Coronavirus-Pandemie
Kaum Turniere: Saison für Tennis-Damen fast zu Ende

Normalerweise geht es im Herbst für die Tennis-Damen noch einmal so richtig los. Auf dem Weg zu den WTA Finals stehen wichtige Punkte und Titel auf dem Spiel. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Die Saison ist wegen Corona fast zu Ende - sehr zum Unmut der Spielerinnen.

Freitag, 02.10.2020, 13:32 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 13:34 Uhr
Julia Görges ist bei den French OPen bereits ausgeschieden.
Julia Görges ist bei den French OPen bereits ausgeschieden. Foto: Alessandra Tarantino

Paris (dpa) - Saisonende Anfang Oktober - das droht für einen Großteil der Tennisspielerinnen zur Realität zu werden.

Wegen der Coronavirus-Pandemie hat die Damen-Organisation WTA ihre komplette Turnierserie in Asien im Herbst streichen müssen. Bereits im Juli teilte die WTA mit, dass alle Veranstaltungen ausfallen. «Wir sind extrem enttäuscht, dass unsere Weltklasse-Events in China in diesem Jahr nicht stattfinden», sagte WTA-Boss Steve Simon am 24. Juli in einem Statement.

Dass die chinesische Regierung alle internationalen Sport-Events im Land zur Virus-Eindämmung verbietet, fällt nicht in die Verantwortung der WTA. Dass es die Macher um den Amerikaner Simon in mehr als zwei Monaten aber nicht hinbekommen haben, zumindest teilweise für Ersatz zu sorgen, ist schon erstaunlich. «Das heißt, wenn sich da nicht großartig etwas ändert, dann hat die WTA-Tour kaum Jobs geschaffen», kritisierte Barbara Rittner, Damen-Chefin im Deutschen Tennis Bund.

Aktuell steht nur das neu ins Programm genommene Turnier in Ostrava vom 19. bis 25. Oktober im Kalender. Die Organisatorin des Hamburger ATP-Turniers, Sandra Reichel, plant zudem, das im Oktober abgesagte WTA-Event in Linz im Dezember stattfinden zu lassen. Das war es dann aber auch schon nach aktuellem Stand bis zum Ende des Jahres. «Es gibt nichts, wo ich hinfahren könnte», sagte die Amerikanerin Venus Williams nach ihrem Erstrunden-Aus bei den French Open zu ihren Plänen.

Als Nummer 76 der Welt hat sie keine Chance, in Ostrava ins Feld zu rutschen. Selbst Julia Görges als Weltranglisten-41. wird in der Qualifikation antreten müssen. Aus Mangel aus Alternativen haben fast alle Topspielerinnen für das Hartplatz-Event gemeldet, auch Angelique Kerber steht auf der Teilnehmerliste.

Während die Damen also notgedrungen komplett in den Urlaub gehen müssen, gibt es nach Roland Garros noch jede Menge Herren-Tennis. Zehn Turniere stehen noch auf dem Programm, davon zwei in Köln. Dazu die ATP Finals der acht besten Spieler der Saison in London vom 15. bis 22. November. «Es ist auf jeden Fall interessant zu sehen, was die Männer im Vergleich zu uns noch so haben. Weil unser Kalender ist schon recht nackt», sagte Görges.

Rittner hatte zusammen mit dem Österreicher Edwin Weindorfer bei der WTA sogar angeklopft, ob Interesse an einem Turnier für die Damen in Köln bestehe. «Dann hätten wir da Damen und Herren nacheinander gemacht», sagte Rittner, die in Köln als Turnierdirektorin fungiert. «Da das aber alles von der WTA nur sehr zäh kommentiert wurde, hat der Edwin Weindorfer gesagt, dann mache ich halt zwei ATP-Turniere.»

Anfang der Woche gab es Gerüchte, zumindest die eigentlich in Shenzhen geplanten WTA Finals könnten nach Prag oder Hawaii verlegt werden. Das dementierte eine Sprecherin der WTA aber in der britischen Tageszeitung «The Times». Auf dpa-Anfrage gab es von der Damen-Organisation zu den weiteren Plänen keine Antwort.

Und so bleibt den Spielerinnen wohl nichts anderes übrig, als sich bereits auf die neue Saison vorzubereiten. Wenn diese denn wie geplant Anfang Januar in Australien beginnt. Görges, gut mit der Weltranglisten-Ersten Ashleigh Barty befreundet, hat sich bei dieser schon einmal über die dortigen Umstände informiert. «Da habe ich immer noch eine Einladung offen», sagte die 31-Jährige. Womit zumindest schon einmal die notwendige Quarantäne-Unterkunft geklärt wäre.

© dpa-infocom, dpa:201002-99-799668/2

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