US Open
Die große Chance in New York: Folgt Zverev auf Stich?

Es wird ein Spieler die US Open der Tennisprofis gewinnen, der noch nie ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat. So viel steht schon vor den Halbfinals fest. Alexander Zverev ist einer von nur noch vier Kandidaten auf den Triumph in New York.

Freitag, 11.09.2020, 07:02 Uhr aktualisiert: 11.09.2020, 07:05 Uhr
Alexander Zverev ist einer von nur noch vier Kandidaten auf den Triumph in New York.
Alexander Zverev ist einer von nur noch vier Kandidaten auf den Triumph in New York. Foto: Seth Wenig

New York (dpa) - Ein Sieg trennt Alexander Zverev noch von seinem ersten Grand-Slam-Endspiel. Bei den US Open in New York trifft der Hamburger heute (22.00 Uhr MESZ/Eurosport) im Halbfinale auf den Spanier Pablo Carreño Busta.

Der Weltranglisten-Siebte kann für einen Erfolg sorgen, den schon sehr lange kein deutscher Tennisprofi bei den Herren mehr erreicht hat. Das andere Semifinale bestreiten anschließend der Österreicher Dominic Thiem und Daniil Medwedew aus Russland.

DER GEGNER: Der 29 Jahre alte Carreño Busta aus Gijon ist der älteste Halbfinalist der diesjährigen US Open. Als Weltranglisten-27. steht er momentan 20 Plätze hinter Zverev, war aber auch schon mal Zehnter. In einem Grand-Slam-Endspiel war auch er noch nie. Bei den US Open 2017 verlor er im Halbfinale gegen den Südafrikaner Kevin Anderson. Zverevs spanischer Trainer David Ferrer, der allerdings nicht mit in New York ist, kennt Carreño Busta seit Kindertagen: «Es ist eine ungewöhnliche Situation für mich, weil es meine erste Erfahrung als Trainer ist. Ich spreche mit Alexander und bereite ihn auf das Match vor, während er auf einen Freund wie Pablo trifft», sagte Ferrer bei Eurosport.

DER TURNIERVERLAUF: Carreño Busta hat den Skandal um den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic mit auf dem Platz erlebt. Im Achtelfinale am Sonntag hatte der Spanier dem serbischen Topspieler Probleme bereitet und ihm im ersten Satz den Aufschlag zum 6:5 abgenommen. Djokovic schlug dann den Ball ohne zu gucken nach hinten und traf dabei die Linienrichterin, die zu Boden ging und sichtlich Probleme mit der Atmung hatte. Djokovic wurde disqualifiziert, Carreño Busta kam ins Viertelfinale, in dem er den Kanadier Denis Shapovalov in fünf Sätzen besiegte.

DIREKTER VERGLEICH: Zverev hat bislang erst einmal gegen den Spanier gespielt. 2018 entschied er das Halbfinale beim Masters-Series-Turniers in Miami für sich. «Ich glaube, dass Sascha der Favorit ist. Er hat einen Höhenflug, da es sein zweites Grand-Slam-Halbfinale ist. Ich denke nicht, dass er den Druck spürt», sagte der deutsche Tennis-Herrenchef Boris Becker als Eurosport-Experte. Bei den Australian Open zu Beginn des Jahres hatte Zverev erstmals ein Grand-Slam-Halbfinale erreicht. In Melbourne verlor er vor der monatelangen Unterbrechung der Tour wegen der Coronavirus-Pandemie gegen den Weltranglisten-Dritten Thiem.

STATISTIKEN UND REKORDE: Angelique Kerber gewann bei den Damen in den vergangenen drei Jahren drei Grand-Slam-Titel, bei den deutschen Tennis-Herren liegen solche Erfolge deutlich länger zurück. Zverev ist der erste deutsche Herren-Halbfinalist bei den US Open seit Boris Becker 1995. Letzter deutscher Finalist in Flushing Meadows war Michael Stich 1994, bisher letzter deutscher Turniersieger Becker 1989. Als zuvor letzter Deutscher hatte Rainer Schüttler 2003 bei den Australian Open ein Grand-Slam-Finale erreicht. Dass Djokovic raus ist und Rafael Nadal und Roger Federer gar nicht erst die Reise in die USA angetreten haben, schmälert für einen anderen deutschen Ex-Profi die Wertigkeit nicht. «Wer auch immer den Titel gewinnt - er hat ihn verdient», sagte Tommy Haas der «Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten» (Freitag).

© dpa-infocom, dpa:200910-99-512083/3

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