WM-Premiere im Teamwettbewerb
Neue Gold-Chance für Skisprung-Frauen

Katharina Althaus, Juliane Seyfarth, Carina Vogt: Mit drei Weltklasse- Athletinnen hat Deutschland im Frauen-Skispringen eine führende Rolle. Dies soll sich auch bei der WM zeigen. In Seefeld gibt es drei Medaillenchancen.

Montag, 25.02.2019, 12:52 Uhr aktualisiert: 25.02.2019, 12:56 Uhr
Katharina Althaus freut sich auf das Teamspringen bei der WM.
Katharina Althaus freut sich auf das Teamspringen bei der WM. Foto: Jean-Christophe Bott

Seefeld (dpa) - Jahrelang mussten die Skisprung-Frauen um ihre Teilnahmeberechtigung bei einer WM kämpfen, jetzt haben Katharina Althaus und Co. gleich drei Gold-Chancen.

Mit dem ersten Teamspringen der Frauen bei einer Nordischen Ski-WM wird am Dienstag (16.15 Uhr/ARD und Eurosport) ein Stück Wintersport-Geschichte geschrieben. Und das deutsche Quartett um Top-Fliegerin Althaus hat hervorragende Chancen, bei der Premiere gleich die Goldmedaille zu gewinnen.

«Wir sind ständig vorne mit dabei, das ist schon eine richtige Ansage. Es hat sich eine gewisse Eigendynamik zum Positiven entwickelt», sagte Bundestrainer Andreas Bauer. Der Coach war in den vergangenen Jahren einer der Hauptkämpfer für die Gleichberechtigung der Frauen. Im herrlichen Bergpanorama von Seefeld sagte er am Montag mit großer Zuversicht: «Irgendwann wird die komplette Gleichstellung zu den Männern kommen. Wir sind schon sehr weit.»

Olympia-Silbergewinnerin Althaus und Co. haben nun die Chance, Doppel-Weltmeister Markus Eisenbichler nachzueifern und innerhalb von zwei Tagen zweimal Gold zu erobern, bevor am Samstag das gemeinsame  Mixed wartet. «Wir haben uns riesig gefreut, dass der Teamwettkampf so kurzfristig noch mit aufgenommen wurde. Ich denke, es ist ein guter Schritt, auch im Hinblick auf die Entwicklung unserer Sportart», sagte Titelverteidigerin Carina Vogt, die wie Althaus und Juliane Seyfarth zu den besten fünf Frauen des Weltcups zählt.

Auch bei den Männern steht die Stärkung des Frauen-Programms hoch im Kurs. Der frühere Weltklasse-Skispringer Andreas Goldberger sagte: «Das haben sie sich mehr als verdient. Enorm tolle Leistungen, toller Sport, was uns da geboten wird. Es ist absolut an der Zeit, dass die Damen einen eigenen Teamwettbewerb haben.» Er sieht die Premiere auf der Toni-Seelos-Schanze als «den nächsten Meilenstein».

Mit seinem Top-Trio Althaus, Vogt, Seyfarth sowie Ramona Straub geht Bauer am Dienstag ins Rennen. Die Favoritenrolle seines Quartetts verglich er mit einem Fußball-Pokalspiel, in das man als klarer Favorit gehe. Doch Bauer warnte: «Sicher ist nichts.» Nach dem Teamwettbewerb soll das DSV-Top-Trio im Einzel die seit Wochen übermächtige Norwegerin Maren Lundby attackieren.

Der Stellenwert des WM-Wettbewerbs ist für die Frauen wegen der sonst eher geringen Medienpräsenz und der fehlenden Vierschanzentournee enorm. «Wir waren sehr oft hier und haben jede freie Minute genutzt. Wir wissen genau, was auf uns zukommt», versicherte Bauer. Mit der schrittweisen Einführung neuer WM-Wettbewerbe sind die Skispringerinnen auch Vorbild für die Nordische Kombination, bei der es 2021 in Oberstdorf erstmals eine Frauen-Entscheidung geben soll.

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