Biathlon
Kein Weltcup in Ruhpolding, Doppel-Woche in Oberhof

In Thüringen kommt es wegen der Corona-Pandemie im Januar zu einem Biathlon-Doppelpack: Oberhof wird Ausrichter der beiden Heim-Weltcups. Das bayerische Ruhpolding erhält vielleicht ein Trostpflaster.

Montag, 05.10.2020, 19:49 Uhr
Wegen der Coronavirus-Pandemie findet in diesem Winter im Biathlon-Weltcup kein Rennen im bayrischen Ruhpolding statt.
Wegen der Coronavirus-Pandemie findet in diesem Winter im Biathlon-Weltcup kein Rennen im bayrischen Ruhpolding statt. Foto: Matthias Balk

Oberhof/Ruhpolding (dpa) - Gleich zwölf Rennen in Oberhof, aber kein Biathlon-Weltcup in Ruhpolding: Wegen der Coronavirus-Pandemie werden die besten Skijäger der Welt in Deutschland im Januar nur im Thüringer Wald am Start sein.

«Das war keine einfache Entscheidung, da Oberhof und Ruhpolding beide langjährige und erfahrene Weltcup-Gastgeber sind», erklärte Franz Steinle, der Präsident des Deutschen Skiverbandes.

Derzeit wird geprüft, ob die sogenannte Biathlon-WTC, die seit 2002 auf Schalke stattfindet und in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie um ein Jahr verschoben werden musste, als Sonderveranstaltung Ende Dezember in der Ruhpoldinger Chiemgau Arena durchgeführt werden kann.

Zu Beginn des nächsten Jahres gehen die Biathleten dann gleich zwei Wochen lang in Oberhof, dem WM-Ort von 2023, an den Start. Vom 07. bis 10. Januar stehen zunächst die Entscheidungen in Sprint, der Verfolgung, der Mixed-Staffel und der Single-Mixed-Staffel auf dem Wettkampf-Programm. Vom 13. bis 17. Januar folgen dann die Sprint-, Staffel- und Massenstartrennen.

«Mit Oberhof haben wir einen Standort, der in zwei Jahren die Biathlon-Weltmeisterschaften ausrichten soll. Hierzu wurden in den vergangenen Monaten zahlreiche Investitionen getätigt und neue Infrastrukturen geschaffen, die wir mit Blick auf die WM dringend unter Weltcup-Bedingungen testen müssen», nannte Steinle den Hauptgrund für die Entscheidung.

«Wir freuen uns sehr über das Vertrauen und wollen ein überzeugendes Warm-up für die WM 2023 abliefern», sagte Peggy Greiser, die Landrätin des Landkreises Schmalkalden-Meiningen. «Wir haben als Veranstalter umfassende Konzepte für unterschiedliche Szenarien entwickelt, damit die Doppel-Veranstaltung mit einem Höchstmaß an Sicherheits- und Hygienestandards stattfinden kann», betonte sie.

Die Organisatoren planen mit eingeschränkter Zuschauerkapazität in der 26 000 Besucher fassenden Arena. «Alle wünschen sich natürlich einen Weltcup mit Zuschauern, aber eine Garantie dafür kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt niemand geben», hatte Organisationschef Silvio Eschrich zuletzt festgestellt. Mit 10 000 Zuschauern wird geplant. «Wir sind wegen dieser Problematik längst mit dem Gesundheits- und Landratsamt in Meiningen im Austausch und suchen nach guten Lösungen», hatte Eschrich dem «Freien Wort» vor einigen Tagen gesagt.

Nach Oberhof geht es für die Biathleten im italienischen Antholz weiter, ehe im Februar die Weltmeisterschaften im slowenischen Pokljuka stattfinden sollen. Schon vor Weihnachten werden die ersten 22 Weltcup-Rennen von Ende November an in Finnland und Österreich ausgetragen. Die Veranstaltungen in Östersund (Schweden) und Annecy-Le Grand Bornand (Frankreich) waren gestrichen worden, um die Reisetätigkeiten zu minimieren. «Die Anzahl der Reisen für alle Beteiligten zu minimieren bleibt, neben der Umsetzung der Hygienekonzepte und behördlichen Vorgaben vor Ort, die beste Garantie, um das Wohlergehen aller Beteiligten sicherzustellen», sagte IBU-Präsident Olle Dahlin.

© dpa-infocom, dpa:201005-99-835008/5

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