EM-Viertelfinale: DFB-Elf feiert Sieg über Italien
Deutschland nach Elfmeter-Krimi im Halbfinale

Bordeaux -

Das war ein hartes Stück Arbeit. Nach 120 Minuten ringt Weltmeister Deutschland seinen Angstgegner Italien nieder und ist nur noch zwei Schritte vom vierten EM-Titel entfernt. Matchwinner war Neuer mit zwei gehaltenen Elfmetern.

Samstag, 02.07.2016, 23:56 Uhr aktualisiert: 03.07.2016, 12:06 Uhr
EM-Viertelfinale: DFB-Elf feiert Sieg über Italien : Deutschland nach Elfmeter-Krimi im Halbfinale
Grenzenlose Freude beim DFB-Team nach dem Erreichen des EM-Halbfinales. Foto: dpa Foto: dpa

Endlich! Der Italien-Fluch ist nach einem Elfmeter-Drama Geschichte. Dank Manuel Neuer hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im neunten Anlauf den ersten Turniersieg gegen den Angstgegner Italien und damit den Einzug ins Halbfinale geschafft.

Der Keeper war beim 6:5 im Elfmeterschießen der Held in einem zähen Abnutzungskampf in Bordeaux. Der Welttorhüter hielt zwei Elfmeter, ehe Jonas Hector im 18. Schuss den Sieg sicherstellte. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 0:0) gestanden. Damit nimmt der Weltmeister nun mit Volldampf Kurs auf den vierten Titel bei einer Europameisterschaft. Nur Gastgeber Frankreich oder Außenseiter Island können am Donnerstag (21.00 Uhr) in Marseille noch den siebten Einzug einer deutschen Auswahl in ein EM-Finale verhindern. Dabei wird allerdings Mats Hummels wegen einer zweiten Gelben Karte fehlen.

EM-Viertelfinale: Deutschland - Italien

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  • Diese Elf bekam vorm Anpfiff das Vertrauen von Bundestrainer Joachim Löw (hintere Reihe, v.l.): Manuel Neuer , Toni Kroos, Mats Hummels, Mario Gomez, Sami Khedira, Jerome Boateng; (vordere Reihe, v.l.) Jonas Hector, Joshua Kimmich, Benedikt Höwedes, Thomas Müller und Mesut Özil.

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  • Vor Beginn der Partie legten die Mannschaften eine Schweigeminute für die Opfer des Terroranschlags in Bangladesch ein.

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  • Einen schweren Stand hatte Deutschlands Nachwuchs-Hoffnung Joshua Kimmich (r.) - hier im Duell mit dem Italiener Mattia De Sciglio.

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  • Hiobsbotschaft für Bundestrainer Joachim Löw: Mittelfeldspieler Sami Khedira musste frühzeitig in der ersten Halbzeit bereits verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

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  • Für Sami Khedira (l.) kam Bastian Schweinsteiger ins Spiel.

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  • Sieht gefährlich aus: Artistisch fliegt der Italiener Stefano Sturaro (r.) heran - Jonas Hector ist ebenfalls auf den Ball fixiert.

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  • Löw in Gefahr: Der deutsche Bundestrainer wird in seiner Coaching-Zone beinahe vom italienischen Spieler Emanuele Giaccherini umgegrätscht...

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  • ...alles gut - Italiens Emanuele Giaccherini (2.v.l.) und Bundestrainer Joachim Löw mit einer fairen Geste.

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  • Im Fokus des Schiedsrichters: Deutschlands Abwehrmann Mats Hummels (M.) schirmt den Ball vor seinem Gegenspieler ab.

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  • Klare Sache: Schiedsrichter Viktor Kassai lässt sich von seiner Entscheidung nicht abbringen.

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  • Blickpunkt Tor: Italiens Keeper Gianluigi Buffon (M.) packt sicher zu, während...

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  • ...sein Gegenüber Manuel Neuer (l.) mit einem resoluten Befreiungsschlag für klare Verhältnisse vor seinem Kasten sorgt.

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  • In heikler Mission: Deutschlands Mittelfeldstratege Bastian Schweinsteiger versucht einen Gegenspieler „abzuschütteln“.

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  • Gegenwehr: Deutschland Stürmer Thomas Müller (l.) versucht das Abspiel von Mattia De Sciglio zu verhindern.

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  • Doppelte Flugeinlage: Benedikt Höwedes (r.) und der Italiener Graziano Pelle (M.) haben abgehoben...

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  • Ungläubig und missmutig reagieren italienische Spieler auf eine Verwarnung gegen ihr Team.

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  • In der 65. Spielminute endete die Torflaute in dieser Partie: Mesut Özil erzielte das 1:0 für Deutschland.

