woche entscheiden». Die Landesregierungschefs wollen am 14. April mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen beraten.

Die Europäische Fußball-Union UEFA wird in der kommenden Woche bei einer erneuten Konferenz das weitere Vorgehen besprechen. Das Exekutivkomitee werde ebenfalls am 23. April in einer Video-Konferenz die aktuelle Lage erörtern, bestätigte die UEFA auf Anfrage. Zuvor dürften Beratungen mit den 55 Mitgliedsverbänden und Vertretern des Vereinsfußballs anstehen.

«Wir werden bereit sein. Wir haben es aber nicht in der Hand», hatte DFL-Boss Christian Seifert zuletzt zu Szenarien mit Bundesliga-Spielen ohne Zuschauer gesagt. Das klare Ziel sei weiter eine Beendigung der Saison bis 30. Juni.

Bis Ende Juni laufen im Profifußball auch die Verträge. Die FIFA hatte zuletzt unter anderem mit neuen Transfer-Richtlinien den Weg für eine Verlängerung der Saison frei gemacht. Dabei will der Weltverband allen Anträgen, das Enddatum dieser Spielzeit nach hinten zu verschieben, stattgeben.

Die Saison in der 1. und 2. Liga ist bis mindestens 30. April ausgesetzt. Ein Möglichkeit sieht Geisterspiele im Mai vor, um die fehlenden neun Spieltage durchzuziehen. Es geht um insgesamt 750 Millionen Euro, die den in massive finanzielle Bedrängnis geratenen Clubs bei einem Saisonabbruch verloren gehen würden.

Bei Geisterspielen würden zahlreiche Tests und Maßnahmen für die Profis nötig sein. Nur so könnte das Risiko von neuen Infektionsketten im wöchentlichen Spielbetrieb minimiert werden. «Dieses Szenario ist natürlich nur in völliger Übereinstimmung mit den Vorgaben der Gesundheitsbehörden vorstellbar», hatte Fritz Keller, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), betont.

Der Abschluss der nationalen Liga- und Pokalwettbewerbe hat für die UEFA Vorrang. Ein Notfallplan sieht vor, dass die Spiele bis Juli oder August gehen könnten, die über die Teilnahme an der Champions und Europa League in der nächsten Saison entscheiden. Die Spiele in der Königsklasse und der Europa League könnten in dieser Saison wieder aufgenommen werden, sobald die nationalen Meisterschaften entschieden sind.

Das UEFA-Exekutivkomitee hatte im März die Europameisterschaft um ein Jahr auf 2021 verschoben. Von der Coronavirus-Pandemie sind auch Spiele in den WM-Qualifikationsgruppen, das Finale der Nations League 2021 und das Frauen-Euro-2021-Turnier in England betroffen.

Ein großer Teil der geplanten Länderspiele wird möglicherweise erst 2021 ausgetragen werden können. Diese Meinung vertritt FIFA- Vizepräsident Victor Montagliani, weil damit zu rechnen sei, dass die Reisebeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie länger dauern.

Betroffen davon wären dann auch die vom 3. September 2020 an geplanten Spiele der Nations League. Sogar die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Katar müsse nach seiner Auffassung möglicherweise verkürzt werden, da der Zeitrahmen für das im November 2022 beginnende Turnier enger werde.

Der Kanadier Montagliani, der zugleich Präsident des Verbandes für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik (Concacaf) ist, leitet eine FIFA-Arbeitsgruppe, die Pläne formuliert, um die Herausforderungen des Sars-CoV-2-Virus zu meistern. Seit dem vergangenen Monat ruht in nahezu allen Teilen der Welt der Spielbetrieb. Der Weltverband hatte schon alle für März und Juni angesetzten Länderspiele abgesagt.

 

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