So., 26.11.2017

Volleyball: DVV-Pokal Damen Tränen bei USC-Spielerinnen nach dem letzten Ball gegen Stuttgart

Der große Kampf bleibt unbelohnt. Lisa Thomsen, Mareike Hindriksen (l.) und Ines Bathen (r.) hatten mit dem USC den Pokalsieger Stuttgart am Rande einer Niederlage

Der große Kampf bleibt unbelohnt. Lisa Thomsen, Mareike Hindriksen (l.) und Ines Bathen (r.) hatten mit dem USC den Pokalsieger Stuttgart am Rande einer Niederlage Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Die Reaktionen nach dem unglücklichen Aus im DVV-Pokal konnte sich jeder ausmalen. Natürlich flossen beim USC Münster ein Tränen. Das 2:3 gegen Allianz MTV Stuttgart war schließlich auf dramatische Weise zustande gekommen. Doch es gab auch viele positive Erkenntnisse.

Von Henner Henning

Der letzte Ballwechsel war kaum beendet, da übermannten die Emotionen die Spielerinnen des USC Münster. Lisa Thomsen lag auf dem Boden und schlug die Hände vor das Gesicht, Mareike Hindriksen hockte daneben und kämpfte mit den Tränen. Aber auch diesen Kampf verlor die Zuspielerin – wie auch Thomsen und Lena Vedder. Pure Enttäuschung nach dem 2:3, die große Leere nach dem riesigen Schlagabtausch mit dem amtierenden Pokalsieger aus Stuttgart. „Das ist bitter, wir waren so nah dran“, sagte Vedder.

0:2 Sätze – ein schnelles Ende drohte. Doch mit dem Mute eines Löwen arbeitete sich der USC zurück in die Partie, brachte den Favoriten mächtig ins Wanken. „Wir haben uns vor dem dritten Satz gesagt, dass wir das Spiel genießen und Vollgas geben wollen. Das hat geklappt, wir haben aggressiver gespielt“, erklärte Vedder. Allein, es reichte nicht. In der Schlussphase ließ Münster minimal nach – und die Schwaben packten gnadenlos zu. „Es war schon krass, was Stuttgart für Bälle vom Boden gekratzt hat“, sagte Ines Bathen. „Wir hatten drei, vier Chancen, haben sie aber einfach nicht genutzt.“

Und so war er da, der Frust. Verloren. „Ja“, sagte Jörg Adler, „aber noch mehr gewonnen.“ Der USC-Präsident war schlicht und einfach begeistert von der Vorstellung der Mannschaft. „Solch ein Geist, solch eine Moral“, schwärmte er, „wir sind hier erhobenen Hauptes vom Feld gegangen. Und dann die Stimmung, grandios. Das war allerbeste Werbung für unseren Sport, Münster ist wieder da.“ Nur eben nicht mehr im DVV-Pokal dabei.

Derweil entschuldigte sich Stuttgarts Ex-Spielerin und aktuelle Managerin Kim Renkema beinahe für den Gäste-Erfolg. „Tut mir leid“, sagte die Holländerin, „ich bin während des Spiels drei Mal gestorben.“ Den Ausschlag zum Drama habe der dritte Satz gegeben. „Da waren wir nicht konzentriert. Aber das kannst du dir gegen Münster nicht leisten. Keine Mannschaft in der Bundesliga kämpft so wie der USC. Am Ende hatten wir auch Glück, dass wir in der Entscheidung in der richtigen Rotation standen.“

Das Glück der Schwaben war das Pech der Westfalen. Doch eine Erkenntnis bleibt nach der Pokalschlacht im Viertelfinale. „Wir haben in den Sätzen drei, vier und im halben fünften überragend gespielt. So können wir gegen Teams wie Stuttgart bestehen“, sagte Thomsen, die sich hinterher im Kreise ihrer Familie und Freunde trösten ließ.



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