US-Turniere
Nächster Corona-Fall im Tennis - Wieder Fragen zu Neustart

Ein Neustart der Tennis-Tour im August erscheint weiterhin nicht gesichert. Offenbar wird hinter den Kulissen gerungen, ob geplante Turniere in den USA stattfinden können. Dort wurde ein weiterer Profi positiv getestet - bei einem Event mit Zuschauern.

Sonntag, 05.07.2020, 11:12 Uhr aktualisiert: 05.07.2020, 11:14 Uhr
Frances Tiafoe wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
Frances Tiafoe wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Foto: Kevin Hagen

Berlin (dpa) - Ein positiver Coronavirus-Test beim amerikanischen Profi Frances Tiafoe lässt weitere Zweifel am geplanten Neustart der weltweiten Tennis-Tour im August aufkommen.

Nach Informationen des Weltranglisten-Dritten Dominic Thiem ist das erste Herren-Turnier ab dem 14. August in Washington keineswegs gesichert, auch über die Austragung der US Open wird womöglich schon bald erneut befunden. Die USA sind derzeit von einer hohen Zahl von Neuinfektionen mit dem Virus betroffen.

Tiafoe teilte am Rande eines Show-Events in Atlanta mit, dass bei ihm das Virus festgestellt wurde. Tags zuvor hatte er noch seinen US-Landsmann Sam Querrey besiegt. Der All-American Team Cup im Bundesstaat Georgia wurde am Wochenende dessen ungeachtet fortgesetzt - mit Zuschauern. Tiafoe schrieb bei Twitter, er sei noch vor einer Woche negativ getestet worden. Der 22-Jährige, der schon zu den Top 30 der Welt zählte, kündigte für den Anfang der neuen Woche einen weiteren Test an. In den vergangenen beiden Monaten hatte er in Florida trainiert.

Im Zuge der vom Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic organisierten Adria-Tour waren im Juni vier Profis positiv getestet worden, unter ihnen Djokovic selbst. Bei den beiden Stationen in Serbien und Kroatien waren Zuschauer erlaubt, es gab keine strengen Hygienemaßnahmen, zudem sorgten Party-Bilder für Unverständnis.

Der Österreicher Dominic Thiem war ebenso dabei wie der Hamburger Alexander Zverev. Thiem hat sich längst entschuldigt und eingeräumt, man sei zu euphorisch gewesen. In einem ORF-Interview ließ der 26-Jährige am Wochenende durchblicken, dass die Durchführung des ATP-Turniers in Washington keineswegs sicher ist. Danach sollen das von Cincinnati nach New York verlegte Masters-Turnier und ab dem 31. August die US Open an gleicher Stelle folgen.

«Natürlich hoffe ich, dass es weitergeht, aber Sicherheit geht vor, das ist auch ganz klar», sagte Thiem, der ab Montag ein von ihm mitorganisiertes Einladungsturnier in Kitzbühel bestreitet. Man müsse sich danach richten, was die Regierungen der Austragungsländer entschieden. «Wenn die eine Gefahr sehen, dann werden sie das Turnier, vor allem so ein großes Turnier wie die US Open in New York, nicht erlauben. Ich glaube, dass in den nächsten Tagen eine Entscheidung fallen wird», erklärte Thiem.

Ab dem 13. Juli soll er ebenso wie Zverev und Andrea Petkovic bei zwei jeweils dreitägigen Show-Turnieren in Berlin aufschlagen. Petkovic kritisierte in der «Bild am Sonntag» die Adria-Tour. «Sie wollten Pioniere sein, und es ist leider nach hinten losgegangen», sagte die deutsche Fed-Cup-Spielerin enttäuscht. «Wir wollen im August die US Open spielen. Das ist nun alles infrage gestellt», fügte die 32-jährige Darmstädterin hinzu. Die WTA-Tour der Damen soll bereits am 3. August mit dem Turnier in Palermo wieder starten.

© dpa-infocom, dpa:200705-99-678743/2

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