Volleyball: Damen-Bundesliga
Serbin Bulajic letzter USC-Zugang – Büring optimistisch

Münster -

Mit Ivana Bulajic ist der USC-Kader für die neue Saison komplett und umfasst 13 Spielerinnen. Der Sportliche Leiter Axel Büring hofft, dass sich das völlig umgekrempelte Team hinter dem Spitzentrio der Bundesliga einordnen kann.

Freitag, 07.07.2017, 14:42 Uhr aktualisiert: 07.07.2017, 16:10 Uhr
Ivana Bulajic. 
Ivana Bulajic.  Foto: USC Münster

Am Freitag hat der USC Münster den Deckel draufgemacht. Nach der Verpflichtung der Serbin Ivana Bulajić ist der Kader des Volleyball-Bundesligisten komplett. Die 25-Jährige ist eine ausgebildete Mittelblockerin und spielte zuletzt für den italienischen Zweitligisten Omia Cisterna. Sie erhält nun bei den Unabhängigen einen Einjahresvertrag.

Von jetzt 13 Spielerinnen sind zehn neu im Aufgebot. Das ist eine Wundertüte, auf den neuen Trainer Teun ­Buijs, der in Münster die Nachfolge von Andreas Vollmer antritt, wartet viel Arbeit. Aktuell bezieht der Niederländer gerade sein Quartier in der Domstadt, am 1. August erwartet Buijs seine Schützlinge zur ersten Trainingseinheit.

Es ist etwas mehr als zwei Jahre her, da lehnte sich USC-Präsident Jörg Adler sehr weit aus dem Fenster. Im Zuge der Verpflichtung von Vollmer blies er verbal zum Angriff auf die nationale Spitze. Tatsächlich gewann die Mannschaft in der folgenden Saison die Bronzemedaille, gravierende wirtschaftliche Probleme zwangen den Ex-Meister dann in die Sparfalle. Die letzte Serie schloss Münster nach der Normalrunde auf Rang sieben ab, Sturm und Drang waren da längst verpufft, vieles plätscherte irgendwie vor sich hin.

Nun die abermalige Zäsur: Zehn Zugänge, dazu ein neuer Coach und ein „alter“ als Sportlicher Leiter – gemeinsam mit Buijs soll Axel Büring den Motor wieder anwerfen. Es ist eine schwierige Aufgabe: Die, die im Sommer gingen, sind namhafter als die, die in der Gegenrichtung kamen. Der USC muss sich strecken. Büring sieht die Dinge dennoch optimistisch. „An die ersten drei werden wir nicht herankommen, aber dahinter, auf Platz vier oder fünf, würden wir uns schon gern einreihen“, sagt der 50-Jährige. Dies sei aber auch abhängig von den weiteren Transfer-Aktivitäten der Mitbewerber. „Wir wissen ja nicht, was die noch machen.“

Kommen und Gehen

Zugänge: Mareike Hindriksen (VK Prostejov/CZE, 29 Jahre), Lisa Thomsen (TV Gladbeck/31), Ivana Bulajic (Omia Cisterna/ITA/25), Roosa Laakonen (LP Kangasala/FIN/23), Katja Kylmäaho (HPK Naiset/FIN/23), Juliet Lohuis (Coolen Alterno/NED/20), Lena Vedder (RC Sorpesee/21), Chiara Hoenhorst (USC II/20), Lisa Alsmeier (USC II/17), Luisa Keller (USC II/15).

Abgänge: Leonie Schwertmann (RR Vilsbiburg), Sina Fuchs (VC Wiesbaden), Jennifer Keddy (VC Wiesbaden), Kaisa Alanko (Schweiner SC), Brit Bongaerts (Lib Aachen), Linda Dörendahl (Karriere beendet), Erica Wilson (Ziel unbekannt), Bogdana Anisova (Ziel unbekannt).

...

Nun, Münster ist fertig. So früh wie sehr lange nicht mehr. Der Etat ließ keine großen Sprünge zu. Büring mag nicht über Geld reden und „will auch nicht jammern. Es ist, wie es ist. Und manchmal braucht es ja auch nicht große Namen, um voranzukommen.“

In Chiara Hoenhorst (20), Lina Alsmeier (17) und Luisa Keller (15) hat der USC drei Talente aus dem eigenen Schuppen sowie Lena Vedder (21) vom Zweitliga-Absteiger RC Sorpesee ins Boot geholt. „Wir wollen sie besser machen, sie werden Spielanteile erhalten“, erklärt Büring. Korsettstangen im neuen Team werden aber andere sein. Gewiss die erfahrene Libera Lisa Thomsen, die mitunter mitreißende Zuspielerin Mareike Hindriksen und Ines Bathen, das Gesicht der Mannschaft. Diesem Trio kommt wohl besondere Verantwortung zu. Es muss das Team führen und soll es in der Balance halten, wenn es gerade einmal brennt.

Büring versichert, dass der USC eine Mannschaft hat, „die mit viel Freude und Einsatz spielen wird. Wir möchten jene, die zuletzt nicht mehr regelmäßig kamen zurück- und neue hinzugewinnen.“

Kommentar: Kernige Ansage

Fünfter, vielleicht sogar Vierter – das ist einmal eine Ansage. Man kann wirklich nicht behaupten, dass sich der USC da gerade klein redet. Tatsächlich liegt die Latte in schwindeliger Höhe. Aber Sportler wachsen ja an ihren Zielen ...

Ein bisschen Skepsis sei erlaubt. Münster hat in Schwertmann und Fuchs zwei verlässliche und integrative Kräfte verloren, dazu seine wertvollste Angreiferin (Wilson) und die langjährige Libera (Dörendahl). Zugänge mit überwiegend kaum nennenswerter Reputation und ein ganzer Haufen sehr junger Spielerinnen müssen jetzt sehr rasch wachsen und mitunter auch einmal einen Stern vom Himmel pritschen. Ansonsten wird der USC am Ende doch wieder mehr Teams vor als hinter sich haben.     

 Wilfried Sprenger

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