So., 18.02.2018

Volleyball: Bundesliga USC Münster zeigt gegen Meister Schwerin das Beste seit Langem

Mutig gegen den Schweriner Doppelblock: Lina Alsmeier zeigte am Sonntag eine fabelhafte Leistung. Der Vortrag der 17-Jährigen dürfte auch Bundestrainer Felix Koslowski einen Vermerk im Notizbuch wert gewesen sein.

Mutig gegen den Schweriner Doppelblock: Lina Alsmeier zeigte am Sonntag eine fabelhafte Leistung. Der Vortrag der 17-Jährigen dürfte auch Bundestrainer Felix Koslowski einen Vermerk im Notizbuch wert gewesen sein. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Dafür gab es keine Punkte, aber sehr viel Beifall: Gegen Meister Schwerin zogen sich die Damen des USC Münster am Sonntag sehr achtbar aus der Affäre. In den Fokus spielte sich die erst 17-jährige Lina Alsmeier.

Von Wilfried Sprenger

Das war ein starkes Signal in einer anhaltenden Ergebniskrise. Beim 0:3 (24:26, 22:25, 19:25) gegen den amtierenden Deutschen Meister Schweriner SC hat der USC Münster am Sonntag zwar nichts Zählbares errungen, aber dabei sehr überzeugend gespielt und sich gestreckt wie lange nicht mehr. „Das war das Beste, was ich von meiner Mannschaft in der Rückrunde gesehen habe“, sagte Trainer Teun Buijs. Auch Gäste-Coach und Bundestrainer Felix Koslowski fand lobende Worte: „Münster hat gut gespielt und unglaublich gekämpft. Es war für uns super schwer, die Bälle auf den Boden zu bekommen.“

Im Klassement bleibt der USC Siebter. Das ist Mittelmaß und ziemlich ernüchternd nach nahezu perfekter Hinrunde. Personelle Probleme stellten manche Ampel auf rot. Von den letzten acht Partien gewannen die Unabhängigen nur eine, vielleicht ist die Talsohle endlich durchschritten. Gegen Schwerin gefiel die Mannschaft durch Witz, Freude und großartigen Kampfgeist. Und natürlich durch Qualität – ohne die wäre es nicht möglich gewesen, diesen Gegner in Stress zu bringen. „Ich bin sehr zufrieden“, meinte Coach Buijs. Ganz vorsichtig goss er ein bisschen Wasser in den Wein: „Wenn wir im ersten und zweiten Satz alle Chancen genutzt hätten, wären wir mit einer 2:0-Führung in den dritten gegangen.“ Das mag sein, gleichwohl war bei allen die Freude über die starke Leistung größer als die Enttäuschung über das schmucklose Resultat. Unter dem Strich sammelte der USC in drei Sätzen nur elf Punkte weniger als der Branchenriese aus Nordost. Das ist nicht viel und zeigt, dass der Unterschied an diesem Tag nicht groß war.

Münster schlug gut und mutig auf. Es kämpfte in der Abwehr verbissen mit unglaublichen Flugeinlagen von Lisa Thomsen und Ines Bathen. Und es hatte in Lina Alsmeier eine bemerkenswerte Angreiferin. Die 17-Jährige brachte 16 ihrer 36 Versuche ins Ziel, eine Top-Quote, sogar besser als die der ebenfalls überzeugenden Nationalspielerin Louisa Lippmann (15/37). Koslowski wird Alsmeiers Leistung mit einem Sternchen versehen haben – gut möglich, dass beim USC da gerade eine neue Auswahlspielerin heranreift. Buijs würde sich darüber nicht wundern und sagt: „Lina ist ein tolles Mädchen und hat in den vergangenen Monaten eine außerordentliche Entwicklung genommen.“

Die USC-Fans unter den 1475 Zuschauern verabschiedeten ihre Mannschaft am Sonntag mit lang anhaltendem Applaus. Den hatten sich die Spielerinnen schon ob ihrer vorbildlichen Einstellung verdient. Nacheinander wehrten die Münsteranerinnen im ersten Durchgang vier Satzbälle ab. Auch später wichen sie nie vor dem Titelaspiranten und Europapokal-Teilnehmer zurück. „Dass es ein 0:3 geworden ist, ärgert mich. Wir können trotzdem stolz auf uns sein“, sagte Zuspielerin Mareike Hindriksen und fasste die Stimmung aller zusammen. Nun folgen für den USC Partien in Berlin (Mittwoch) und Aachen (Samstag). Hindriksen: „Da will ich aber auch wieder Punkte.“



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