Frühere Tennis-Hoffnung
Witthöft: Der Druck stieg «ins Unermessliche»

Berlin (dpa) - Auch mentaler Stress hat Tennisspielerin Carina Witthöft zu einer Auszeit gezwungen.

Mittwoch, 13.05.2020, 08:41 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 08:44 Uhr
Galt lange als größte deutsche Tennishoffnung: Carina Witthöft.
Galt lange als größte deutsche Tennishoffnung: Carina Witthöft. Foto: Anthony Anex

«Ich hatte oft ein flaues Gefühl im Magen. Die körperliche Anspannung und die mentale Belastung waren so groß, dass ich nie Appetit hatte und nichts essen konnte», sagte die 25-Jährige in einem Interview der «Sport Bild».

Witthöft galt lange größte deutsche Tennishoffnung in der Nachfolge-Generation um die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber (32). Mit 19 Jahren stand Witthöft bei den Australian Open in der dritten Runde. Doch trotz der Erfolge wurde sie aus der Bahn geworfen. «Nach meinem ersten Turniersieg im Oktober 2017 im Oktober 2017 in Luxemburg hatte ich einen unheimlich großen Druck empfunden. Der stieg nach diesem Erfolg ins Unermessliche», sagte die ehemalige Weltranglisten-48. - dies war Anfang Januar 2018 ihre beste Platzierung. Witthöft plant ihre Teilnahme an der neuen Turnierserie des Deutschen Tennis Bundes (DTB), die am 8. Juni beginnt.

«Ich habe mich nur gefragt: Was ist hier los? Was ist passiert? Vor Matches habe ich teilweise ganze Nächte lang nicht geschlafen», verriet Witthöft. «Morgens vor Matches bin ich bei langen Wartezeiten teilweise eingeschlafen, weil mein Körper einfach durch war.» Im Februar scheiterte ein Comeback-Versuch wegen Rückenbeschwerden.

Dass Frauentennis-Chefin Barbara Rittner ihr fehlendes Durchhaltevermögen vorgeworfen habe, dazu wolle sie sich nicht mehr äußern. «Jeder kann ja seine Meinung haben. Aber grundsätzlich finde ich es besser, wenn man erst mal persönlich mit jemandem spricht, bevor man über ihn urteilt», sagte die Tennisspielerin aus Wentorf bei Hamburg.

Ihre Zukunft auf dem Tennisplatz lässt Witthöft noch offen, ein Comeback schließt sie trotz der anhaltenden Probleme aber nicht aus. «Es ist alles möglich, in beide Richtungen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wieder auf der Profitour zu spielen. Tennis macht mir immer noch unheimlich viel Spaß.» Sie müsse zunächst einmal schauen, «wie mein Knie auf Belastung reagiert. Noch ist es immer nicht hundertprozentig in Ordnung.»

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