Beachvolleyball
Kim Behrens ist erfolgreich wie nie zuvor und sorgt sich dennoch um die Zukunft

Münster -

Im Hauptberuf ist Kim Behrens vom USC Münster Kommissarin bei der Polizei. Aktuell liegt der Fokus der 24-Jährigen jedoch auf der Beachvolleyball-Karriere. Es läuft wie geschmiert im Sand – doch wie lange noch?

Dienstag, 27.06.2017, 15:36 Uhr aktualisiert: 27.06.2017, 16:23 Uhr
Erst Turniersieger in Nürnberg und nun auch in Kühlungsborn: Kim Behrens (r.) und Anni Schumacher. Am Wochenende plant das Team beim Smart-Beach-Cup in Duisburg den nächsten Coup.
Erst Turniersieger innen in Nürnberg und nun auch in Kühlungsborn: Kim Behrens (r.) und Anni Schumacher. Am Wochenende plant das Team beim Smart-Beach-Cup in Duisburg den nächsten Coup. Foto: Malte Christians/Hoch Zwei

Die Beachvolleyballerin Kim Behrens, die in Stuttgart wohnt, aber noch immer für den USC Münster spielt, hat gerade eine richtig gute Zeit. Die aktuelle Saison könnte sogar die beste ihrer Karriere im Sand werden. Mit Anni Schumacher gewann sie am Sonntag den Smart-Beach-Cup in Kühlungsborn. Gemeinsam hatten sie auf der attraktiven nationalen Serie zuvor schon in Nürnberg triumphiert. Ja, Behrens/Schumacher sind nahe dran an der deutschen Spitze. In Kühlungsborn setzten sie sich gegen Karla Borger/Margareta Kozuch (Haltern) durch. In Nürnberg bezwangen sie Nadja Glenzke und Julia Großner (Berlin). Jeweils Konkurrenten, die im Sommer an der Weltmeisterschaft in Wien teilnehmen.

Behrens/Schumacher haben während der WM andere Pläne. Sie werden zu dieser Zeit den Smart-Beach-Cup in St. Peter-Ording spielen und vielleicht noch ein kleineres internationales Turnier. Behrens sagt: „Wir haben alle Freiheiten und genießen das auch.“

Die Kernfrage aber lautet: Wie lange noch? Auf einen Platz am neuen Bundesstützpunkt in Hamburg dürfen Behrens/Schumacher aktuell nicht hoffen. Ein Perspektiv-Team sind sie mit 24 bzw. 29 Jahren auch nicht. Und im Zuge der Spitzensportreform könnte das Duo auch den B-Kader-Status verlieren. „Dann wäre meine Beachvolleyball-Karriere wohl jäh beendet“, sagt Behrens. Der Kaderplatz sichert der Polizei-Kommissarin viele Freiräume im Beruf. „Ohne ihn müsste ich Vollzeit arbeiten oder kündigen. Letzteres werde ich ganz sicher nicht machen“, erklärt die Sportlerin.

Seit einiger Zeit hat Kim Behrens ihren Lebensmittelpunkt in Stuttgart, im Polizeipräsidium zählt sie zur Führungsgruppe einer Einsatzhundertschaft, die ausrückt bei Großdemon­strationen oder zu Spielen in der Fußball-Bundesliga. Behrens ist eher selten dabei, die Spitzensportförderung in Baden-Württemberg ist komplett auf ihre sportlichen Ambitionen zugeschnitten. Heißt: Wann immer die Spielerin Zeit für den Leistungssport benötigt, bekommt sie die auch – bei vollen Bezügen. Dieses Privileg genießt Behrens aber nur solange sie einem anerkannten und geförderten A- oder B-Bundeskader angehört.

Behrens wechselte als 15-Jährige von Bremen ins münsterische Sportinternat, sie wurde zunächst in der Halle geschult, 2010 ging sie auch in den Sand. Bis zur Saison 2015/16 spielte sie im Zweitliga-Team des USC Münster, emotionale Bindungen hat sie sich bewahrt. Besonders aufmerksam hat Behrens die Entwicklung von Sina Fuchs, die in der nächsten Saison für den VC Wiesbaden spielt, verfolgt: „Meine beste Freundin.“

Anni Schumacher ist schon Behrens’ neunte Partnerin im Sand. „Ich weiß, dass dies auffällig ist, aber ich kann wenig dazu: Mehrfach sind mir die Mitspielerinnen regelrecht ausgespannt worden“, sagt sie. Jetzt könnte es endlich passen. „Anni und ich ergänzen uns wirklich gut. Das ist alles sehr vertrauensvoll und sehr harmonisch.“

Und sehr erfolgreich. Die Siege in Nürnberg und Kühlungsborn waren die ersten von Kim Behrens auf der Smart-Beach-Tour. Weitere sind erwünscht.

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