Volleyball: Damen-Bundesliga
Thomsen kehrt zurück zum USC und unterschreibt bis 2019

Münster -

Das Gesamtpaket passt für beide Seiten optimal. Der USC Münster suchte eine neue Anführerin mit viel Qualität auf der Libera-Position. Lisa Thomsen hielt Ausschau nach einem Erstliga-Club in Deutschland. Für zwei Jahre haben sich beide Seiten aneinander gebunden.

Dienstag, 16.05.2017, 17:31 Uhr aktualisiert: 16.05.2017, 18:23 Uhr
Emotionale Volleyballerin: Lisa Thomsen absolvierte 112 Einsätze im Nationalmannschaftstrikot.
Emotionale Volleyballerin: Lisa Thomsen absolvierte 112 Einsätze im Nationalmannschaftstrikot. Foto: dpa

Erfahrung kann nicht schaden. Dies weiß auch der USC Münster. Der Volleyball-Bundesligist steht gerade vor einer Zäsur. Das war häufig so zuletzt. Weil die Bilanzen noch rot gefärbt sind, muss der Club sparen. Vermutlich mit einer sehr jungen Mannschaft wird er deshalb in die Saison 2017/18 starten. Ein paar Stützen braucht es aber schon. Am Dienstag gab der Verein die Verpflichtung von Lisa Thomsen bekannt. Die Libera ist 31 Jahre alt, war schon Deutsche Meisterin und Pokalsiegerin und hat 112 Mal für Deutschland gespielt. Kurzum: Thomsen weiß, wie Volleyball geht. An ihr können sich Talente demnächst anlehnen.

Thomsen wohnt in Marl. Sie kennt den Weg nach Münster. Schon von 2006 bis 2009 spielte sie für den USC. „Es war eine gute Zeit. Ich war sehr jung und musste mich noch charakterlich entwickeln“, sagt sie heute. Nach Münster kam Schwerin, ein überaus erfolgreicher Abschnitt mit drei Meisterschaften und zwei Pokaltriumphen. 2012 und 2013 gewann der SSC jeweils das Double, Trainer war Teun Buijs, in Münster kommen Libera und Coach jetzt wieder zusammen. Zum dritten Mal: Auch bei Lokomotiv Baku in Aserbaidschan machten sie 2014/15 gemeinsame Sache. Danach wechselte Thomsen in die Bundesliga zurück: Mit dem MTV Stuttgart wurde sie Vizemeister und Vizepokalsieger, zuletzt engagierte sie sich die angehende Gesundheitsökonomin beim TV Gladbeck. „Ich brauchte Zeit für das Studium, außerdem gab es kein reizvolles Angebot aus der Bundesliga“, erklärt die Spielerin.

Nun wieder Münster, nun wieder Berg Fidel. Thomsen hat sich für zwei Jahre gebunden. „Das Gesamtpaket ist überragend“, sagt die Abwehrspezialistin. „Ich habe Nähe zu meiner Familie, kann in Apeldoorn meinen Master-Abschluss machen und arbeite mit einem Trainer, den ich gut kenne und sehr schätze. Teun ist ruhig, sehr erfahren und überaus akribisch. Ich freue mich sehr und sehe die Dinge positiv. Wir werden das Optimale herausholen.“

Was optimal ist, wird wohl erst dann zu bewerten sein, wenn der Kader der Unabhängigen komplett ist. Aktuell ist die Decke noch sehr dünn, mit viel Eifer arbeiten Buijs und Ex-Cheftrainer Axel Büring, der jüngst als sportlicher Berater wieder ins Boot geholt wurde, an der Zusammenstellung der neuen Mannschaft. „Wir diskutieren jede Personalie, das letzte Wort hat Teun. Dann kommt nur noch der Schatzmeister“, stellt Büring fest. Der 49-Jährige arbeitet ehrenamtlich für den USC. Geplant ist aber, dass Büring auf der nächsten Mitgliederversammlung in das Amt des Sportlichen Leiters gehoben wird.

Buijs und Thomsen, die beiden Neuen, werden in Münster viel Last und Verantwortung tragen müssen. „Kein Problem“, sagt die Libera, „ich bin ein emotionaler Typ und gehe gern voran.“ Schon jetzt trainiert Thomsen einmal in der Woche in Münster.

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