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  • Nachdem deutschen Führungstor war die Freude bei der DFB-Elf groß...

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  • ...doch die Freude hielt nicht lang an: In der 77. Spielminute verursachte Jerome Boateng (r.) durch ein Handspiel einen Elfmeter gegen sein Team.

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  • Die Elfmeter-Chance nutzte der Italiener Leonardo Bonucci eiskalt.

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  • Die Partie war stets umkämpft, der Einsatz auf beiden Seiten war unter anderem athletisch und beachtlich. In dieser Szene versucht Deutschlands Stürmer Mario Gomez (M.) den Ball zu behaupten.

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  • Nach der regulären Spielstand stand es 1:1. In der kurzen Pause stimmte Bundestrainer Joachim Löw seine Spieler auf die Verlängerung ein.

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  • Abnutzungskämpfe: Thomas Müller (r.) und Giorgio Chiellini im Verbal-Duell.

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  • In der Verlängerung konnte kein Team mehr den entscheidenden Treffer erzielen.

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  • So musste Bundestrainer Joachim Löw (r.) nach 120 gespielten Minuten seine Elfmeter-Schützen benennen.

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  • Gegenseitige Wertschätzung: Der deutsche Keeper Manuel Neuer (r.) umarmt vor dem Elfmeterschießen den italienischen Torhüter Gianluigi Buffon.

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  • Kollektives Bangen, das....

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  • ...sich gelohnt hat, denn nachdem Manuel Neuer den Elfer von Matteo Darmian gehalten hatte....

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  • ...verwandelte Jonas Hector den entscheidenden Elfmeter zum Sieg für Deutschland.

    Foto: Christian Charisius
  • Auf die Plätze.....fertig....und los....zum Jubeln!

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  • Grenzenlose Freude beim DFB-Team nach dem Erreichen des EM-Halbfinales.

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Für Deutschland war es bereits der sechste Sieg im siebten Elfmeterschießen bei einem großen Turnier. Die Entscheidung fiel erst durch den neunten deutschen Schützen. Zuvor hatten sich Thomas Müller, Mesut Özil und Bastian Schweinsteiger Fehlschüsse geleistet, während Toni Kroos, Julian Draxler, Mats Hummels, Joshua Kimmich und Jerome Boateng trafen. In der regulären Spielzeit hatte Mesut Özil die deutsche Elf in der 65. Minute in Führung gebracht, doch die Italiener kamen durch einen verwandelten Handelfmeter von Leonardo Bonucci noch zurück ins Spiel (78.). Vorausgegangen war ein Handspiel von Abwehrchef Jérôme Boateng.

Das 34. Aufeinandertreffen der viermaligen Weltmeister war von höchstem Respekt geprägt. Nur keinen Fehler machen, lautete auf beiden Seiten die Devise. Bereits die deutsche Aufstellung hatte gezeigt, dass Löw vor allem eine sichere Defensive wichtig war. Wie schon beim 4:1 im letzten Aufeinandertreffen im März in München stellte der Bundestrainer von einer Vierer- auf eine Dreier-Abwehrkette um. Benedikt Höwedes kehrte damit ins Team zurück, dafür wurde der gegen die Slowakei noch überragende Wolfsburger Julian Draxler geopfert.

Deutschland - Italien: die Spieler-Einzelkritik

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  • Manuel Neuer - Note: 1,5:

    Der Viertelstundenkapitän war in seinem 70. Länderspiel meist
    als Anspielstation gefragt. Starker Ausflug auch, als einen Ball nach
    Sprint mit der Brust abfing. War beim ersten Gegentor bei dieser EM, per Elfmeter durch Bonucci, machtlos. Erstmals seit 528 Minuten wieder
    bezwungen. Wurde im Elfmeterschießen zum Helden, hielt zwei Schüsse und
    besiegte das deutsche Italien-Trauma. 

    Foto: Witters
  • Benedikt Höwedes - Note: 3:

    Löws Taktikänderung spülte den Schalker als rechtes Glied der Dreierkette wieder ins Team. Solide Schichtarbeit des Ruhrpott. 

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  • Jérôme Boateng - Note: 3:

    Das Bollwerk hielt auch gegen die Italiener lange Zeit den Laden dicht. Machte in der 78. Minute jedoch im Zweikampf die Armbewegung eines Hampelmannes. Als hätte jemand am Faden gezogen. Handspiel. Elfmeter. Machte den Fehler durch sicheren Elfmeter im Shootout fast wieder wett. Ausgleich. 

