Whistleblower
Rodschenkow: Kein Start russischer Athleten in Tokio

London (dpa) - Whistleblower Grigori Rodschenkow fordert, dass russische Athleten bei den auf 2021 verschobenen Olympischen Spielen in Tokio nicht an den Start gehen dürfen.

Montag, 27.07.2020, 13:20 Uhr aktualisiert: 27.07.2020, 13:24 Uhr
Der ehemalige Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors: Grigori Rodschenkow.
Der ehemalige Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors: Grigori Rodschenkow. Foto: Valeriy Melnikov

«Es sollte ein absoluter Bann ohne Ausreden oder Zulassungen von Sportlern sein», sagte der frühere Leiter des Moskauer Doping-Analyselabors im Interview mit der britischen Rundfunk-Station BBC.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hatte Russland wegen Manipulationen von Dopingdaten aus dem Moskauer Labor für vier Jahre gesperrt, aber die Teilnahme von Sportlern aus dem Land durch einen individuellen Nachweis, nicht in Doping verstrickt zu sein, bei den Tokio-Spielen unter neutraler Flagge gewährt.

Nach Ansicht von Rodschenkow hätte dasselbe Personal, das während der Winterspiele 2014 in Sotschi positive Proben von russischen Athleten ausgetauscht habe, auch die Moskauer Labordaten gefälscht. «Es war eine Fortsetzung der Fälschung - ein unglaublicher Betrug von unaussprechlichem Ausmaß. Es zeigt, dass das Land absolut nichts lernt», sagte Rodschenkow. Er war 2015 aus Russland in die USA geflohen und hatte als ein Kronzeuge mit seinen Aussagen und Beweisen mit zur Aufklärung des staatlich geförderten Dopings beigetragen. Aus Furcht vor russischen Repressalien lebt er versteckt.

Russland hat die Vorwürfe der Daten-Manipulation zurückgewiesen und beim Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne Berufung gegen die vierjährige Sperre durch die Wada eingelegt.

© dpa-infocom, dpa:200727-99-939680/2

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