Ski alpin
Nun auch Rebensburg: Deutschem Ski-Team gehen die Stars aus

Vor Jahren Maria Höfl-Riesch, dann Felix Neureuther, nun Viktoria Rebensburg. Dem deutschen Ski-Team ist ein weiterer Star verloren gegangen. Vor allem den Damen fehlt es an bekannten Gesichtern und Sieganwärterinnen.

Mittwoch, 02.09.2020, 07:09 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 07:12 Uhr
Viktoria Rebensburg hat ihre Ski-Karriere beendet.
Viktoria Rebensburg hat ihre Ski-Karriere beendet. Foto: Stephan Jansen

Düsseldorf (dpa) - In Viktoria Rebensburg hat nach Maria Höfl-Riesch sowie Felix Neureuther im Vorjahr erneut ein bekanntes Gesicht des deutschen Ski-Rennsports das Karriereende bekanntgegeben.

Nach dem überraschenden Rücktritt der 30-Jährigen aus Kreuth droht insbesondere den Damen in fast allen Disziplinen eine Durststrecke. «Wir müssen jetzt kleinere Brötchen backen», sagte Bundestrainer Jürgen Graller. «Aber es ist auch eine Chance für die Jüngeren. Es braucht Zeit, aber es kann eine Mannschaft auch beflügeln.»

Besser sieht es vor dem WM-Winter bei den Männern aus, die aber auch nur in den Speed-Disziplinen echte Siegertypen haben. Die beiden Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen (Abfahrt) und Josef Ferstl (Super-G) und mit Abstrichen Riesenslalom-Spezialist Stefan Luitz rücken jetzt aus deutscher Sicht noch mehr in den Fokus. Eine Übersicht der verbliebenen Sieganwärter des Deutschen Skiverbandes:

THOMAS DREßEN: Der rund 100 Kilogramm schwere Modellathlet vom SC Mittenwald gewann 2018 die Abfahrt auf der legendären Streif in Kitzbühel. Seitdem gehört der 26-Jährige eigentlich immer zu den Favoriten bei den Speed-Events. Auch eine schwere Verletzung konnte ihn nur vorübergehend stoppen. Vor der dann im März wegen Corona abgebrochenen Saison 2019/2020 meldete sich Dreßen mit Abfahrtssiegen im Februar in Garmisch-Partenkirchen und Saalbach-Hinterglemm zurück. Auch im Super-G, wo er im vorigen Dezember in Gröden auf Platz drei fuhr, ist dem lockeren und coolen Typen etwas zuzutrauen.

JOSEF FERSTL: Bereits im Dezember 2017 sorgte Ferstl mit seinem Sieg beim Super-G in Gröden für eine riesige Überraschung. Damit beendete er eine fast 27 Jahre währende Durststrecke bei den alpinen Herren, denn er raste zum ersten deutschen Weltcupsieg in dieser Disziplin seit Markus Wasmeier im März 1991. Endlich war er in der Weltspitze angekommen. Eine noch größere Sensation schaffte der 31 Jahre alte Zollbeamte im Super-G von Kitzbühel am 27. Januar im 2019. Mit der Startnummer eins gelang ihm in seiner Spezialdisziplin ein Traumlauf und eine Zeit, die niemand mehr unterbot. Exakt 40 Jahre nach dem Erfolg seines Vaters auf der Streif schrieb Ferstl die spezielle Familiengeschichte fort.

KIRA WEIDLE: Bisher ist sie die Kronprinzessin in den schnellen Disziplinen. Anders als Allrounderin Rebensburg liegen Weidles Stärken fast nur in der Abfahrt, wo sie bereits Achtungserfolge feierte. Im Super-G fehlt es der 24-Jährigen bisher an der Konstanz und Technik, der Riesenslalom ist schon gar nicht mehr ihr Ding. Gleichwohl besitzt die Sportsoldatin aus Starnberg das Potenzial, in der Abfahrt ganz oben zu landen. Im November 2018 in Lake Louise und im Januar 2019 beim Heimrennen in Garmisch-Partenkirchen fuhr sie jeweils auf Rang drei. Ein weiterer Sprung auf das Podest gelang ihr in der verkorksten Saison 2019/2020 allerdings nicht mehr. Im anstehenden Winter will die ehrgeizige Weidle wieder angreifen.

© dpa-infocom, dpa:200901-99-393850/3

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