Mo., 27.11.2017

Volleyball: DVV-Pokal USC Münster verabschiedet sich mit Gala-Auftritt

Ein Duell auf Augenhöhe lieferte der USC mit Lena Vedder (r.) dem MTV um Topscorerin Renata Sandor.

Ein Duell auf Augenhöhe lieferte der USC mit Lena Vedder (r.) dem MTV um Topscorerin Renata Sandor. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Den Tatort verpassten die Zuschauer in der Sporthalle am Berg Fidel am Sonntagabend – und wurden dennoch hautnah Zeuge eines unglaublichen Krimis: Leider ohne Happy end für den USC Münster. Aber allemal beste Abendunterhaltung.

Von Henner Henning

Sie waren kurz davor, ihre packende Aufholjagd zu krönen. Sie waren kurz davor, den amtierenden Pokalsieger zu entthronen. Sie waren kurz davor, ein Volleyball-Fest am Berg Fidel mit einem Happy End abzuschließen. Aber sie waren eben nur kurz davor und haben es nicht geschafft. Endstation Viertelfinale – für die Spielerinnen des USC Münster endete der Traum vom Pokal-Endspiel in Mannheim jäh.

Wie ein Häuflein Elend kauerten die Unabhängigen nach dem 130-minütigen Thriller gegen Allianz MTV Stuttgart, die 2:3-Niederlage nach einer 11:7-Führung im Tiebreak tat weh. So weh, dass selbst der so erfahrene und mit allen Wassern gewaschene Trainer Teun Buijs mit seinen Emotionen zu kämpfen hatte und um Worte ringen musste. „Mit einem Tag Abstand werden wir sehen, was wir geleistet haben. Aber es ist so schade, dass wir uns nicht belohnt haben“, sagte der 57 Jahre alte Niederländer.

Herz am rechten Fleck

Dabei hätte es der USC mehr als verdient gehabt. Mit seinem Kampfgeist und seiner Begeisterungsfähigkeit betrieben die Grün-Weißen nicht nur bei den 1202 Zuschauern – gefühlt waren es mehr in der Halle – beste Werbung in eigener Sache. Nein, aufgeben gilt nicht. Weiter, immer weiter heißt das Motto dieser USC-Mannschaft, die das Herz am rechten Fleck hat. Allein es reichte nicht trotz der besten Saisonleistung, die ab Satz drei mächtig beeindruckte. „Wir haben großartiges Volleyball gespielt und hatten die Chance auf den Sieg“, erklärte Buijs. Doch Stuttgart mit all seiner Routine und Klasse bremste den USC auf der Zielgeraden noch aus, ein 8:0-Lauf mit der am Handgelenk angeschlagenen Michaela Mlejnkova am Aufschlag zerstörte alle Hoffnungen Münsters. „Vielleicht hat es auch eine kleine Rolle gespielt, dass wir gemerkt haben, dass wir gewinnen können. Ab dem 11:7 sind wir nicht mehr durchgekommen, da hat dann jede von uns einen Fehler gemacht. Wir mussten dann alles über Außen spielen, das war für Stuttgart ersichtlich“, sagte Ines Bathen, die auf Münsters Seite zur wertvollsten Spielerin auserkoren wurde.

Spiel am Limit

Aber es hätte auch Libera Lisa Thomsen, Zuspielerin Mareike Hindriksen, Topscorerin Ivana Vanjak (17 Zähler), Lena Vedder oder aus dem Mittelblock Juliet Lohuis und Roosa Laakkonen werden können – der USC präsentierte sich über weite Strecken in einer bärenstarken Verfassung. „Wir haben ab dem dritten Satz in allen Elementen am Limit gespielt. Gegen Stuttgart muss man jeden einzelnen Punkt auf allerhöchstem Niveau spielen, um mithalten zu können. Auch wenn es etwas gedauert hat, haben wir es dann geschafft. Leider nicht bis zum Ende, das ist so schade“, erklärte Thomsen, die 2012 und 2013 unter Buijs mit dem Schweriner SC den Pokal bereits. Sie weiß wie auch Hindriksen (2015, 2016), wie süß so ein Triumph schmecken kann – umso bitterer waren die Momente nach der Niederlage, in denen sich auch Tränen nicht verbergen ließen.

Zumal auf dem Weg nach Mannheim alles vorbereitet war. Am Samstag hatte die Auslosung dem USC für das nun verpasste Halbfinale ein Heimspiel gegen den VC Wiesbaden vorgesehen hatte. „Das wäre für uns ein Traumlos gewesen“, gestand Bathen.

In diesen Genuss kommt nun am 20. Dezember Stuttgart, das weiter von der Titelverteidigung träumen darf. Die Träume des USC dagegen sind geplatzt. Nach einer famosen Leistung, die für den weiteren Saisonverlauf eine Menge Hoffnung verspricht. Und aus der das Buijs-Team ebenso viel Selbstvertrauen ziehen wird.



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