Biathlon in Östersund
Herrmann feiert dritte WM-Medaille - «richtig stolz»

Denise Herrmann ist mit drei Medaillen die erfolgreichste deutsche Biathletin bei der WM in Östersund. Zum Abschluss gab es Bronze im Massenstart. Titelverteidigerin Laura Dahlmeier ging leer aus.

Sonntag, 17.03.2019, 15:16 Uhr aktualisiert: 17.03.2019, 15:20 Uhr
Denise Herrmann freut sich nach dem letzten Rennen über insgesamt drei Medaillen, die sie bei der WM gewann.
Denise Herrmann freut sich nach dem letzten Rennen über insgesamt drei Medaillen, die sie bei der WM gewann. Foto: Sven Hoppe

Östersund (dpa) - Im Schneetreiben von Östersund jubelte Denise Herrmann mit ihren drei WM-Medaillen um den Hals über einen perfekten WM-Abschluss.

Im Massenstart holte die ehemalige Langläuferin in Schweden Bronze, stahl Titelverteidigerin Laura Dahlmeier die Show und machte den enttäuschenden Auftritt der Staffel einen Tag zuvor vergessen. «Der Medaillensatz ist komplett, nach gestern ist das eine tolle Genugtuung. Auch, wenn ich gerne noch eine Medaille mehr hätte», sagte Herrmann, die sich nicht mehr zu sehr über Rang vier mit dem Team ärgerte: «Ich freue mich extrem, dass mir so eine gute WM gelungen ist. Da bin ich richtig stolz drauf.»

Gold in der Verfolgung, Silber mit der Mixedstaffel und Bronze im großen Massenstart-Finale - Herrmann wurde in Schweden etwas überraschend zur erfolgreichsten deutschen Skijägerin. Doppel-Olympiasiegerin Dahlmeier holte nach einem schweren Winter mit vielen körperlichen Rückschlägern immerhin noch zweimal Bronze. Im Massenstart musste sich die siebenmalige Weltmeisterin mit Rang sechs begnügen. Die 25-Jährige war als Titelverteidigerin gestartet, leistete sich vier Strafrunden und war beim Sieg der Italienerin Dorothea Wierer mit mehr als einer Minute Rückstand am Ende chancenlos.

«Schade, dass es zum Schluss nicht ganz zu einem noch besseren Platz gereicht hat, aber das Gesamtfazit ist positiv», sagte Dahlmeier. Zum WM-Start hatte sie sich erkältet und klagte über «brutalen Husten». Deswegen bilanzierte die Bayerin: «Ich habe zwei super Ergebnisse erzielt, obwohl ich läuferisch nicht ganz in der Top-Verfassung war.»

Ganz anders als die 30-jährige Sächsin Herrmann, die mit ihrer überragenden Laufform glänzte. Trotz vier Fehlern konnte sie erneut ganz vorne mitmischen und belohnte sich auch im finalen Rennen mit Edelmetall. Nur Wierer und die Russin Jekaterina Jurlowa-Percht waren stärker. «Es war phänomenal. Wir können sehr zufrieden sein mit Bronze», sagte Bundestrainer Kristian Mehringer: «Nach der Staffel waren wir enttäuscht, aber wir hatten keine Medaille verdient.»

Als Favorit gestartet landete der Titelverteidiger mit Vanessa Hinz, Franziksa Hildebrand, Herrmann und Dahlmeier am Samstag beim Sieg Norwegens auf Rang vier. Erstmals seit sechs Jahren gab es keine WM-Staffel-Medaille für die erfolgsverwöhnten DSV-Frauen. Schwache Schießleistungen - mit 14 Nachladern und einer Strafrunde von Hinz als negativem Höhepunkt - machten die Podestplätze wie schon im Vorjahr bei Olympia in Pyeongchang unerreichbar.

«Das war ein Dämpfer, denn jeder hätte sich gefreut über diese Medaille», sagte Dahlmeier. Als Schlussläuferin brachte sie das Quartett nach zwischenzeitlich großem Rückstand fast noch auf Platz drei, im Kampf mit der Ukraine fehlten im Zielspurt 0,5 Sekunden. «Ich habe auf den letzten Metern einen brutal guten Speed gehabt, vielleicht hätten sogar schon drei Meter mehr gereicht und ich hätte den Fuß an ihr vorbeistrecken können», sagte Dahlmeier. Wenige Stunden später gewannen die deutschen Männer Staffel-Silber.

In Hochfilzen hatte es für Dahlmeier bei der WM 2017 fünfmal Gold und einmal Silber gegeben, in Mittelschweden wurden es vier Medaillen weniger. In Österreich war sie noch die Alleinunterhalterin in der Mannschaft, nun konnte in Herrmann eine weitere Athletin erstmals seit vier Jahren wieder WM-Medaillen in Einzelwettbewerben gewinnen. «Mich freut es sehr, dass für mich alles so gut aufgegangen ist», sagte Herrmann, die erst vor drei Jahren zu den Skijägern wechselte.

Neben den großen Emotionen bei Dahlmeier und Herrmann gab es im Frauenteam auch herbe Enttäuschungen. Hildebrand, Hinz und Franziska Preuß konnten nicht im Ansatz ihr Leistungsvermögen abrufen. «Es gibt sicher Dinge, die wir im Frühjahr aufarbeiten müssen», sagte Mehringer. Preuß (6 Fehler) als 19. und Hildebrand (5) auf Rang 21 verpassten durch schwache Schießleistungen auch im Massenstart die Top Ten deutlich.

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