Tischtennis-Weltverband
Machtkampf gewonnen: ITTF-Chef darf Stellvertreter absetzen

Hannover (dpa) - Der deutsche Präsident Thomas Weikert hat den Machtkampf mit dem Exekutivkomitee des Tischtennis-Weltverbandes ITTF vorerst gewonnen.

Mittwoch, 28.04.2021, 16:42 Uhr aktualisiert: 28.04.2021, 16:44 Uhr
Thomas Weikert, Präsident des Tischtennis-Weltverbandes ITTF.
Thomas Weikert, Präsident des Tischtennis-Weltverbandes ITTF. Foto: Jonas Güttler

Ein Sportgericht der ITTF entschied, dass Weikert gemäß der Statuten des Verbandes das Recht dazu hatte, seinen Vizepräsidenten Khalil Al-Mohannadi aus Katar wegen eines zerstörten Vertrauensverhältnisses und bislang nicht geklärter Korruptionsvorwürfe abzusetzen, gab die ITTF bekannt.

Weikert bestätigte in einem Schreiben an alle Nationalverbände die Absetzung seines bisherigen Stellvertreters und kündigte die zügige Ernennung eines Nachfolgers an. «Ich hatte nie vor, eine Klage gegen das Exekutivkomitee einzureichen. Es ging mir nur darum, dass meine Rechte als Präsident gemäß der ITTF-Verfassung bestätigt werden», schrieb der Rechtsanwalt aus Limburg.

Al-Mohannadi hatte Weikert in den Monaten zuvor mehrfach scharf kritisiert. Außerdem stehen seit Monaten Vorwürfe gegen den Unternehmer aus Katar im Raum, dass er als ITTF-Funktionär Geschäfte mit einem Sportartikelhersteller gemacht habe. In der Konsequenz setzte Weikert seinen Stellvertreter am 23. Februar ab.

Das Exekutivkomitee der ITTF hob diese Entscheidung einen Monat später allerdings wieder auf und entzog Weikert das Vertrauen. Gegen diesen Mehrheitsbeschluss zog der frühere Bundesliga-Spieler und Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes vor das Tribunal der ITTF, das nun in der Sache für ihn und gegen das Exekutivkomitee entschied: Die Ernennung und Absetzung des Vizepräsidenten falle «unter die exklusive Autorität des ITTF-Präsidenten».

Der 59 Jahre alte Weikert steht dem Weltverband seit 2017 vor und möchte in diesem Jahr wiedergewählt werden. Auch Al-Mohannadi werden Ambitionen auf das Präsidenten-Amt nachgesagt.

© dpa-infocom, dpa:210428-99-389767/2

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