Mo., 19.03.2018

Volleyball: Frauen-Bundesliga Der USC Münster und der Faktor Erfahrung

Routine contra Unerfahrenheit: Münsters Luisa Keller (r.) steht noch am Anfang ihrer Entwicklung und Karriere, Schwerins Louisa Lippmann dagegen ist längst etablierte Stammkraft in der Nationalmannschaft. Ein Unterschied im Playoff-Duell des USC mit dem SSC.

Routine contra Unerfahrenheit: Münsters Luisa Keller (r.) steht noch am Anfang ihrer Entwicklung und Karriere, Schwerins Louisa Lippmann dagegen ist längst etablierte Stammkraft in der Nationalmannschaft. Ein Unterschied im Playoff-Duell des USC mit dem SSC. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Von einer Überraschung hatte der USC Münster insgeheim geträumt, zumindest aber mehr Probleme wollte der Bundesligist dem SSC Palmberg Schwerin bereiten. Dass es aber nach nur 71 Minuten und mit einem 0:3 zurück nach Münster ging, hatte auch etwas mit fehlender Routine zu tun.

Von Henner Henning

Etwas bedröppelt standen die Volleyballerinnen des USC Münster nach dem Matchball aufgereiht an der Grundlinie und mussten sich die Jubelgesänge „Oh wie ist das schön“ der knapp 1800 Schweriner Fans anhören. Das 0:3 im ersten Playoff-Viertelfinale war natürlich nicht das Wunschergebnis, zumindest einen Abschnitt hätte das Team von Trainer Teun Buijs gern mitgenommen.

Ein Satzgewinn lag auch im Bereich des Möglichen, im ersten Durchgang war der USC dem Titelverteidiger durchaus ebenbürtig. „Münster hat uns anfangs ganz schön Probleme be­reitet. Aber mein Team ist nicht nervös geworden, hat die Ruhe bewahrt und die Chance genutzt, das Spiel zu übernehmen“, sagte SSC-Coach Felix Koslowski.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen dem amtierenden Deutschen Meister und dem Buijs-Ensemble. Auf der einen Seite steht eine routinierte Mannschaft, gespickt mit Nationalspielerinnen wie Louisa Lippmann, Jennifer Geerties oder Denise Hanke, auf der anderen Netzseite steht eine junge, unerfahrene Truppe mit Youngstern wie Lina Als­meier (17) oder Luisa Keller (16.). „Uns fehlt die Erfahrung, Probleme zu lösen und auf gewisse Veränderungen im Spiel richtig zu reagieren. Das müssen die Mädels noch lernen“, sagte Buijs. „Das aber braucht Zeit.“

Lob für Keller

Dass eine Entwicklung – wenn auch in Mini-Schritten – innerhalb einer Partie geschehen kann, zeigt das Beispiel Keller. Im ersten Satz schmetterte sie unbekümmert und mutig drauflos, um dann in der Endphase des Eröffnungsabschnitts und im zweiten Durchgang in der schwächelnden USC-Mannschaft zurückzustecken. „Da hat Luisa weiche Bälle gespielt, nicht mehr durchgezogen. Aber sie hat das korrigiert und ist zurückgekommen. Das hat sie gut gemacht“, so Buijs. Die Auszeichnung als wertvollste Spielerin der Partie war daher auch verdient.

50 Prozent ihrer Angriffe (sechs von zwölf) waren erfolgreich, womit Keller die beste Quote bei Münster aufwies. Auch ein Grund, warum der USC letztlich in Schwerin komplett leer ausging. So ließ nach einem unglaublich guten Start Hauptangreiferin Ivana Vanjak in der Folge mehr und mehr nach, war dennoch mit zehn Punkten die Topscorerin ihres Teams. Überhaupt nicht zur Geltung kam dagegen Ines Bathen, die selbstkritisch mit ihrer Leistung umging. „Wir hatten leider auf einer Position einen Ausfall“, sagte das USC-Urgestein, das aber für das Wiedersehen mit Schwerin am Sonntag Optimismus verbreitet. „Wir haben im ersten und dritten Satz gezeigt, dass wir mithalten können. Aber es muss bei uns alles zusammenlaufen, dann ist gerade zu Hause etwas möglich“, erklärte Bathen. „Und es würde auch helfen, wenn Schwerin nicht unbedingt einen Sahnetag erwischt“, ergänzte Libera ­Lisa Thomsen, deren Kampfeslust weiterhin groß ist. „Es ist noch nichts verloren.“



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