Insiderinformationen
Infront-Affäre: DFB weist Anschuldigungen zurück

Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Fußball-Bund hat Anschuldigungen zurückgewiesen, wonach er Insiderinformationen über die Vermarktungs-Agentur Infront gekauft habe.

Sonntag, 28.06.2020, 21:18 Uhr aktualisiert: 28.06.2020, 21:22 Uhr
DFB-Logo und Schriftzug vor der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt am Main.
DFB-Logo und Schriftzug vor der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert

«Sämtliche Informationen stammen - soweit für den DFB nachvollziehbar und ersichtlich – aus legalen Quellen. Es wurden seitens des DFB keine Informationen angekauft», teilte der DFB auf seiner Internetseite mit.

Zuvor hatte das ZDF in der «Sportreportage» berichtet, dass der DFB bereits Ende 2018 Informationen angekauft habe und sich auf Gedächtnisprotokolle von ehemaligen DFB-Mitarbeitern berufen. Laut der ZDF-Recherchen soll Infront auch selbst Zuwendungen an DFB-Mitarbeiter eingeräumt haben. Dies gehe offenbar aus einem Brief des Sportvermarkters vom 19. Mai 2020 an den DFB hervor. Es gehe bei den Zuwendungen um vier hochwertige Uhren und ein rund 12.000 Euro teures Rennrad.

Der DFB hatte in der Vorwoche die Zusammenarbeit mit dem Vermarkter Infront aufgekündigt. Der Verband begründete den Schritt mit «möglichen schädigenden Handlungen». Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» bezifferte den Schaden für den größten Sportfachverband der Welt auf bis zu 40 Millionen Euro.

Wie das ZDF weiter berichtete, habe die Staatsanwaltschaft Frankfurt dementiert, dass sie frühzeitig vom DFB eingebunden und informiert worden sei. Erst aufgrund von Presseberichten habe sie über den Verdacht der Bestechung erfahren. Dies weist der DFB entschieden zurück. «Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wurde seitens des DFB am 10. Juli 2019 über den damaligen Kenntnisstand des DFB, konkret potenzielle Bestechungsvorwürfe, aktiv informiert», teilte der Verband mit. Ein Verfahren sei eingeleitet worden.

Der DFB betonte, dass die Einhaltung der Regeln guter Geschäftsführung Präsident Fritz Keller und dem gesamten DFB-Präsidium ein sehr wichtiges Anliegen sei. Der DFB wolle die lange bestehenden Geschäftsbeziehungen zwischen dem DFB und Infront «detailliert und ohne Ansehen von Personen» aufklären.

© dpa-infocom, dpa:200628-99-596926/2

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