Gehaltsobergrenzen-Diskussion
Eberls Vorschlag: Warum nicht die Kadergröße beschränken?

Mönchengladbach (dpa) - In der Diskussion über Sparmaßnahmen und mögliche Gehaltsobergrenzen im Profifußball hat Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl einen weiteren Vorschlag ins Gespräch gebracht.

Montag, 06.07.2020, 10:56 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 11:00 Uhr
Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl kann sich vorstellen, dass die Clubs die Kadergrößen beschränken.
Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl kann sich vorstellen, dass die Clubs die Kadergrößen beschränken. Foto: Stefan Puchner

«Warum nicht die Kadergröße beschränken? Das könnte die Kostenseite entlassen», sagte der 46-Jährige dem «kicker». Zwar sei Borussia relativ stabil durch die Krise gekommen und auch nicht existenzbedroht. «Corona trifft auch uns bis ins Mark. Die Rücklagen schmelzen wie Eis in der Sonne. Umso wichtiger ist es auch in Zukunft, das große Ganze, nicht allein den Sport im Blick zu haben», sagte Eberl.

Nach Platz vier, dem Erreichen der Champions League und insgesamt achtmal Platz eins in der abgelaufenen Spielzeit sieht Borussias Sportdirektor sein Team nichts als den Bayern-Jäger. Das sei für ihn so realistisch wie Usain Bolt zum 100-Meter-Lauf herauszufordern und an den Sieg zu glauben. «Vielleicht bin ich am Start mal vorne. Vielleicht strauchelt er zwischendurch. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Usain Bolt am Ende vor mir einläuft, also Bayern München vor Gladbach, ist doch sehr hoch. Nicht bei hundert Prozent. Aber deutlich im 90-Prozent-Bereich», sagte Eberl. «Dennoch geben wir nicht auf und werfen die Flinte ins Korn.»

Für die kommende Saison in der Königsklase wird Mönchengladbach die Personalplanungen indes mit Bedacht angehen. «Wir werden jetzt nicht auf den Markt stürmen und groß Spieler einkaufen. Wir müssen genau abwägen. Was muss im Club verbleiben, um die deutlichen Einschnitte durch Corona aufzufangen. Und was können wir sportlich in Sachen Kader unternehmen?», sagte Eberl. Trotz des sportliche Erfolges wird der Club am Ende des Jahres etwa 40 Millionen weniger zur Verfügung haben, wie Geschäftsführer Stephan Schippers bereits bestätigte.

In Tobias Strobl, Fabian Johnson und Raffael verlassen drei Spieler den Club. «Dadurch sparen wir auch Geld, das wir vielleicht zusammen mit einem Teil der Champions-League-Gelder in den einen oder anderen Transfer stecken können. Aber generell gilt: Wir müssen bei Transfers schlau agieren und kreative Werge finden», sagte Eberl.

Borussias Sportdirektor hatte zuletzt auch eine Art «Cash Fonds» für jeden Club angeregt. «Wir müssen uns vorbereiten für den Fall, dass eine zweite Infektionswelle kommen könnte oder vielleicht auch eine andere Pandemie. Dann sollte gewährleistet sein, dass die Vereine mehr Fett auf den Rippen haben», meinte Eberl. In Mönchengladbach wird das bereits berücksichtigt. «Wir als Verein müssen alle Faktoren einkalkulieren, um die Zukunft des Clubs nicht zu gefährden», sagte Eberl.

© dpa-infocom, dpa:200705-99-682868/4

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