Ski nordisch
Graabak führt Norwegen vor Deutschland zum Sieg

Bei Olympia mussten die deutschen Nordischen Kombinierer den Norwegern den Sieg überlassen, auch beim Team-Sprint in Kuusamo waren die Nordeuropäer besser. Nun gab es in Ramsau eine Foto-Finish-Niederlage.

Samstag, 20.12.2014, 17:59 Uhr aktualisiert: 20.12.2014, 18:04 Uhr

Ramsau (dpa) - Die deutschen Nordischen Kombinierer haben sich zum dritten Mal nacheinander den Norwegern in einer Team-Entscheidung geschlagen geben müssen. In Ramsau lag Norwegens Schlussläufer Jörgen Graabak nur eine Winzigkeit von 0,1 Sekunden vor Fabian Rießle .

Schon bei Olympia in Sotschi und beim zweiten Rang beim Weltcup-Auftakt in Kuusamo im Team-Sprint hatte das deutsche Quartett dem Norge-Team den Vortritt lassen müssen.

«Schade, aber Graabak war einen Tick cleverer», sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch nach dem spannenden Finale am Fuße des Dachsteins. Nach dem Springen hatten Tino Edelmann, Eric Frenzel, Johannes Rydzek und Rießle mit zwei Sekunden vor Österreich und 18 Sekunden vor Norwegen geführt. Aber schon da war auf der Normalschanze nicht alles nach Plan gelaufen. Edelmann und Rydzek hatten sehr gute Sprünge gezeigt, Rießle präsentierte sich stark verbessert. Doch bei Frenzel drehte der Wind, so dass der Vorsprung nicht größer ausfiel.

Im entscheidenden 4x5-Kilometer-Langlauf bildete sich schon schnell eine Führungsgruppe. Weinbuch hatte die beiden zuletzt stärksten Läufer Rydzek und Rießle auf die entscheidenden Positionen drei und vier gesetzt. Frenzel hatte bereits nach dem Springen einen engen Ausgang prophezeit. Angesichts fehlender Berge und der aus Eis bestehenden schmalen Piste sagte der Olympiasieger voraus, dass es nicht gelingen werde, allein davonzulaufen.

Zumal sich das deutsche Team bei der Wahl der Ski wie schon in Sotschi bei den ersten beiden Läufern vertan hatte. «Da hatten wir auf das falsche Pferd gesetzt. Wir konnten noch reagieren und die beiden anderen mit anderen Ski bestücken, aber der Vorsprung war halt weg», meinte Weinbuch.

Das brachte die deutsche Taktik durcheinander. «Wir hatten geplant, Fabian Rießle mit 10 bis 15 Sekunden Vorsprung auf die Runde zu schicken, um Graabak keine Chance zu geben beziehungsweise um zu versuchen, dass er viele Kräfte lässt», sagte der Coach. Doch der Plan ging nicht auf. Am Ende fehlten nur wenige Zentimeter zum deutschen Sieg.

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