Do., 22.02.2018

Volleyball: Frauen-Bundesliga USC Münster wagt vorsichtigen Blick auf Platz fünf

Aufwärts geht es wieder für Trainer Teun Buijs und den USC, der nach dem Erfolg in Berlin noch auf Rang fünf spekulieren darf.

Aufwärts geht es wieder für Trainer Teun Buijs und den USC, der nach dem Erfolg in Berlin noch auf Rang fünf spekulieren darf. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Das große Ziel für das breite Mittelfeld der Liga ist es, im Playoff-Viertelfinale den großen drei Mannschaften aus dem Weg zu gehen – sprich Platz vier oder fünf zu erreichen. Dem USC Münster eröffnen sich nach 3:0 beim VCO Berlin am Mittwoch diese Aussichten wieder.

Von Henner Henning

Die vergangenen Wochen waren nicht leicht für den USC Münster. Verletzungen und Krankheiten führten zu vielen Ausfällen, diese wiederum hatten die Destabilisierung des bis dahin so erfolgreichen Systems zur Folge. Der etwas ungünstige Spielplan mit den drei Heimspielen gegen die Top-Teams Dresdner SC, Allianz MTV Stuttgart und den SSC Palmberg Schwerin sowie auswärts bei den direkten Konkurrenten tat sein Übriges. Von Platz vier rutschte der Volleyball-Bundesligist seit Weihnachten ab auf Rang sieben. Doch nun zeigt der Trend wieder zaghaft nach oben, auch der fünfte Platz – und damit eine wesentlich bessere Ausgangsposition für die Playoffs – ist durchaus noch möglich.

Schon bei der 0:3-Niederlage gegen Schwerin knüpfte der USC an seine Leistungen aus der Hinserie an, beim zugegeben lange schwachen Schlusslicht VC Olympia Berlin erfüllte Münster seine Pflicht souverän. „Nach dem Pech der vergangenen Wochen haben wir nun wieder zu unserem Niveau zurückgefunden“, sagte Trainer Teun Buijs nach dem 62-minütigen Kurzauftritt in der Hauptstadt – und verknüpfte den Aufschwung eng mit Libera Lisa Thomsen. „Das hat viel mit ihr zu tun. Sie bringt Ruhe und Erfahrung mit, ist in der Annahme super wichtig für uns“, so der Niederländer. Durch die Stabilität beim ersten Ball konnte der USC in Berlin sein Konzept, mit schnellem Spiel über die Mittelblockerinnen Juliet Lohuis und Juliane Langgemach den Berliner Block auszuhebeln, durchziehen. Buijs: „Das war taktisch lange sehr gut von uns.“

Erst zu Beginn des dritten Abschnitts, als der 57 Jahre alte Coach mit Roosa Laakkonen für Lohuis seinen einzigen Wechsel vorgenommen hatte, bekam Münster Probleme. „Da hat sich unser Spiel etwas geändert, Roosa ist nicht so stark beim einbeinigen Angriff wie die anderen beiden. So kam Berlin im Block besser zurecht“, sagte Buijs, der aber die zwischenzeitliche Schwächeperiode nicht nur an der eingewechselten Finnin festmachen wollte. „Insgesamt haben wir die Konzentration etwas verloren und mehr Fehler gemacht. Die Disziplin war nicht mehr so hoch. Und kleine Sachen machen große Unterschiede“, erläuterte Buijs.

Doch der USC schaffte den Umschwung und vermied nach Rückständen (13:16, 17:19) einen vierten Satz. Mit Blick auf die Partie am Samstag (18 Uhr) bei den Ladies in Black Aachen vielleicht nicht unerheblich, Kräfte gespart zu haben. Denn das Duell im Dreiländereck ist das entscheidende für den noch möglichen Sprung auf Platz fünf. Gewinnt der USC in Aachen 3:0 oder 3:1 und legt dann zum Abschluss der Hauptrunde einen weiteren Dreier gegen den VfB Suhl nach, ist angesichts des Restprogramms der Konkurrenz der fünfte Rang realistisch. Damit würde Münster im Playoff-Viertelfinale den Liga-Schwergewichten aus dem Weg gehen. Und auch die Chance, Vierter zu werden, ist noch da.

Ob am Samstag Ivana Vanjak nach ihrem Bänderriss im Sprunggelenk wieder mitwirken kann, ist immer noch nicht sicher. Die Deutsch-Kroatin trat die Reise nach Berlin zwar mit an, stand dann aber nach der Rücksprache mit den Ärzten und Physiotherapeuten nicht im Kader. „Es wäre ein zu großes Risiko gewesen. Und wir wollen nicht, dass die gleiche Situation wie bei Lisa wieder passiert“, sagte Buijs. Die Libera war nach einer Sprunggelenksblessur zu früh zurückgekehrt und fiel im Anschluss erneut aus. Ein Szenario, dass sich der USC vor den Playoffs im Fall Vanjak ersparen will.



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