Kampf gegen Sportbetrug
SPD-Politikerin Freitag für mehr Doping-Staatsanwaltschaften

Berlin (dpa) - Die Sportausschussvorsitzende des Bundestages hält im Kampf gegen den Sportbetrug mehr Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Doping-Vergehen für notwendig.

Freitag, 13.11.2020, 07:18 Uhr aktualisiert: 13.11.2020, 07:21 Uhr
Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag: Dagmar Freitag.
Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag: Dagmar Freitag. Foto: Christoph Soeder

«Es gibt ja mittlerweile neben der Münchner Schwerpunktstaatsanwaltschaft zwei weitere in Zweibrücken und Freiburg», sagte Dagmar Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Ich würde nicht behaupten wollen, dass die Anzahl der Schwerpunktstaatsanwaltschaften der einzig entscheidende Faktor ist, aber drei solcher Einrichtungen sind für ein Land wie Deutschland eindeutig zu wenig.»

Mindestens so wichtig sei die Ausstattung mit speziell geschultem Personal. «Wir haben es bei Doping mit einem dichten Netzwerk international bestens verflochtener Strukturen zu tun. Deshalb braucht es analog zur Wirtschaftskriminalität hoch spezialisierte Ermittler», meinte die SPD-Politikerin.

«Besonders peinlich ist es aus meiner Sicht, dass mit Nordrhein-Westfalen das größte Bundesland es bis heute nicht geschafft hat, sich an dieser Stelle am Anti-Doping-Kampf zu beteiligen und mit gutem Beispiel für kleinere Länder voranzugehen», betonte sie. Daher habe sie sich erlaubt, Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) vor rund einem Jahr in Sachen Schwerpunktstaatsanwaltschaft Doping anzuschreiben. «Ergebnis: keine Reaktion», sagte die im nordrhein-westfälischen Iserlohn wohnende Freitag.

© dpa-infocom, dpa:201112-99-313011/3

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