Vorhaben von IOC-Präsident
Herber: Gemischtes Stimmungsbild zum Thema Meinungsäußerung

Berlin (dpa) - Der Geschäftsführer von Athleten Deutschland, Johannes Herber, hat das Vorhaben von IOC-Präsident Thomas Bach in der Diskussion um freie Meinungsäußerung von Sportler gelobt.

Sonntag, 12.07.2020, 02:31 Uhr aktualisiert: 12.07.2020, 05:01 Uhr
«Es gibt sicherlich einige Athleten, die ein besseres Gefühl haben, wenn man von vornherein sagt, wir wollen die Sportarenen, wir wollen das Podium frei halten von jeglicher Form politischer Meinungsäußerung», sagt Johannes Herber.
«Es gibt sicherlich einige Athleten, die ein besseres Gefühl haben, wenn man von vornherein sagt, wir wollen die Sportarenen, wir wollen das Podium frei halten von jeglicher Form politischer Meinungsäußerung», sagt Johannes Herber. Foto: Maurizio Gambarini

Der ehemalige Basketball-Profi, der als Geschäftsführer von «Athleten Deutschland» die Kaderathleten des Deutschen Olympischen Sportbundes vertritt, stellte aber auch Forderungen. «Erstmal finden wir es ein gutes Zeichen, dass Thomas Bach diese Regel jetzt noch mal auf den Prüfstand stellen will», sagte Herber im «aktuellen Sportstudio» des ZDF am Samstagabend mit Blick auf die Regel 50 des Internationalen Olympischen Komitees, der zufolge jegliche Demonstrationen sowie politische, religiöse oder rassistische Botschaften verboten sind. «Für uns ist allerdings ganz wichtig, dass dieser Prozess der Konsultation gewissen Regeln folgt.»

Der 37-Jährige erklärte, dass sichergestellt sein müsse, dass «wirklich alle Athletenvertreterinnen und -vertreter auf der ganzen Welt, auch die unabhängigen, sich an diesem Prozess beteiligen können». Dieser müsse zudem transparent und offen geführt werden. «Es muss gewährleistet sein, dass man weiß, welche Argumente abgelehnt werden und welche angenommen und aus welchen Gründen», sagte Herber. «Und drittens muss es eine Art Verbindlichkeit geben: Wir müssen vorher wissen, dass das Resultat dieses Prozesses auch verbindlich umgesetzt wird.»

Herber sprach auch von einem gemischten Stimmungsbild unter den Sportlerinnen und Sportlern. «Es gibt sicherlich einige Athleten, die ein besseres Gefühl haben, wenn man von vornherein sagt, wir wollen die Sportarenen, wir wollen das Podium frei halten von jeglicher Form politischer Meinungsäußerung», sagte er.

Aus vielen Gesprächen und einer entsprechenden Arbeitsgruppe habe er aber auch den Eindruck, dass sich die Athletinnen und Athleten mehr Freiheiten erhoffen würden, um positiven sozialen Wandel anstoßen und soziale Ungerechtigkeiten anmahnen zu können.

© dpa-infocom, dpa:200712-99-759091/2

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