Mi., 15.11.2017

Volleyball: Damen-Bundesliga Nadja Schaus und ihre USC-Rückkehr nach einer Stippvisite

USC, die Zweite: Bereits in der Saison 2013/14 spielte Nadja Schaus für die Unabhängigen. Nun kehrt die Angreiferin zurück an den Berg Fidel und soll nach den Ausfällen von Ivana Bulajic und Luisa Keller die personellen Möglichkeiten erweitern.

USC, die Zweite: Bereits in der Saison 2013/14 spielte Nadja Schaus für die Unabhängigen. Nun kehrt die Angreiferin zurück an den Berg Fidel, sie soll nach den Ausfällen von Ivana Bulajic und Luisa Keller die personellen Möglichkeiten erweitern. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Eine etwas verrückte Geschichte ist das ja schon. Nadja Schaus wollte eigentlich nur einen Kaffee mit einem alten Wegbegleiter trinken. Doch daraus wurde mehr. Nun setzt die 54-Nationalspielerin ihre Karriere doch noch fort. Beim USC Münster.

Von Henner Henning

Die Rückkehr von Nadja Schaus an den Berg Fidel ist einer fixen Idee zu verdanken. Nach einem Besuch bei Freunden in den Niederlanden nutzte die seit einer Woche 33-Jährige auf der Heimfahrt nach Worms die Möglichkeit, ihren früheren Trainer und heutigen Vizepräsidenten Sport Axel Büring einmal wiederzutreffen. Ganz ohne Hintergedanken, sich beim USC Münster womöglich ins Gespräch zu bringen. Doch aus dem gemeinsamen Kaffee wurde letztlich ein Vertrag, Schaus ist nach der Saison 2013/14 nun wieder Teil des Volleyball-Bundesligisten.

Bis zum Sommer hatte die 54-fache Nationalspielerin in der Schweiz bei Volley Köniz in Bern gespielt. Es war ihre dritte Station nach dem Weggang aus Münster, zwischendrin lagen Gastspiele beim Köpenicker SC und beim SC Potsdam. Eine weitere Erfahrung in ihrer langen Karriere, war das Könizer Team doch „ein eher zusammengewürfeltes“ mit vielen jungen Spielerinnen. „Der Club hatte einige Pro­bleme, es war eine eher improvisierte Saison. Aber es hat mir viel Spaß gemacht dort. Gerade die Arbeit mit den Jungschen“, sagt Schaus.

Als im Frühsommer der Vertrag in Bern ausgelaufen war, stellte sich die Diagonalangreiferin die Zukunftsfrage. Angebote blieben aus, auch das Karriereende zog die Masterstudentin der Psychologie in Betracht. „In der Zeit bin ich ein wenig geschwommen und wusste nicht, ob ich weiterspielen soll“, erklärt Schaus, die sich in ihrer Heimat beim Hallen- und Beachvolleyball fit gehalten hat.

In weiser Voraussicht, denn so war die 1,88 Meter große Rechtshänderin in der Lage, bei Coach Teun Buijs vorzuspielen – unwissentlich. „Axel hat mich gefragt, ob ich Sportsachen dabei habe. Ich dachte, ich soll im Training aushelfen, wusste ja nichts von dem personellen Pech des USC“, so Schaus. Ihre Sache aber machte die routinierte Angreiferin aber offensichtlich so gut, dass Buijs sie gleich zu einer weiteren Trainingswoche einlud. „Ich war Feuer und Flamme, wollte mich unbedingt empfehlen. Denn mit dieser Mannschaft hat es auf Anhieb viel Spaß gemacht, die Stimmung und der Zusammenhalt sind super.“

Nun ist sie Teil dieses verschworenen Haufens, in den sie direkt integriert wurde, obwohl sie sportlich noch Nachholbedarf hat. „Es wäre vermessen zu sagen und zu denken, dass ich schon jetzt bei 100 Prozent bin. Körperlich fehlt mir noch etwas, das System gerade in der Abwehr und die Abstimmung sind mir noch etwas fremd und noch nicht automatisiert. Aber Teun weiß das und gibt mir Zeit. Das gibt mir wiederum Sicherheit und Ruhe“, meint Schaus, die sich derzeit als „partielle Hilfe“ sieht. „Aber das soll sich schnell ändern, ich bin ungeduldig und will schnellstmöglich auf mein altes Level kommen.“

Da hilft es ihr, dass sie das Umfeld des Vereins und die Stadt bereits kennt – auch wenn mit Ines Bathen nur noch eine Mitspielerin von damals im Team ist. In diesen Tagen könnte ihr Umzug in die eigenen vier Wände anstehen. So langsam fügt sich alles zusammen. Schaus: „Es passt hier alles, ich bin heiß auf die Aufgabe.“ Eins ist sicher: Schaus tut alles, damit aus dem Zufall ein Glücksfall wird.



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