Fr., 24.11.2017

Volleyball: DVV-Pokal Neuer Wettbewerb, neues Glück – der USC trifft auf Titelverteidiger Stuttgart

Duell am Netz: Münsters Juliane Langgemach (r.) und Renata Sandor treffen am Sonntag wieder aufeinander. Im Pokal-Viertelfinale fordert der USC um Zuspielerin Mareike Hindriksen (kl. Foto M.) den Titelverteidiger Stuttgart heraus.

Duell am Netz: Münsters Juliane Langgemach (r.) und Renata Sandor treffen am Sonntag wieder aufeinander. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Das jüngste 0:3 in der Bundesliga: abgehakt. Die Pokal-Bilanz gegen Allianz MTV Stuttgart: verdrängt. Wenn der USC Münster am Sonntag im Viertelfinale auf den Titelverteidiger aus dem Schwabenland trifft, beginnt alles wieder bei Null.

Von Henner Henning

Nach Stuttgart ist vor Stuttgart. Unter diesem Motto stand die Woche des USC Münster, der exakt sieben Tage Zeit hatte, die 0:3-Niederlage im Schwabenland zu verarbeiten und sich auf das abermalige Duell mit Allianz MTV am Sonntag (18 Uhr) im Pokal-Viertelfinale vorzubereiten.

72 Minuten dauerte das erste Treffen der Saison mit Stuttgart am vergangenen Sonntag, der für den USC desaströs begann. Mit 5:25 gaben die Unabhängigen den ersten Satz ab, bekamen zu keiner Sekunde den Fuß auf den Boden. Haltlos und ohne taktische Orientierung taumelte Münster durch die Scharrena und verkaufte sich weit unter seinen Möglichkeiten. „Wir waren nicht aggressiv genug, haben uns beeindrucken lassen und haben zu viele Fehler gemacht. Auch ich als Trainer“, sagt Coach Teun Buijs.

Doch nicht erst nach einer ausführlichen Video-Analyse streicht der Niederländer die positiven Aspekte heraus. Als Teil des Lernprozess stufte er Durchgang eins ein und merkte nicht zu Unrecht an, dass sich seine Mannschaft in der Folge steigerte – und zwar derart, dass Stuttgart massiv in Bedrängnis kam. „Eigentlich hätten wir ausgleichen können, als bei unserem Satzball eine Stuttgarterin einen technischen Fehler gemacht hat“, erklärt Buijs. „Aber wir haben auch so gezeigt, dass wir nach einem schlechten Start zurückkommen und guten Volleyball spielen können.“

„Ein Do-or-die-Spiel“

Genau dies will der USC am Sonntag von Anfang an tun und aus seiner Außenseiterrolle den amtierenden Pokalsieger um Femke Stoltenborg, Deborah van Daelen oder Molly McCage ärgern. Oder gar mehr? Neuer Wettbewerb, neues Glück. „Stuttgart ist eine erfahrene Mannschaft, die zu den Top drei der Bundesliga gehört. Aber wir wollen die Dinge, die am vergangenen Sonntag gut waren, verbessern und unsere Schwächen abstellen“, sagt Buijs, der auf den Pokalcharakter der Partie baut. „Es ist ein Do-or-die-Spiel, da ist vieles möglich. Wir werden aggressiver spielen und kämpfen bis zum letzten Ball“, sagt Buijs.

Taktische Änderungen sind wahrscheinlich nötig, personell dagegen bleibt der USC-Kader – die langfristig erkrankte Ivana Bulajic und Luisa Keller fehlen weiter – gleich. Und in dem entwickelt sich Lina Alsmeier weiter zu einer schlagkräftigen Alternative, wie die erst 17-Jährige bei ihrer Einwechslung in Stuttgart zeigte. Beim Stand von 1:15 im Eröffnungsabschnitt kam der Teenager für Ivana Vanjak in die Partie und blieb bis zum 4:8 auf dem Feld. „Es war nicht einfach für Lina, aber sie hat einen guten Job gemacht und hat Ivana Zeit gegeben. Lina ist eine talentierte Spielerin, die jedoch noch an den Aufgaben wachsen muss“, erklärt der 57-jährige Niederländer.

Wunderdinge erwartet er von Alsmeier nicht – und auch nicht von Nadja Schaus. Die Rückkehrerin kam in Stuttgart für einen Ballwechsel in die Partie und hatte keine Chance, einen Akzent zu setzen. „Nadja ist physisch und auch in Bezug auf unser System noch etwas hintendran. Aber sie ist erfahren und passt sich schnell an“, so Buijs. Vielleicht ja schon am Sonntag, wenn der USC überraschen und nach zuletzt vier erfolglosen Versuchen endlich einmal Stuttgart im Pokal ausschalten will.



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