Ski nordisch
Noch ist nicht alles Gold: Rydzek siegt und verliert

Die deutschen Nordischen Kombinierer werden auch im WM-Winter eine führende Rolle spielen. Beim Weltcup-Auftakt holen sie zwei Podestplätze und das Gelbe Trikot. Doch es gibt noch einiges zu tun, auch für Einzelsieger Johannes Rydzek.

Sonntag, 30.11.2014, 16:06 Uhr aktualisiert: 30.11.2014, 16:10 Uhr

Ruka (dpa) - Im Gelben Trikot hatte Johannes Rydzek plötzlich seine Siegerform verloren. Beim Weltcup-Auftakt der Nordischen Kombinierer im finnischen Ruka war es ausgerechnet der Gesamtführende aus Oberstdorf , der dem ersten deutschen Team im Sprint einen Podestplatz verbaute.

Noch am Samstag hatte Rydzek im Einzel seine beeindruckende Erfolgsserie seit Beginn der Sommervorbereitung fortgesetzt und so das Trikot des Weltcup-Spitzenreiters erobert. Einen Tag später aber kam er nach verpatztem Sprung an der Seite von Fabian Rießle nicht über Platz vier hinaus. Immerhin wurde das Sachsen-Duo Björn Kircheisen/ Eric Frenzel hinter den norwegischen Staffel-Olympiasiegern Havaard Klemetsen/Jorgen Graabak Zweiter.

«Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Mein Sprung hat gezeigt, dass ich noch viel arbeiten muss. Die Automatismen greifen noch nicht», meinte Rydzek. Bei 114,5 Metern war er am Sonntag bereits gelandet. 1:28 Minuten Rückstand auf Norwegen waren auch für das laufstarke Duo Rydzek/Rießle nicht aufzuholen.

«Johannes ist ein Sportler, der sich so etwas zu Herzen nimmt. Er will den Gesamtweltcup gewinnen und wie Eric Frenzel vorangehen. Das ist gut. Er darf aber auch Fehler machen», sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Er traut dem Allgäuer in dieser Saison einiges zu. «Er hat im Sommer sehr gut trainiert, ordentlich draufgepackt, was die Umfänge betrifft. Im Lauf ist er schon wahnsinnig gut in Form, im Springen braucht er noch etwas Lockerheit. Die kommt im Laufe der nächsten Wochen», bemerkte Weinbuch überzeugt.

Auch Sprungtrainer Ronny Ackermann glaubt an eine grandiose Saison des Weltcup-Zweiten des vergangenen Winters. «Er hat noch seine Probleme mit dem langen Absprung. Er muss noch spritziger werden. Wir hatten gehofft, die Euphorie des Auftaktsieges kompensiert das. Aber es hat noch nicht geklappt», analysierte «Acker».

Rydzek selbst will in Lillehammer am nächsten Wochenende wieder angreifen. «Es ist ja nicht so, dass ich eingebrochen bin. Ich denke schon, dass der Sprungfehler relativ schnell zu korrigieren geht. Das Gelbe Trikot jedenfalls gebe ich nicht kampflos her», sagte der Bayer.

Einen Konkurrenten hat er in Olympiasieger Frenzel. Dem Oberwiesenthaler war im Einzel der Wind zum Verhängnis geworden, der einen Wettkampfsprung nicht zuließ. So musste der Provisorische Wettkampfsprung herangezogen werden, der Frenzel bei ebenfalls widrigen Verhältnissen misslungen war. Als 24. fand er sich deshalb bei der Siegehrung in ungewohnter Zaungastrolle wieder. Im Team-Sprint aber zeigte er, dass er trotz des geringeren Sommertrainings nichts von seiner Klasse verloren hat. «Es passt schon. Ich bin optimistisch, dass ich schon bald wieder mitfeiern kann», sagte der Oberwiesenthaler.

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