Do., 06.11.2014

Volleyball: Bundesliga Sina Fuchs ist endlich raus aus dem Wartestand

Nach ihren Einsätzen in der Zweitliga-Mannschaft des USC kehrte Sina Fuchs endlich zurück in die Erste und feierte dort beim 3:1-Pokalerfolg in Suhl ein tolles Comeback als Joker.  Foto Jackson

Nach ihren Einsätzen in der Zweitliga-Mannschaft des USC kehrte Sina Fuchs endlich zurück in die Erste und feierte dort beim 3:1-Pokalerfolg in Suhl ein tolles Comeback als Joker. Foto: Jackson

Münster - Ihr Comeback in der ersten Mannschaft verlief für Sina Fuchs wie gemalt. Nach einer fast zwei Jahre währenden Leidenszeit kehrte die 22-Jährige beim 3:1-Erfolg des USC Münster im Pokal-Achtelfinale bei den VolleyStars Thüringen zurück auf das Feld und avancierte direkt zur wertvollsten Spielerin der Partie. Ein Grund durchzudrehen ist die gelungene Rückkehr für sie allerdings nicht.

Von Henner Henning

Ganz bescheiden und realistisch geht Fuchs mit ihrer Situation um, überstürzen will und wird die Angreiferin nichts. „Mich langsam heranzutasten ist eine gute Alternative“, sagt die Studentin, die nach ihren Kreuzbandrissen nie ganz außen vor war beim USC und ihre Teamkolleginnen neben dem Feld tatkräftig wie lautstark unterstützte. Aber aktiv mitmischen und sportlich helfen konnte sie lange nicht. „Wieviele Spiele ich von außen gesehen habe, weiß ich nicht. Aber es waren zu viele.“

Auf gutem Weg

Doch nun ist Fuchs endlich raus aus dem Wartestand. Ihr Coach Axel Büring beorderte sie bei den VolleyStars erstmals am Ende des zweiten Durchgangs auf das Feld, mit einer guten Aufschlagserie brachte die 1,80 Meter große Fuchs ihr Team mit sechs Angaben nochmal auf 20:22 heran an den Gastgeber. „Ich war nicht so nervös, wie ich gedacht habe“, schildert sie ihre Gefühlswelt im Augenblick der Rückkehr. „Es hat ja alles geklappt und hat Spaß gemacht. Es war schön, wieder bei der Mannschaft zu sein. Ich bin auf einem guten Weg“, erklärt Fuchs, die sogar den Schlusspunkt einleitete. Beim Matchball schickte sie Büring abermals an die Linie, ihr druckvoller Aufschlag bereitete den Suhlern so viele Probleme, dass die frühere Münsteranerin Anika Brinkmann den Fehler machte. „Das war keine Goodwill-Aktion, sondern eine Maßnahme, um das Spiel zu gewinnen“, sagt Büring.

Seit dem Sommer kann der 47-Jährige wieder mit Fuchs im Training arbeiten und will sie behutsam auf ihr altes Level führen. „Sina ist athletisch und spielerisch deutlich weiter, als wir zu hoffen gewagt haben. Aber wir wollen ihr keinen Druck auf den Kessel geben, sie soll der Mannschaft weiter als Joker helfen. Diese Rolle kann sie sicher wieder ablegen, aber wir bleiben vorsichtig“, meint Büring, der mit seinem Schützling in diesem Punkt auf einer Linie liegt. „Man merkt, dass sie persönlich gereift ist in dieser schweren Zeit und dass sie die Lage gut einschätzen kann.“

Emotionaler Höhepunkt

Schritt für Schritt soll es nach vorne gehen, nach den Einsätzen in der Zweitliga-Mannschaft des USC und dem Pokal-Erlebnis in der Wolfsgrube wartet auf sie am Sonntag ein weiterer, durchaus emotionaler Höhepunkt. Um kurz vor halb drei darf sie erstmals wieder vor dem eigenen Publikum einlaufen, darf endlich wieder den Applaus einsaugen. Ein spezieller Moment für die dienstälteste USC-Spielerin, die seit 2006 am Berg Fidel ist. Zumal der Deutsche Meister Dresdner SC gastiert. „Ich freue mich riesig auf das Heimspiel und die tolle Atmosphäre. Ich glaube, dass ich anders als im Pokal nervöser sein werde.“ Aber das ist nur ein schöner Nebeneffekt eines lang ersehnten Happyends.



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