US Open
Djokovic zum Finale: «Das ist es, was den Sport ausmacht»

New York (dpa) - Der Tennis-Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hat nach dem US-Open-Endspiel den Finalteilnehmern Alexander Zverev und Dominic Thiem höchsten Respekt gezollt.

Montag, 14.09.2020, 14:04 Uhr aktualisiert: 14.09.2020, 14:06 Uhr
Zollt den beiden US-Open-Finalisten Respekt: Novak Djokovic.
Zollt den beiden US-Open-Finalisten Respekt: Novak Djokovic. Foto: Seth Wenig

«Das ist es, was den Sport ausmacht. Respekt, Wertschätzung und Freundschaft», schrieb der Serbein den sozialen Netzwerken und betonte: «Unabhängig von der Rivalität zwischen den Beiden und dem großartigen Kampf, den sie sich gestern geliefert haben, haben sie ein großes Herz gezeigt und viele Tennisspieler inspiriert.» Der unterlegene Zverev und der erstmalige Grand-Slam-Champion Thiem hätten demonstriert, was am meisten zähle, «Liebe und Respekt füreinander», formulierte es Djokovic und sprach von einem «fantastischen Match, das ihr der Tenniswelt gegeben habt».

Der 23 Jahre alte Zverev habe «zweieinhalb Sätze beeindruckend gespielt und war nah dran zu gewinnen», sagte Djokovic in Rom, wo er diese Woche das Sandplatzturnier spielt. «Beide haben große Tennis-Qualitäten und können auf allen Belägen Titel und Grand Slams gewinnen», lobte er. Thiem habe den Titel «wahrscheinlich mehr als jeder andere verdient». Er wisse aus Erfahrung, dass der erste Grand-Slam-Erfolg eine «große Erleichterung» sei, sagte Djokovic. «Man fängt an, mehr an sich zu glauben und hat weniger Druck.»

Zverev musste sich in New York dem Österreicher Thiem nach 4:01 Stunden 6:2, 6:4, 4:6, 3:6, 6:7 (6:8) geschlagen geben und verpasste damit den ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere. Nach dem Matchball ging Zverev auf die andere Seite des Platzes, umarmte seinen guten Freund lange und sprach bei der Siegerehrung Worte des Respekts und der Gratulation an den Weltranglisten-Dritten aus.

Djokovic kann seine Disqualifikation bei den US Open im Nachhinein nachvollziehen. «Wenn man den Ball so trifft und jemanden trifft, dann sind die Regeln klar. Ich habe es akzeptiert», sagte der 33-Jährige. «Natürlich war es ein Schock, die US Open so zu beenden», ergänzte der Serbe. Es sei «hart zu akzeptieren» gewesen, vor allem weil er sich «gut und bereit» gefühlt habe. «Es kam total unerwartet und unabsichtlich.»

Djokovic hatte in seinem Achtelfinale in New York gegen den Spanier Pablo Carreno Busta nach einem verlorenen Aufschlagspiel wütend einen Ball weggeschlagen und eine Linienrichterin getroffen. Daraufhin war er disqualifiziert worden. Er sei froh, nur rund zehn Tage danach wieder auf dem Tennisplatz stehen zu können, sagte Djokovic. «Je früher ich die Erinnerung hinter mir lassen kann, desto besser.» Er wolle versuchen, das Beste aus dem Vorfall zu machen. «Ich werde hoffentlich klüger und an Erfahrung reicher daraus hervorgehen.»

Die Bedingungen auf der Tennis-Tour wegen der Corona-Pandemie mit der schnellen Abfolge von US Open, dem Turnier in Rom und den French Open in Paris seien «ungewöhnlich. Aber wir sind dankbar, spielen zu können. Je mehr Turniere, desto besser», sagte der Serbe. «Nach einem anstrengenden Monat Tennis in den USA jetzt auf einem anderen Belag auf einem anderen Kontinent zu spielen, das ist sehr herausfordernd.» Die Absage der US-Open-Finalisten Alexander Zverev und Dominic Thiem für das Sandplatzturnier in Rom sei daher nachvollziehbar.

© dpa-infocom, dpa:200914-99-557108/3

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