Mo., 18.12.2017

Volleyball: Frauen-Bundesliga „One Team“ – mehr als ein Slogan beim USC Münster

Volleyball: Frauen-Bundesliga: „One Team“ – mehr als ein Slogan beim USC Münster

Alle für eine: Der USC Münster überzeugte in der Hinrunde und geht als Vierter in die Weihnachtspause. Ein Faktor für die überraschende Platzierung ist der Teamgeist, der bei dieser Mannschaft ausgeprägt ist. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Platz vier nach der Hinrunde kann sich sehen lassen. Der personell neu formierte USC Münster ist die große Überraschung in dieser noch jungen Saison im Oberhaus. Daran ändert auch die 2:3-Niederlage gegen Aachen nichts.

Von Henner Henning

Sie wollten ihn unbedingt, den siebten Saisonsieg, der gleichzeitig einen perfekten Ausstand aus dem Volleyball-Jahr 2017 bedeutet hätte. Allein der Geist war willig, doch das Fleisch war schwach. Und so verabschiedete sich der USC Münster mit einem 2:3 im NRW-Duell gegen die Ladies in Black Aachen und rettete dabei immerhin noch einen Punkt.

Die Woche mit den Auswärtspartien beim SSC Palmberg Schwerin (2:3), beim VfB Suhl (3:1) und nun gegen Aachen hatte sichtlich Spuren hinterlassen. Zusammen mit dem Verletzungspech – am Sonntag kam neben den Dauerpatientinnen Ivana Bulajic und Lena Vedder auch Ines Bathen (Bänderriss im Sprunggelenk) erneut nicht zum Einsatz – war der Akku leer, körperlich hatte der USC nicht mehr die nötige Frische. „Die Patronen, die wir sonst hatten, waren nicht mehr da. Die Energie war weg, es ging nur noch über den Kampfgeist“, erklärte Trainer Teun Buijs, dem seine Hauptangreiferin Ivana Vanjak beipflichtete: „Das war eine harte Woche mit drei Spielen, das hat man am Ende gemerkt.“

Doch es wäre für diese USC-Mannschaft untypisch, hätte sie sich in ihr Schicksal ergeben. Unermüdlich arbeitete das Team um Kapitänin Mareike Hindriksen, auch bei großen Rückständen in den Sätzen zwei, drei und vier steckten die Unabhängigen nie auf „Wir sind nicht in den Flow gekommen, mussten viel mit der Brechstange spielen. Und so Aufholjagden kosten Kraft, daher hat es nicht gereicht“, sagte Hindriksen, die aber umgehend ihren „Stolz“ über das bislang Geleistete betonte. „Wir arbeiten jeden Tag hart, in jedem Training hängen sich alle immer rein. Und das trägt Früchte. Vor der Saison hätte ich nicht gedacht, dass wir schon so konstant sind“, meinte die 30 Jahre alte Zuspielerin.

Auf Platz vier geht der USC in die Pause und bleibt zum Hinrunden-Ende auch auf eben diesem, sollte der VC Wiesbaden nicht dreifach in Aachen punkten. 20 Zähler und schon ein dickes Polster auf die Konkurrenz aus Potsdam und Vilsbiburg – der personell neu formierte USC ist sicher die Überraschung der bisherigen Saison.

Ein wichtiger, wenn nicht der entscheidende Faktor für diese positive Entwicklung ist der immens hohe Mannschaftsgeist, den sich die ­Buijs-Schützlinge in den vergangenen Monaten erarbeitet haben. „Unser Ruf ,One Team’ ist nicht nur ein Slogan“, sagte Hindriksen. Und Vanjak, die mit 23 Zählern gegen Aachen Topscorerin war, fügte an: „Der Zusammenhalt macht uns so stark, die Mannschaft ist bombe.“ Dies bemerkten auch die beiden Comebackerinnen des Jahres, Nadja Schaus und Teresa Mersmann, die beide vom Team hervorragend aufgenommen wurden – und sich ebenso prächtig eingefügt haben. Das Duo übernahm gegen Aachen tragende Rollen, besonders Mersmann hatte großen Anteil am Gewinn der beiden Sätze. „Teresa hat es in ihrem ersten Spiel für uns super gemacht, hat die Annahme stabilisiert und gut organisiert“, lobte Buijs. „Aber im Angriff ist sie erst bei 80 Prozent.“

Wie ihre Teamkolleginnen hat die Beacherin nun neun Tage frei und die Möglichkeit, neue Kräfte zu sammeln. Erst am 27. Dezember erwartet Buijs seine Mannschaft zurück – eine Pause, die allen recht kommt. „Und dann“, so Youngster Chiara Hoenhorst, „greifen wir wieder an.“ Ein Versprechen, das dieser kampfeslustige USC ganz sicher halten wird.



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