So., 19.11.2017

Volleyball: Frauen-Bundesliga USC zeigt in Stuttgart nach Desasterstart eine Reaktion

Lange gab es für Lena Vedder kein Durchkommen, zu dominant waren Michaela Mlejnkova (l.) und Molly McCage. Doch nach dem desaströsen Startsatz steigerte sich der USC, verließ aber dennoch das Feld mit einer 0.3-Niederlage.

Lange gab es für Lena Vedder kein Durchkommen, zu dominant waren Michaela Mlejnkova (l.) und Molly McCage. Doch nach dem desaströsen Startsatz steigerte sich der USC, verließ aber dennoch das Feld mit einer 0.3-Niederlage. Foto: Tom Bloch

Münster - 

Der erste Satz war ein Fiasko, der zweite und der dritte dafür durchaus gelungen – so lässt sich das Gastspiel des USC Münster beim Allianz MTV Stuttgart zusammenfassen. Die Gefühlslage beim Gast war nach dem 0:3 also sehr gemischt.

Von Henner Henning

Um 14.45 Uhr am Sonntagmittag musste es den Anhängern des USC Münster angst und bange werden. Ganze 15 Minuten hatte der erste Abschnitt gedauert, nur fünf Punkte (!) gestattete der Allianz MTV Stuttgart den Unabhängigen. Es waren bittere Momente für die Gäste, die sich aber schüttelten und in der Folge die zu erwartende Gegenwehr leisteten. Zu einem Zähler reichte es für den Tabellenzweiten zwar nicht mehr, dennoch verkaufte sich der USC beim 0:3 (5:25, 25:27, 22:25) teuer – wenn auch mit gehöriger Verspätung. „Wir haben nach dem schlimmen Start gezeigt, dass wir mithalten können. Aber am Anfang tat es ganz schön weh“, sagte Münsters Trainer Teun Buijs.

Es tat weh und sah auch nicht gut aus, was der USC da vor 1920 Zuschauern in der Scharrena anbot. Was war da bitte im ersten Satz los? Nichts, aber auch wirklich gar nichts klappte bei den Grün-Weißen. Beim Stand von 2:1 ging Deborah van Daelen an die Aufschlaglinie und verließ diese erst beim 18:1 für den MTV, der 17 Zähler in Serie machte. Münster war nicht existent, ein Angriffsspiel durch die eklatanten Annahmeprobleme nicht möglich. Frühe Auszeiten (1:6, 1:11) und schnelle Wechsel (Lina Alsmeier für Ivana Vanjak und Juliane Langgemach für Roosa Laakkonen) brachten keine Wirkung. Das USC-System erlebte einen Komplettabsturz, wenn es eine Steigerung für rabenschwarz geben würde, hätte sie zum ersten Abschnitt Münsters gepasst. Die Punkte der Westfalen konnte man locker an einer Hand abzählen, so etwas hatte es in der Bundesliga-Geschichte des USC wohl noch nie gegeben. „Und ich als Trainer habe so etwas auch noch nicht erlebt. Wir sind schlampig gestartet, haben nur 60 Prozent gezeigt. Stuttgart hat uns überrannt“, erklärte Buijs.

Doch die Unabhängigen fanden in die Spur, bewiesen eine intakte Moral und boten dem Vizemeister des Vorjahres nun die erhoffte wie erwartete Gegenwehr. „In den zweiten Satz sind wir so gestartet, wie wir es von Anfang an wollten. Da waren wir endlich im Match“, meinte der niederländische Coach. Nach neun Ballwechseln hatte Münster bereits so viele Punkte beisammen wie im gesamten ersten Durchgang, das 5:4 von Alsmeier bedeutete zudem die erste Führung der Westfalen. Nun biss und kratzte der USC endlich, Stuttgart geriet in Bedrängnis. Beim 24:22 hatten die Gäste zwei Satzbälle, doch Mallory McCage und Renata Sandor wehrten diese ab. Dazu verfehlte Lena Vedders Aufschlag beim 25:24 das Stuttgarter Feld. Chance vertan, drei Ballwechsel später hatte der MTV den Durchgang zwei in der Tasche. „Das war schade, da waren wir dran“, so Buijs.

Im dritten Abschnitt lief Münster schnell einem Rückstand hinterher (4:9), an Aufgabe aber dachten die Buijs-Schützlinge, bei denen Neuzugang Nadja Schaus für zwei Ballwechsel ihr Comeback feierte, nicht. Beim 20:20 war der USC wieder auf Augenhöhe, doch Top-Scorerin Mallory McCage (18 Punkte) und Sandor beendeten die Partie gnadenlos. „Wir haben eine Reaktion gezeigt, das war wichtig“, sagte Buijs auch mit Blick auf das Wiedersehen am kommenden Sonntag. Dann hat der USC Heimrecht – im Pokal-Viertelfinale.



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