Mi., 10.05.2017

Volleyball: 2. Damen-Bundesliga USC vertraut in der Frage nach der Spielklasse der Reserve einem Insider

Auszeit: Christian Wolf, Trainer am Bundesstützpunkt und verantwortlich für die zweite Mannschaft des USC, im Dialog mit seinen Spielerinnen. Das junge Team verpasste den Klassenerhalt, weil ihm zu spät erfahrene Kräfte zur Seite gestellt wurden.

Auszeit: Christian Wolf, Trainer am Bundesstützpunkt und verantwortlich für die zweite Mannschaft des USC, im Dialog mit seinen Spielerinnen. Das junge Team verpasste den Klassenerhalt, weil ihm zu spät erfahrene Kräfte zur Seite gestellt wurden.

Münster - 

2. Bundesliga? 3. Liga? Regionalliga? In welcher Klasse der USC Münster in der kommenden Saison mit seiner zweiten Mannschaft antritt, steht in den Sternen. Der Verein setzt auf einen Kniff und hofft auf ein positives Votum der VBL.

Von Wilfried Sprenger

Es ist genau zweieinhalb Wochen her, da musste das zweite Frauen-Team des USC Münster den Abstieg aus der 2. Bundesliga betrauern. Es blieb ein Funken Hoffnung, die Unabhängigen verwiesen auf ihren Status als Bundesstützpunkt in der Hoffnung, mit einem neuen „Konstrukt“ ein Sonderspielrecht im Unterhaus zu erwirken. Genau dafür war der VC Olympia Münster, wenn man so will ein neuer Verein im Verein, gegründet worden. Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) reichte das Anliegen zur Volleyball-Bundesliga (VBL) weiter, dort liegt es nun seit einiger Zeit zur Entscheidung.

Ein Ergebnis sei „in Kürze“ zu erwarten. Sagt Franziska Wagener von der VBL in Berlin. Immerhin hat schon der Arbeitskreis Bundesliga getagt. Mit dem Ergebnis, dass der USC-Antrag abgelehnt wurde. Wagener erklärt, dass dies „allerdings nur ein Meinungsvotum“ sei. „Die endgültige Entscheidung liegt beim Vorstand.“ Gleichwohl könnte der USC-Vorstoß ins Leere laufen. Am vergangenen Samstag sprach sich auch der Arbeitskreis 2. Bundesliga gegen eine Aufnahme des VCO Münster aus. Mit neun Gegenstimmen, Befürworter gab es keine. Eine krachende Niederlage. Münsters Geschäftsführer Mariano Pala nennt sie „niederschmetternd.“

Kein Zweitliga-Team mehr, dazu die akute Gefährdung des Bundesstützpunktes – die großen Talente werden dem USC in Zukunft womöglich nicht mehr zulaufen. Da steht die komplette Nachwuchsförderung auf der Kippe. Oder ist alles doch nur halb so schlimm? Pala bleibt jedenfalls zuversichtlich und glaubt nach wie vor, dass dem VC Olympia ein Platz in der 2. Liga zugesprochen wird, „Wir haben die Einschätzung eines Insiders. Demnach geht unser Antrag am Ende durch. Und darauf verlassen wir uns“, sagt er. Einen Namen nennt Pala nicht, aber die Quelle sei „seriös und gut“.

Für die Zweitvertretung hat der USC ein Spielrecht für die 3. Liga beantragt mit dem Hinweis, dass man eine Rückstufung in die Regionalliga wünsche, wenn mit Olympia in Berlin alles glatt gehen würde. Pala: „Dann hätten wir die neue Stützpunktmannschaft in der zweiten und den USC II in der vierten Liga. Das könnten wir vom Potenzial stemmen.“ Ein VCO-Team im Unterhaus, dazu die „Zweite“ in der 3. Liga sei dagegen personell nicht zu schaffen.

Vieles ist offen und somit noch vieles möglich. Und was passiert eigentlich, wenn der VC Olympia vor den Augen des VBL-Vorstandes nicht besteht? „Dann wollen wir mit der zweiten Mannschaft natürlich in die 3. Liga“, sagt Geschäftsführer Pala. Weil der USC die Rückstufung in die Regionalliga beantragt hat und zurzeit für ihn auch kein Drittliga-Platz frei ist, stünden die Unabhängigen schon wieder vor einem Problem. Im Verein sehen sie diesen Fall gelassen. Schließlich falle die 3. Liga ins Hoheitsgebiet des DVV. Und der sei wie der WVV sehr stark daran interessiert, die Stützpunktspielerinnen mindestens auf diesem Niveau zu sehen. Tatsächlich aber beschäftigt sich der USC mit diesem Fall nicht wirklich. Pala erklärt: „Wir gehen fest davon aus, dass wir mit unserem Stützpunktteam Zweitliga-Volleyball spielen.“

Kommentar: Leichtfertig

Dieser Winkelzug hat etwas: Um in der 2. Bundesliga zu verbleiben, gründete der USC Münster vor Wochen flugs einmal einen neuen Club. Damit könnte er Erfolg haben. Die Satzung sieht ausdrücklich Plätze für Stützpunktmannschaften in den Bundesligen vor. Der Haken: Es ist ein Gummi-Paragraf. Die VBL kann Olympia Münster aufnehmen, sie muss es aber nicht. Dass sich die Angelegenheit hinzieht, ist in der Regel nicht das beste Zeichen. Beim USC sind sie ein bisschen genervt, aber keineswegs besorgt. Sie haben da ja Insider-Infos, wird schon schiefgehen! Das ist alles ein bisschen leichtfertig und passt zum Bild, das der USC in der Behandlung seiner zweiten Mannschaft vor der gerade beendeten Abstiegssaison abgab. Diese Spielzeit war ganz schlecht vorbereitet, da wurden der Trainer und viele Talente von der sportlichen Leitung allein und somit ziemlich im Stich gelassen. Erst, als das Kind im Brunnen lag, kam die notwendige Unterstützung in Person erfahrener Spielerinnen. Zu spät, um den Abstieg zu verhindern. Mit ein wenig mehr Fürsorge hätte sich der USC viel Ärger und Aufwand ersparen können. Wilfried Sprenger



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