EM-Qualifikation
U21 trotzt dem Corona-Wirbel - Neue Sorgen für Trainer Kuntz

Keine richtige Vorbereitung, ein kleiner Kader, Corona-Sorgen: Die deutsche U21 trotzt in Moldau den widrigen Umständen und überzeugt mit einem 5:0. Das wichtigere Spiel steht aber erst noch bevor.

Samstag, 10.10.2020, 12:58 Uhr aktualisiert: 10.10.2020, 13:00 Uhr
U21-Bundestrainer Stefan Kuntz (r) hat Personalsorgen.
U21-Bundestrainer Stefan Kuntz (r) hat Personalsorgen. Foto: Str

Fürth (dpa) - Stefan Kuntz atmete nach der überzeugenden Reaktion seiner jungen Mannschaft nur kurz durch. Denn die Sorgen werden für den 57-Jährigen nach dem Corona-Schreck bei der U21-Nationalmannschaft nicht weniger.

«Der eine oder andere Spieler sieht so aus, als wäre er angeschlagen oder eventuell krank», sagte der 57-Jährige nach dem 5:0 (3:0) seiner durch einen Corona-Fall innerhalb der Mannschaft geschwächten Nachwuchs-Fußballer in der EM-Qualifikation in Moldau.

Schon beim Rückflug nach Deutschland noch in der Nacht wollte der Coach die Personalplanungen für das deutlich wichtigere Spiel gegen Bosnien-Herzegowina am Dienstag angehen. «Jetzt müssen wir in Ruhe darüber nachdenken, ob wir noch nachnominieren können und wer dann überhaupt noch infrage kommt», kündigte Kuntz an. «Das ist ein Gedanke, den lassen wir dann im Flugzeug nachher anklingen.»

Gegen den überforderten Tabellenletzten Moldau standen Kuntz nur 17 Spieler zur Verfügung, nachdem der positiv auf das Coronavirus getestete Profi und dessen direkte Kontakte nicht mitreisen durften. Gegen Moldau wurde zudem Kapitän Dennis Geiger nach gut 50 Minuten angeschlagen ausgewechselt. «Ich glaube, wir bekommen ein paar Sorgen», prophezeite Kuntz direkt nach dem Schlusspfiff.

Wer am Dienstag in Fürth überhaupt zur Verfügung steht, war daher am Samstag noch unklar. Nach dem Pflichtsieg in Moldau erwartet Kuntz jedenfalls einen «stärkeren Gegner». Bosnien hat wie Deutschland noch die Chance auf Platz zwei in der Gruppe, Rang eins wäre für die DFB-Elf nur bei einem Patzer von Belgien noch möglich. Für die zweigeteilte EM-Endrunde 2021 in Ungarn in Slowenien qualifizieren sich die neun Gruppensieger und die fünf besten Gruppenzweiten.

Was Kuntz Mut macht, ist die Reaktion seiner neu formierten Mannschaft nach dem Corona-Schreck vom Donnerstag. «Wir haben nicht fehlerfrei gespielt, das wissen wir selber», sagte er nach dem klaren Sieg durch Tore von Doppelpacker Lukas Nmecha, Salih Özcan, Jonathan Burkardt und Debütant Dominik Kother. «Aber das Engagement, die Laufbereitschaft und die Einsatzbereitschaft, das war für mich heute überragend, da können die Jungs stolz drauf sein.»

Vier Spieler gaben ihr Debüt, auch der 17 Jahre alte Florian Wirtz, der sich den Rekord als jüngster U21-Nationalspieler sicherte. «Wir wissen genau, was die letzten Tage alles passiert ist, die Mannschaft war neu zusammengewürfelt», sagte Kuntz. Am Tag vor dem Spiel gab es wegen des Corona-Falls kein gemeinsames Training, erst am frühen Morgen des Spieltags reiste die Mannschaft an. Kuntz attestierte seiner Auswahl daher eine «tolle Einstellung», und lobte: «Diese Leistung war nicht zu erwarten, das war nicht selbstverständlich.»

© dpa-infocom, dpa:201010-99-895290/3

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