Fußball: Stadtmeisterschaft
Titelverteidiger: Der SC Preußen Münster macht das Dutzend voll

Münster -

Auf der Uhr waren es noch gut 30 Minuten bis Mitternacht – und plötzlich schlug es 12: Die zweite Mannschaft des SC Preußen Münster sicherte sich zum dritten Mal in Folge und zum zwölften Mal in der Vereinshistorie den begehrten Titel bei den Stadtis. 4:2 gegen Westfalia Kinderhaus hieß es nach einem langen Finalabend.

Montag, 30.12.2019, 23:30 Uhr aktualisiert: 30.12.2019, 23:46 Uhr
And the winner ist: Der SCP – schon wieder. Foto: Peter Leßmann
And the winner ist: Der SCP – schon wieder. Foto: Peter Leßmann Foto: Peter Leßmann

Kurz vor dem Jahreswechsel bebt es stets in Berg Fidel, aber auch in der verlässlichen Wiederholung richtet dies keinen Schaden an. Es handelt sich „nur“ um den stark frequentierten Finaltag der Stadtmeisterschaft von Münster, die zum 43. Mal ihre Ausnahmestellung in Sachen Hallenfußball dokumentierten. Und mit dem SC Preußen Münster II spät am Abend den nächsten Titelträger fanden. Der Favorit aus der Oberliga schlug Landesligist Westfalia Kinderhaus mit 4:2. Und kam mit herzlich wenigen Kaderspielern klar.

Die ominlöse Nummer 91

Turnierspiel Nummer 91 sah einen Dauerbrenner und einen erst zum zweiten Mal ins Endspiel gerückten Club im Duell. Die bisher elfmal siegreichen Preußen und die Westfalia, die es 1987 zum ersten und bisher letzten Mal in die Entscheidung geschafft hatte – und noch mit einem Christian Welling gegen Wacker Mecklenbeck 3:4 verloren.

Kaum war das jeden Aktiven und jeden Zusehenden aufputschende Einlaufen beendet, legten die Kicker im Fünf gegen Fünf los. Kinderhaus setzte direkt auf Finn Liebert als fliegenden Torwart. Bezwungen wurde aber ganz fix René Steinke, der echte Tormann, von Marius Lackmann, einem der wenigen Defensivspieler im reduzierten Preußen-Kader. Trainer Daniel Feldkamp musste zuvor Nils Burchardt (erkrankt) und Kürsat Özmen streichen. Sieben Feldspieler hielten durch.

Stadtis 2019 - der Finaltag

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  • 3617 Zuschauer waren zum Finaltag in die Halle Berg Fidel gekommen.

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  • Im Finale standen sich SC Preußen Münster 2 und Westfalia Kinderhaus gegenüber. Wie im Vorjahr sicherte sich die zweite Mannschaft des SC Preußen Münster den Titel.

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  • Mit 4:2 bezwangen die Adlerträger die Kinderhauser, die sich im Turnier gut präsentiert haben.

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  • Insgesamt verfolgten über 11.000 Fans die Spiele der Hallenfußball-Stadtmeisterschaften 2019.

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  • Der neue & alte Stadtmeister: SC Preußen Münster 2

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  • Auszeichnungen erhielten (v.l.): Fabian Kerellaj (SCP - bester Torschütze), Daniel Neuhaus (BSV Roxel - bester Torhüter) und Eike Thiemann (UFC Münster - bester Spieler).

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Wache Preußen

Lackmann hatte Lust bekommen und nahm zum 2:0 aus Entfernung Maß. Die kalten Duschen musste Kinderhaus verkraften. Janik Bohnen zeigte einen feinen Trick, dann foulten die Preußen und gerieten in Unterzahl. Lackmann bekam von Spielleiter Paul Dost die zwei Minuten, ausgerechnet. Auch SCP-Keeper Lukas Schell holte einen Gegner von den Beinen. Corvin Behrens und die Westfalia-Kollegen suchten in Überzahl die Lücken, fanden aber keine. Gut strukturiert hielten sich die Adler schadlos. Liebert feuerte mehrmals scharf, aber solche Aktionen mussten auch schon her, um diese disziplinierten Preußen ins Schwitzen zu bringen.

Die Zeit lief für die Oberliga-Mannen. Dann nahm sich Rui Petro Guimares ein Herz. Weitschusstreffer. Sein zehntes Turniertor sorgte für neue Spannung. Liebert visierte das Torgestänge an. Fabian Kerellaj traf traumhaft zum 3:1 mit Turniertreffer Nummer elf. Mike Liszka verkürzte, nur Sekunden waren noch zu spielen. Die Preußen hatten mit dem 4:2 von Kerellaj das letzte Wort. Der lange von Patellasehnenschmerzen gequälte Techniker wurde bester Toremacher. „Ich bin wieder fit und spiele eben für mein Leben gerne Fußball“, sagte er.

Beide Trainer zufrieden

Sein Coach Feldkamp, bereits im Vorjahr für den Triumph mitverantwortlich, lobte die Disziplin der Seinen. „Nach Ali Ibraims Verletzung mussten sechs Feldspieler durchhalten. Diese Jungs zu coachen, macht mir einfach nur Spaß!“ Den hatte Marcel Pielage, der Westfalia-Trainer auch. „Das war super für unsere junge Truppe. Das Finale zu erreichen, ist unser Erfolg.“

Kommentar

Packend und gutklassig

Was war das für eine Endrunde am Montagabend! Schon in den Gruppen stand es fast permanent Spitz auf Knopf. Dann dieses fesselnde Halbfinale, die dritte Wiederauferstehung von Westfalia Kinderhaus binnen gut 24 Stunden. Die wegen einer Schiedsrichterentscheidung „Skandal“ rufenden Gievenbecker, deren Frust jeder irgendwie verstehen konnte. Die kampfstarken Kinderhauser Glücksritter wurden erst im Finale gestoppt. Und das von der Mannschaft, die auch in knapper Besetzung den besten Fußball bot, neunmal ungeschlagen blieb und den Titel völlig verdient verteidigte: Glückwunsch an Preußen Münster und seine U 23.

Überraschungen blieben diesmal bis zum Endrundentag, an dem ja, wie oft zitiert, „eh alles möglich ist“, weitgehend aus. Wer beim Buchmacher auf genau diese acht Teams gesetzt hätte, wäre nicht reich geworden. Vor allem Lospech hatten Wacker Mecklenbeck und Borussia Münster, die ansonsten oft bis zum Schluss dabei sind. Von GW Gelmer hatten viele nach Platz drei im Vorjahr mehr erwartet. Frischen Wind brachten mit dem Überstehen der Vorrunde der ESV, Eintracht und der FC Münster 05. Weil am Ende die Favoriten unter sich waren, glich am Montag fast jede Partie einem potenziellen Endspiel. Das Knistern war noch etwas größer, die spielerische Qualität vielleicht auch.

Nicht neu ist die Erkenntnis, dass der Futsal-Ball das Turnier belebt, die Anzahl der Treffer erhöht (472! Erneuter Torrekord), den Abstand zwischen Groß und Klein aber auch wachsen lässt. Gefühlt ist die fußballerische Komponente noch mal gestiegen. Spätestens in der Zwischenrunde war das Niveau oft hoch. Einzig die zahlreichen Fahrkarten (auch die sind statistisch nicht belegt) allein vor dem leeren oder fast leeren Kasten ließen die Zuschauer oft staunend zurück. So zynisch es klingt, aber auch die vielen versiebten Hundertprozentigen machen dieses Turnier, das sich mehr denn je Evergreen oder Selbstläufer nennen darf, aus.

von Thomas Rellmann

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