    Foto: Witters
  • Mats Hummels - Note: 2:

    Feierte sein 50. Länderspiel mit einer guten Leistung: Auffällig vor allem das erstklassige Stellungsspiel des Verteidigers, stand immer am rechten Fleck. Gesperrt im Halbfinale, erielt Gelb. Traf im Elfmeterschießen sicher. 

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  • Joshua Kimmich - Note: 3:

    Schien mit Pattex festgeklebt an der rechten Außenlinie. Hatte seine Schwierigkeiten, den offensiven Zuschnitt seiner Rolle
    auszufüllen. Teilweise etwas fahrig, als ihm die Bälle ins Aus tröpfelten, fand mit zunehmender Dauer besser ins Spiel. Entdeckte die Eckfahne für einen Doppelpass. Bewies im Elfmeterschießen Nervenstärke. 

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  • Jonas Hector - Note: 2,5:

    Der Kölner war als linker Außen gefragt, die Offensive ist aber nicht die Stärke von Löws Dauerbrenner. Immerhin, eine abgefälschte Flanke von ihm titschte Buffon fast ins Tor. Bereitete das Führungstor durch Özil mit einem klugen Laufweg vor, war gegen Ende aber unkonzentriert. Behielt die Nerven und verwandelte als neunter Schütze den entscheidenden Elfmeter. 

    Foto: Witters
  • Sami Khedira - keine Benotung:

    Der Antriebsmotor des deutschen Spiels musste schon nach 15 Minuten zur Reparatur: Sah nach Adduktorenproblemen aus. 

    Foto: Witters
  • Toni Kroos - Note: 3:

    Der Stratege hatte in seinem 70. Länderspiel wieder wahnsinnig viele Ballkontakte. An diesem Abend ein Mann der kleinen Pässe in der Defensive. Kaum zündende Akzente nach vorne. Verwandelte seinen Elfmeter sicher. 

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  • Thomas Müller - Note: 4,5:

    Mögen hätt‘ er schon wollen, aber dürfen hat er sich nicht getraut. Der Fußball-Valentin ist weiter vom Glück verlassen. Irgendwie ein Schatten seiner Selbst, und als er nach einem Billardangriff plötzlich
    aussichtsreich den Ball auf dem Fuß hatte, da freute sich Buffon über die Rückgabe. Gleiches gilt fürs Elfmeterschießen. 

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  • Mesut Özil - Note: 2,5:

    Die Explosion des Hochbegabten: Brachte mit seinem Tor in der 65. Minute alle Kritiker zum Schweigen. Der Mann, der den Italien-Fluch besiegte und damit in die Geschichtsbücher Einzug hielt. Ach so: Spielte auch sonst gut und schlug ein, zwei seiner Zauberpässe. Verlud Buffon im Elfmeterschießen, schoss aber an den Pfosten. 

    Foto: dpa
  • Mario Gomez - Note: 2,5:

    Fremdelte zunächst mit diesem Viertelfinale. Kämpfte sich aber rein in die Partie und gilt mit einem genialen Zuspiel auf Hector als Initiator des Führungstreffers. Hatte kurz darauf das 2:0 machen können. Statt Tor hieß es Kabine: Raus mit Oberschenkelproblemen in der 72. Minute.

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  • Bastian Schweinsteiger - Note: 3,5:

    Früher als erwartet kam der Kapitän aufs Feld. 119. Länderspiel. Fügte sich auch gleich wieder mit einem Tor ein. Zählte nur nicht: Der Mittelfeldspieler hatte sich in Bud-Spencer-Manier Zugang zum Ball verschafft. Mühte sich durch das Spiel, und schoss im Elfmeterschießen über das Tor. 

    Foto: Witters
  • Julian Draxler - Note: 2,5:

    Der Held des Achtelfinales musste zunächst zurück auf die Bank. Kam kurz vor Ende der regulären Partie. Hatte vor allem in der zweiten Hälfte der Verlängerung einige starke Offensivaktionen. Mit Schmackes im Elfmeterschießen. 

    Foto: dpa

Es sei die Formation, von der man glaube, dass sie Italien schlage, hatte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff die etwas überraschende Systemumstellung begründet. Bereits vor vier Jahren im EM-Halbfinale gegen Italien hatte Löw umgestellt, damals war seine Maßnahme beim 1:2 erfolglos geblieben, was ihm harsche Kritik einbrachte.

