Fr., 01.12.2017

Volleyball: 1. Damen-Bundesliga USC und Vilsbiburg spielen auch gegen den Pokal-Blues

Eine Hauptlast im Angriff trägt Ivana Vanjak, die im Pokal gegen Stuttgart um Deborah van Daelen Top-Scorerin war. Auch am Sonntag gegen Vilsbiburg will die Deutsch-Kroatin für den USC für wichtige Punkte sorgen.

Eine Hauptlast im Angriff trägt Ivana Vanjak, die im Pokal gegen Stuttgart um Deborah van Daelen Top-Scorerin war. Auch am Sonntag gegen Vilsbiburg will die Deutsch-Kroatin für den USC für wichtige Punkte sorgen. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Das Pokal-Aus gegen Stuttgart soll den USC Münster nach Wunsch nicht mehr beschäftigen, wenn am Sonntag die Roten Raben Vilsbiburg in der Halle Berg Fidel aufkreuzen. Das Verfolger-Duell könnte weichenstellend sein für das Rennen um die Plätze vier oder fünf.

Von Henner Henning

Das dramatische, ja fast tragische Aus im Pokal-Viertelfinale gegen Allianz MTV Stuttgart nach 11:7-Führung im Tiebreak – abgehakt und vergessen? Nun ja, zumindest mit etwas Abstand sind der erste Frust und die riesige Enttäuschung gewichen, es machten sich die positiven Aspekte des glücklosen Krimis breit, der doch begeisterte. „Ich war noch nie so stolz auf ein Team und einen Club für das, was wir in der unglaublich kurzen Zeit von nur vier Monaten geschafft haben“, schrieb Libera Lisa Thomsen einen Tag nach dem Aus. Und in der Tat kann der USC Münster eine Menge Kraft und Selbstvertrauen aus dem Fight gegen die Schwaben ziehen – und davon im Optimalfall in der Bundesliga-Partie am Sonntag (14.30 Uhr) gegen die Roten Raben Vilsbiburg profitieren.

Am Dienstag nach der Pokal-Tragödie arbeitete das Team mit Trainer Teun Buijs die Geschehnisse auf. Dass die Stimmung zunächst etwas gedrückt war, ist mehr als verständlich. „Die Enttäuschung war natürlich groß, das hat man auch emotional im Training gesehen. Wir sind nicht zufrieden gewesen, denn wir wollten gewinnen. Der Pokal war ein Ziel von uns“, sagt Buijs. „Doch die Motivation ist zurück, wir haben gegen Stuttgart wieder einen Schritt nach vorn gemacht. Auch wenn wir verloren haben.“

Nun also wieder Alltag im Liga-Geschäft, in dem der USC auf einen Club trifft, der sich in einer ähnlichen Lage befindet. Auch die Niederbayern haben nach der Viertelfinal-Niederlage ge­gen den SSC Palmberg Schwerin (0:3) noch den Pokal-Blues und peilen in der Bundesliga ebenso den Platz hinter dem Top-Trio an. Und Vilsbiburg vollzog im Sommer wie Münster einen personellen Umbruch. Trainer Timo Lipuner ist ebenso neu an der Großen Vils wie neun Spielerinnen. Darunter die ehemalige USC-Kapitänin Leonie Schwertmann, Nationalspielerin Jennifer Pettke, das Zuspiel-Duo Clarisa Sagardia (Argentinien) und Ilka van de Vyver (Belgien) oder die Diagonalangreiferin Dayana Segovia (Kolumbien). „Die Roten Raben sind eine gut zusammengestellte Mannschaft, die sehr oft schnell mit dem ersten Tempo spielt. Da ist viel Qualität“, erklärt Buijs.

Allerdings wird dem Niederländer nicht verborgen geblieben sein, dass Vilsbiburg bislang noch nicht richtig ins Rollen gekommen ist. Die Erfolge gegen Suhl (3:0) sowie in Erfurt (3:0) und Berlin (3:1) gehören zur Kategorie Pflichtsiege, dazu gab es Niederlagen gegen Schwerin (1:3), Dresden (0:3) und – nicht eingeplant – in Aachen (1:3). Angesichts des restlichen Programms bis Weihnachten mit den Partien in Münster und Stuttgart sowie gegen Wiesbaden und Potsdam spricht Lipuner von einem „heißen Dezember“, in dem der USC den Raben direkt eine Abkühlung verpassen will. „Wir müssen mit dem Aufschlag Druck ausüben, um Vilsbiburgs erstes Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Und in unserer Annahme, Block-Feld-Abwehr und im Side-Out müssen wir konstanter sein“, sagt Buijs, der mit dem gleichen Kader wie im Pokal den fünften Sieg der Saison anpeilt.



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