Nach FA-Cup-Sieg
Arsenal will Pokalheld Aubameyang halten - Frust bei Chelsea

Mit seinem Doppelpack im Endspiel beschert Pierre-Emerick Aubameyang dem FC Arsenal den 14. FA-Cup-Sieg. Die Gunners hoffen auf einen Verbleib des begehrten Ex-Dortmunders. Verlierer Chelsea hadert mit dem verpassten Titel und beklagt vor dem Bayern-Spiel Verletzte.

Sonntag, 02.08.2020, 14:18 Uhr aktualisiert: 02.08.2020, 14:22 Uhr
Pierre-Emerick Aubameyang feiert den FA-Cup-Sieg mit dem FC Arsenal.
Pierre-Emerick Aubameyang feiert den FA-Cup-Sieg mit dem FC Arsenal. Foto: Adam Davy

London (dpa) - Mit dem Ball kann Arsenal-Kapitän Pierre-Emerick Aubameyang eindeutig besser umgehen als mit dem Pokal. Nach dem FA-Cup-Sieg gegen Chelsea (2:1) ließ der Doppeltorschütze die Trophäe auf den Stadionrasen fallen, bevor er sie unter dem Jubel seines Teams in die Höhe stemmte.

«Er braucht mehr Erfahrung mit Trophäen», scherzte sein Coach Mikel Arteta, «die kann er hier sammeln.» Nach dem 14. FA-Cup-Triumph wächst bei Arsenal die Hoffnung, dass der begehrte Stürmer in London bleibt. Großer Frust herrscht dagegen beim Verlierer Chelsea, auch weil sich eine Woche vor dem Champions-League-Match in München mehrere Spieler verletzten.

Aubameyang war mal wieder Arsenals Glücksbringer. «Jeder im Club liebt ihn», schwärmte Arteta, nachdem der Ex-Dortmunder das Endspiel mit zwei Toren (28. Minute/Strafstoß, 67.) für den Rekord-Pokalsieger gedreht hatte. Es war der erste Titel für «Auba» in London. Und wenn es nach seinem Coach geht, soll es noch lange nicht der letzte sein.

Arteta, der den Pokal als Spieler zweimal mit Arsenal gewonnen hatte, hofft, dass der Erfolg für Aubameyang Signalwirkung hat. «Ich glaube, das sind die Momente, die ihn erkennen und glauben lassen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und er ein großer Teil davon ist», sagte er. In der Premier League hatten die Gunners nur Platz acht erreicht und die internationalen Plätze verpasst. Durch den FA-Cup-Sieg schaffte Arsenal doch noch den Sprung in die Europa League.

Für Gegner Chelsea, der für die Champions League qualifiziert ist, ging es nur darum, eine gelungene erste Saison unter dem neuen Coach Frank Lampard mit einem Titel zu veredeln. Und womöglich war genau das ein Problem. «Wir wurden selbstgefällig», resümierte Lampard enttäuscht, nachdem sein Team eine frühere Führung durch den Ex-BVB-Profi Christian Pulisic (5.) verspielt hatte. «Wir haben uns mit dem Ball Zeit gelassen, als wären wir auf einem Spaziergang.»

Es war das dritte Pokalfinale mit dem London-Derby zwischen den beiden Clubs. Zum dritten Mal verlor Chelsea. Obendrein verletzten sich drei Spieler. Kapitän César Azpilicueta, Christian Pulisic und Pedro werden laut Lampard im Achtelfinal-Rückspiel der Königsklasse beim FC Bayern (Hinspiel 0:3) am kommenden Samstag fehlen.

Der Blick der Blues dürfte sich daher schon auf die kommende Saison richten. Neuzugang Timo Werner saß auf der Tribüne des ansonsten menschenleeren Wembley-Stadions und tippte auf seinem Handy. Mit Leverkusens Kai Havertz will sich der Club noch weiter verstärken.

Bei Arsenal steht ein Neuaufbau an - bevorzugt mit Aubameyang, über dessen Wechsel trotz eines Vertrags bis 2021 schon länger spekuliert wird. Angeblich soll der FC Barcelona interessiert sein. Arteta äußerte sich trotzdem zuversichtlich. «Ich glaube, er will bleiben, es geht nur darum, den Vertrag auszuhandeln», sagte der Spanier, der seit Dezember 2019 Arsenal-Coach ist. «Er weiß, was ich von ihm halte. Wir wollen um ihn herum eine Mannschaft aufbauen.»

Hingegen scheint der deutsche Ex-Weltmeister Mesut Özil in Artetas Zukunftsplanungen keine Rolle zu spielen. Der einstige Mittelfeldstar gratulierte seinen Teamkollegen am Samstag per Twitter. «Großartige Arbeit, meine Jungs», schrieb Özil, der noch nicht mal im Stadion war. Arsenal hatte ihm unter der Woche die Erlaubnis erteilt, in die Türkei zu reisen, weil er ohnehin nicht zum Kader gehören sollte.

Özils Berater betonte zuletzt mehrfach, der 31-Jährige werde seinen bis zum Sommer 2021 gültigen Vertrag erfüllen. Dass Arsenals Topverdiener die kommende Fußball-Saison auf der Tribüne absitzt, wo Özil zuletzt mit einem Sonnenschirm den Spott von Medien und Fans auf sich zog, ist allerdings kaum vorstellbar.

© dpa-infocom, dpa:200801-99-09549/5

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