Biathlon-Saisonfinale
Tolle Spätform: Herrmann siegt vor Preuß in Kontiolahti

Denise Herrmann ist zum Saisonende in toller Form. Die Skijägerin gewinnt auch den Geister-Sprint in Finnland und holt sich eine Kristallkugel. Das ohnehin vorzeitige Saisonende wird nun noch früher als geplant eingeläutet.

Samstag, 14.03.2020, 11:46 Uhr aktualisiert: 14.03.2020, 11:49 Uhr
Siegte beim Saisonfinale in Kontiolahti: Denise Herrmann.
Siegte beim Saisonfinale in Kontiolahti: Denise Herrmann. Foto: Jussi Nukari

Kontiolahti (dpa) - Denise Herrmann hat ihre tolle Spätform mit ihrem dritten Saisonsieg gekrönt und beim vorzeitigen Saisonfinale in Kontiolahti den Weltcup-Sprint gewonnen.

Die 31-Jährige kompensierte am Freitag durch die Laufbestzeit eine Strafrunde und verwies beim ersten deutschen Doppelsieg seit mehr als einem Jahr Franziska Preuß auf Rang zwei. Damit sicherte sich die frühere Langläuferin erstmals in ihrer Biathlon-Karriere eine Kleine Kristallkugel - die in der Sprintwertung. «Damit habe ich gar nicht gerechnet und es ist unglaublich, dass es gereicht hat», sagte Herrmann, die auch von Platz 19 der Weltcup-Gesamtführenden Dorothea Wierer aus Italien profitierte.

Damit haben die beiden eine tolle Ausgangsposition für die Verfolgung am Samstag (15.45 Uhr), die wie das Männer-Rennen (13.45 Uhr/ARD und Eurosport) die letzten Wettkämpfe der Saison sind. Denn wegen der Coronavirus-Pandemie wird die Saison vorzeitig beendet. Das teilte der Weltverband IBU am Freitag nach einem Teammeeting mit. Die beiden Mixed-Staffeln am Sonntag fallen aus.

Schon vor dem Weltcup in Finnland waren die US-Amerikaner wegen des von Präsident Donald Trump verhängten Einreiseverbots nach Hause geflogen. Die Österreicher werden bereits am Samstagfrüh vor den Jagdrennen abreisen. «Wir sind uns als großer Sportverband in der momentanen Ausnahmesituation unserer sozialen Verantwortung und Vorbildfunktion bewusst, deshalb setzen wir die Aufforderungen und Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung auch konsequent um», sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. Auch die Slowaken wollen schon am Samstag weg, nachdem zuvor bereits das Weltcup-Finale kommende Woche in Oslo ersatzlos gestrichen worden war.

«Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Botschaft, die wir nach außen senden, die richtige ist», hatte Damen-Disziplintrainer Florian Steirer in der ARD vor dem Rennen gesagt - jetzt zog auch die IBU einen vorzeitigen Schlussstrich unter die Saison. Herrmann ist froh, dass noch das eine Rennen stattfindet. «Die ganze Situation hat viel Fahrt gekriegt. Aber wir sind jetzt eh hier und ich hoffe schon, dass hier morgen noch Rennen stattfinden», hatte sie nach ihrem siebten Karrieresieg gesagt und Preuß meinte: «Man kriegt mit, wie es zu Hause abgeht. Ich bin froh, wenn wir Montag alle heil daheim sind.»

Herrmann und Preuß (1 Fehler) bejubelten den ersten deutschen Damen-Doppelsieg seit mehr als einem Jahr. «Das ist der Lohn für die harte und gute Arbeit», sagte Herrmann, nachdem die Damen im Saisonverlauf angesichts durchwachsener Ergebnisse teils heftige Kritik einstecken mussten. «Das stimmt mich positiv und zeigt, dass wenn mir nichts in die Quere kommen würde, wäre ich vorne dabei», sagte die 26-jährige Preuß, die in ihrer Karriere immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat.

Wie gut Herrmann in Form ist, demonstrierte sie als Schnellste in der Loipe und mit einem guten Schießen, nur ihren vorletzten Schuss verfehlte sie ganz knapp. Eine starke Leistung zeigte als Zwölfte die fehlerfrei gebliebene Karolin Horchler. Vanessa Hinz wurde 21., Stefanie Scherer verpasste bei ihrem Weltcup-Debüt als 62. die Qualifikation für die Verfolgung.

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