Fr., 16.02.2018

Volleyvall: Frauen-Bundesliga Der USC Münster hat gute und schlechte Erinnerungen an Schwerin

Teun Buijs ist in diesen Wochen nicht nur als Trainer, sondern auch als Psychologe gefordert. Viele Niederlagen haben seinen Spielerinnen zugesetzt. Und nun kommt auch noch der Deutsche Meister Schwerin.

Teun Buijs ist in diesen Wochen nicht nur als Trainer, sondern auch als Psychologe gefordert. Viele Niederlagen haben seinen Spielerinnen zugesetzt. Und nun kommt auch noch der Deutsche Meister Schwerin. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Die Lage, in der sich der USC Münster aktuell befindet, ist keine leichte. Die Personalnot ist weiter groß – und der Gegner einmal mehr ein echtes Kaliber. Wenn am Sonntag der SSC Palmberg Schwerin am Berg Fidel gastiert, sind die Unabhängigen mit ihrem jungen Team Außenseiter.

Von Wilfried Sprenger

Erst Dresden, dann Stuttgart, am Sonntag (14.30 Uhr) nun Schwerin – die Creme der Volleyball-Bundesliga macht in diesen Wochen in der Sporthalle Berg Fidel Station. Vergleiche mit den nationalen Giganten wären für die Unabhängigen schon in sorglosen Zeiten eine große Herausforderung. Jetzt, wo die Personalnot groß ist, geraten sie zur Herkulesaufgabe. Trainer Teun Buijs weiß dies besser als jeder andere. „Wir freuen uns trotzdem auf dieses Spiel. Gerade für die Entwicklung unserer jungen Mädels sind solche Erfahrungen sehr wichtig.“

Zu Punkten wird der USC am Sonntag vermutlich nicht kommen. Schwerin reist als Seriensieger an, zuletzt ging der Titelverteidiger sechs Mal als Gewinner vom Feld. Erst am Mittwoch wiesen die Nordostdeutschen Herausforderer Dresden mit 3:0 sehr eindrucksvoll in die Schranken. „Das ist eine Klassemannschaft mit sehr vielen Optionen“, meint ­Buijs.

Genau die sind dem Niederländer in den vergangenen Wochen ausgegangen. Immer neue Krankmeldungen haben Pläne und Ziele ad absurdum geführt. Auch aktuell setzt sich die außergewöhnliche Pechsträhne fort. Diagonalspielerin Liza Kastrup (Bronchitis) fällt aus, der Einsatz von Ivana Vanjak ist unwahrscheinlich. Die 22-Jährige, die im Angriff die Hauptlast trägt, laboriert an einer Sprunggelenkverletzung. Buijs: „Ich werde noch einmal mit unseren Ärzten sprechen, es sieht aber nicht gut aus. Auch mit Blick auf die folgenden Spiele dürfen wir nichts riskieren.“ Immerhin kehrt Lisa Thomsen in den Kader zurück. Die Libera ist wieder fit.

Offensiver Coach

Sechs der letzten sieben Spiele hat der USC verloren. Vieles ist mit der personellen Notlage zu erklären, trotzdem knabbern Miseren dieser Art am Selbstvertrauen. Buijs geht mit der Situation offensiv um. „Wir haben das alles ausführlich besprochen und sind froh über die Signale des Vorstandes und unserer Anhänger. Die Erwartungshaltung ist nicht mehr so hoch. Das ist gut, weil es uns ein bisschen Ruhe verschafft.“

Vier Mal ist Münster noch vor den Playoffs gefordert. Am Sonntag gegen Schwerin, drei Tage später in Berlin, dann in Aachen und zuletzt gegen Suhl. Platz sechs ist noch erreichbar, das ist das aktuelle Ziel. Gegen Schwerin wünscht sich Teun Buijs eine gute Leistung. Beim 2:3 im Hinspiel (nach 2:0-Führung) nahm der USC sensationell einen Punkt mit. Vielleicht wachsen dem Team noch einmal Flügel. Andererseits hat die Erinnerung an den ersten Vergleich auch eine dunkle Seite. Lena Vedder zog sich in der Partie einen Kreuzbandriss zu, es war der Anfang der lange Leidensgeschichte des USC in dieser Saison.



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