Vor 38 764 Zuschauern im Nouveau Stade de Bordeaux glich das Duell eher einer Partie Rasenschach. Die Italiener, bei denen es für den angeschlagenen 2006er Weltmeister Daniel de Rossi erwartungsgemäß nicht zu einem Startelf-Einsatz reichte, agierten äußerst defensiv und überließen der DFB-Auswahl die Spielkontrolle. Beim Weltmeister ging jedoch die defensive Kompaktheit zulasten des Offensivspiels, in dem es kaum zu Überzahlsituationen kam. Gerade die linke Draxler-Seite lag völlig brach, Özil hing in der Luft. Vom Chancen-Feuerwerk wie etwa gegen Nordirland (1:0) oder der Slowakei (3:0) blieb nicht mehr viel übrig.

Schon nach 15 Minuten war Löw außerdem gezwungen, erneut umzustellen, als für Bastian Schweinsteiger der Ernstfall eintrat. Sami Khedira humpelte mit Adduktorenproblemen vom Platz. Ausgerechnet Khedira, der sich als Italien-Legionär gegen seine Kollegen von Juventus Turin viel vorgenommen hatte. Schon vor dem WM-Finale 2014 hatte er kurz vor dem Anpfiff verletzungsbedingt passen müssen. So musste der Kapitän ran und Schweinsteiger schnappte sich sogleich die Binde. Der Mittelfeldchef war zwar nicht so präsent, teilte sich aber gut die Kräfte ein.

EM-Rudelgucken im Jovel: Deutschland vs. Italien

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  • EM-Rudelgucken im Jovel: Deutschland vs. Italien Foto: Matthias Ahlke
  • EM-Rudelgucken im Jovel: Deutschland vs. Italien Foto: Matthias Ahlke
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  • EM-Rudelgucken im Jovel: Deutschland vs. Italien Foto: Matthias Ahlke
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  • EM-Rudelgucken im Jovel: Deutschland vs. Italien Foto: Matthias Ahlke
  • EM-Rudelgucken im Jovel: Deutschland vs. Italien Foto: Matthias Ahlke

Es dauerte bis kurz vor der Pause, ehe die deutsche Mannschaft zu ersten zaghaften Chancen kam. Ein Kopfball von Mario Gomez nach Flanke des soliden Joshua Kimmich verfehlte aber deutlich das Ziel (41.). Eine Minute später kam Thomas Müller frei zum Schuss, doch der bei EM-Endrunden bislang so glücklose Münchner traf den Ball nicht richtig, so dass Italiens Startorhüter Gianluigi Buffon keine Probleme hatte, den Ball aufzunehmen. Der 38-Jährige war wie auf der Gegenseite Manuel Neuer ohne Gegentor in sein 160. Länderspiel gegangen.

Neuer übertraf derweil schon nach wenigen Minuten den Rekord von Sepp Maier, der vom EM-Finale 1976 bis zum fünften Spiel bei der WM 1978 insgesamt 481 Minuten ohne Gegentor geblieben war. In der 43. Minute wäre die Zu-Null-Serie von Neuer fast schon gerissen. Emanuele Giaccherini gab aus spitzem Winkel einen Schuss auf das Tor ab, den Neuer noch parierte. Beim anschließenden Nachschuss von Stefano Sturaro wäre der Bayern-Schlussmann aber wohl machtlos gewesen, Boateng fälschte den Ball noch leicht ins Toraus ab.

Ein unverändertes Bild bot sich den Zuschauern auch in der zweiten Halbzeit. Die deutsche Mannschaft befand sich mit viel Respekt weiter im Vorwärtsgang und stand in der 54. Minute dicht vor der Führung. Gomez legte den Ball gut auf Müller ab, der diesmal alles richtig machte. Sein Schuss wurde aber noch spektakulär von Alessandro Florenzi abgewehrt. Elf Minuten später war es dann soweit. Nachdem sich Gomez im Stile eines Spielmachers gegen drei Italiener an der Außenlinie behauptet und den Ball auf Jonas Hector weitergeleitet hatte, gelangte der Ball auf Özil, der in Mittelstürmer-Position zur Führung einschoss.

Eine starke Aktion von Gomez, der drei Minuten später seine gute Vorstellung fast mit einem Tor veredelt hätte. Nach einem feinen Pass von Özil legte sich der Torschützenkönig aus der Türkei den Ball mit der Brust vor, um schließlich mit einem sehenswerten Hackentrick Buffon zu einer Glanztat zu zwingen. Nach dieser Aktion war aber Schluss für Gomez, der angeschlagen vom Feld musste.

Deutschland hatte das Spiel eigentlich im Griff, doch ein unnötiges Handspiel von Boateng im Zweikampf gegen Giorgio Chiellini brachte Italien zurück ins Spiel. Damit kassierte Neuer nach 557 Turnierminuten sein erstes Gegentor. Danach wurde Italien besser, hochkarätige Torchancen blieben aus, auch in der Verlängerung.

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