Do., 30.11.2017

Volleyball: Damen-Bundesliga Frühere USC-Kapitänin Schwertmann kehrt mit Vilsbiburg zurück

Durchschlagskräftig, fokussiert, emotional: Zur Nationalspielerin (l.) reifte Leonie Schwertmann am Berg Fidel, wo sie im USC-Trikot (r.) mit Linda Dörendahl viele Siege bejubelte. Nun kehrt die Blockerin erstmals zurück nach Münster.

Durchschlagskräftig, fokussiert, emotional: Zur Nationalspielerin (l.) reifte Leonie Schwertmann am Berg Fidel, wo sie im USC-Trikot (r.) mit Linda Dörendahl viele Siege bejubelte. Nun kehrt die Blockerin erstmals zurück nach Münster. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Jahrelang war Leonie Schwertmann eines der Gesichter beim USC Münster. Nun kehrt sie erstmals nach ihrem Wechsel zu den Roten Raben Vilsbiburg zurück an den Berg Fidel. Dass es eine spezielle Begegnung für die 23-Jährige wird, steht außer Frage.

Von Henner Henning

Der Sommer 2017 war ein besonders aufregender, besonders intensiver für Leonie Schwertmann. Wochenlang war die Mittelblockerin mit der Nationalmannschaft auf Reisen: Erfolgreiche WM-Qualifikation in Portugal, zweiter Platz beim Turnier in Montreux und schließlich ihr persönliches Debüt bei einer EM, bei der in Baku erst im Viertelfinale gegen Gastgeber Aserbaidschan Schluss war. Eine Menge Erfahrungen und Eindrücke, aufregende Tage und Wochen, die auch im Herbst nicht endeten. Denn im Bundesliga-Alltag hieß es für die 23-Jährige: alles neu. Ihrer Heimat kehrte sie den Rücken, verließ den USC Münster und schloss sich dem Bundesliga-Rivalen Roten Raben Vilsbiburg an.

Leicht hatte sich Schwertmann, die 2010 vom Zweitligisten TV Wetter ins Sportinternat und damit an den Berg Fidel kam, den Wechsel von der Aa an die Große Vils nicht gemacht. Doch der Reiz, sportlich noch einmal neue Wege in neuer Umgebung zu gehen, war zu groß. Zumal das abgeschlossene BWL-Studium der 1,90 Meter großen Blockerin mehr Freiraum verschaffte.

Nun also Vilsbiburg. „Und da gefiel es mir von Anfang an gut, ich fühle mich richtig wohl“, sagt Schwertmann, die Anfang Oktober von der EM direkt nach München flog und von dort ins Niederbayrische reiste. Eingewöhnung im Expresstempo, schließlich begann die Saison schon wenige Tage nach ihrer Ankunft. Doch die Nationalspielerin fasste schnell Fuß in der neuen Mannschaft und baute zudem zu Coach Timo Lipuner ein Vertrauensverhältnis auf. „Er ist sehr modern und in seiner Ansprache direkt und ehrlich. Das sind Tugenden, die mir sehr wichtig sind“, erklärt Schwertmann. „Ich bin froh über die Rolle, in der Timo mich sieht. Ich soll ein Leader sein, soll laut sein und Verantwortung übernehmen. Es passt wirklich gut, auch wenn ich am Anfang mit meinen Ansprüchen zu kämpfen hatte.“

Nein, so richtig zufrieden war Schwertmann zu Beginn nicht mit sich. Körperlich ist sie zwar ohne Probleme durch den Sommer gekommen. „Da hat sich die individuelle, intensive Vorbereitung bemerkbar gemacht. Fleiß zahlt sich aus.“ Doch auf dem Feld lief es nicht rund, die Raben unterlagen zunächst dem Meister SSC Palmberg Schwerin und dann bei den Ladies in Black Aachen (jeweils 1:3). „Man sieht schon, dass bei uns noch Findungsprozesse laufen. Schließlich sind vier Stammspielerinnen erst im Oktober zum Team gestoßen. Münster profitiert dagegen von der langen gemeinsamen Vorbereitung. Das scheint eine homogene, eingeschworene Truppe zu sein“, sagt die frühere USC-Kapitänin Schwertmann.

Den Weg ihres Ex-Vereins verfolgt sie und belässt es nicht nur beim Studium der Resultate. Kontakt nach Münster pflegt sie, mit Ines Bathen oder Nadja Schaus tauscht sie sich regelmäßig unregelmäßig aus. Und natürlich bestehen enge Bande zu Linda Dörendahl. Die Libera, die im Sommer ihre Karriere beim USC beendet hat, wurde in all den Jahren zur besten Freundin. „Ich freue mich auf das Wiedersehen mit so vielen Leuten. Meine Familie und Freunde werden da sein, die Fans. Und ich freue mich auf die Halle und die Stimmung, da wird ein Funken mehr Aufregung dabei sein als sonst. Ganz ausblenden kann ich das sicher nicht. Aber mein Ziel ist es, mein bestes Spiel zu zeigen“, erklärt die gebürtige Münsteranerin.

Ihre erste Rückkehr an die alte Wirkungsstätte am Sonntag (14.30 Uhr) passt perfekt zu ihrem Sommer 2017: Es wird aufregend, es wird intensiv.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5322933?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686216%2F