Dopingskandal
Sportgerichtshof-Urteil zu Russland wohl noch 2020

Lausanne (dpa) - Der Internationale Sportgerichtshof Cas geht davon aus, dass er noch in diesem Jahr zu einem Urteil über Russlands Einspruch gegen die vierjährige Sperre durch die Welt-Anti-Doping-Agentur kommt, teilte der Cas nach dem Ende der viertägigen Anhörung in Lausanne mit.

Donnerstag, 05.11.2020, 18:08 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 18:10 Uhr
Außenansicht des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) in Lausanne.
Außenansicht des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) in Lausanne. Foto: Dominic Favre

Wenn ein Datum dafür feststeht, will der Sportgerichtshof diesen Termin mitteilen und auch erklären, wie er das Urteil bekanntgeben will.

Die höchste internationale Rechtsinstanz im Sport hatte seit dem 2. November verhandelt. Wegen der Reisebeschränkungen auf Grund der Corona-Pandemie und der momentanen Hygienevorschriften fanden die meisten Befragungen in dem Berufungsverfahren per Videoschalte statt.

Verhängt wurde der Bann von der Wada, weil Russland die eingeforderten Dopingdaten aus dem Moskauer Labor aus den Jahren 2012 bis 2015 vor der Übergabe manipuliert haben soll.Der Ausschluss würde, wenn er vom Cas bestätigt werden sollte, für die Sommerspiele 2021 Tokio und für die Winterspiele 2022 in Peking sowie für die Fußball-WM 2022 in Katar gelten. Russische Sportler dürften bei internationalen Ereignissen nur als neutrale Athleten antreten, wenn sie gewisse Anti-Doping-Bedingungen erfüllen.

Der deutsche Wada-Chefermittler Günter Younger sieht zwar klare Beweise für die Löschung von Daten. «Was zu diskutieren ist, ist die Interpretation. Unsere Experten sagen, es war absichtlich. Die russische Seite sagt, das war ein Computer-Fehler. Das ist dann das, was der Cas entscheiden muss», sagte Younger zuletzt der ARD.

Der amtierende Generaldirektor der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada sieht durchaus Chancen für einen Erfolg des Einspruchs. Russland habe «wirklich starke Positionen und Argumente», zitierte das Branchenportal «insidethegames.biz» Michael Buchanow.

© dpa-infocom, dpa:201105-99-226724/2

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