Do., 11.05.2017

Volleyball: 2. Damen-Bundesliga VBL schlägt Tür für USC und Stützpunkt zu

Zweitliga-Volleyball wird es in Münster vorerst nicht mehr geben. Chiara Hoenhorst aus der USC-Reserve rückt in die Bundesliga hoch. Wo Lina Alsmeier (l.) dann spielt? Offen.

Zweitliga-Volleyball wird es in Münster vorerst nicht mehr geben. Chiara Hoenhorst aus der USC-Reserve rückt in die Bundesliga hoch. Wo Lina Alsmeier (l.) dann spielt? Offen. Foto: Leßmann

Münster - 

Der befürchtete Fall ist schneller eingetreten als gedacht. Der USC Münster wird in der neuen Saison mit seiner zweiten Mannschaft definitiv nicht in der 2. Bundesliga spielen – auch nicht als VC Olympia. Selbst ein Zuschlag für die Drittklassigkeit ist derzeit unwahrscheinlich.

Von Henner Henning

Es ist eine schnöde, recht kurze Mitteilung der Volleyball-Bundesliga (VBL), die für den Standort Münster gravierende Flogen hat. „Der VCO Münster erhält kein Sonderspielrecht in der 2. Bundesliga Nord Frauen. Der Vorstand der Volleyball-Bundesliga hat einen entsprechenden Antrag des Deutschen Volleyball-Verbandes abgelehnt. Zuvor hatte sich bereits der Arbeitskreis der 2. Bundesliga Nord Frauen, in dem alle Zweitligavereine vertreten sind, einstimmig gegen dieses Ansinnen positioniert. Für die Vertreter der Bundesliga waren sportpolitische, strukturelle und sportfachliche Gründe ausschlaggebend für die Entscheidung“, heißt es in der Mitteilung. Übersetzt heißt dies nichts anderes, als dass es in der kommenden Spielzeit in Münster nach dem Abstieg des USC II als Bundesstützpunkt-Mannschaft keinen Zweitliga-Volleyball mehr geben wird. Punkt. Aus.

„Ich habe es mit einem Schlucken und mit einem erhöhten Herzschlag aufgenommen“, sagt Wolfgang Schütz, Leiter des Bundesstützpunkts Münster. „Ich hatte natürlich bis zuletzt Hoffnung, habe diese Entscheidung aber erwartet. Da konnte nichts anderes mehr kommen.“ Damit aber nicht genug. Auch die Zugehörigkeit zur 3. Liga steht für den VC Olympia noch auf wackligen Füßen, da für diese Spielklasse bereits alle Startplätze vergeben sind. Zwar kann der Vorstand des DVV nach den Statuten eine VCO-Projektmannschaft zusätzlich in der 3. Liga platzieren, diese Möglichkeiten aber sind an Termine und Fristen gekoppelt. „Und die sind vorbei. Daher bin ich nicht unbedingt positiv gestimmt, dass es klappt“, sagt Schütz, der auf eine Sonderregelung in der Sonderregelung hofft. Denn eines ist auch klar: Der nationale Verband hat sicherlich Interesse, dass sein Stützpunktteam mit Blick auf die Förderung der Talente und deren Heranführung an den Spitzensport auf einem sinnvollen Niveau spielt. Und das ist in der Regionalliga oder darunter nicht gegeben. „Darüber brauchen wir nicht zu reden“, sagt Schütz und fügt hinzu: „Wir stehen vor einer Zäsur, klipp und klar. Wenn es aber weitergeht, dann muss der große Wurf kommen, dann muss sich einiges grundlegend ändern.“

Zuvor braucht es aber grünes Licht vom DVV, Schütz setzt auf eine zügige Entscheidung. Schließlich wollen die Spielerinnen und ihre Eltern wissen, wie und ob es in Münster weitergeht. So soll es beim Länderspiel am Berg Fidel in einer Woche (19. Mai) gegen Ungarn eine Zusammenkunft geben. „Spätestens dann müssen wir eine Aussage treffen. Wir sind eh schon spät dran“, sagt Schütz.

Zuvor aber heißt es hoffen und bangen. Eine Option ist mit der Zweitliga-Absage der VBL schon verstrichen, eine letzte vage bleibt. Und davon hängt auch die Zukunft eines Stützpunktes in Münster ab.



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