Di., 20.03.2018

Volleyball: Frauen-Bundesliga USC-Angreiferin Lena Vedder schuftet für ihr Comeback

Im Dezember riss sich Lena Vedder in der Schweriner Palmberg-Arena (o.r.) das Kreuzband. Am vergangenen Samstag kehrte sie mit dem USC zurück an den Unglücksort, wo sie beim Warmmachen ihren Teamkolleginnen assistieren konnte – danach aber das lädierte Knie kühlen musste.

Im Dezember riss sich Lena Vedder in der Schweriner Palmberg-Arena (o.r.) das Kreuzband. Am vergangenen Samstag kehrte sie mit dem USC zurück an den Unglücksort, wo sie beim Warmmachen ihren Teamkolleginnen assistieren konnte – danach aber das lädierte Knie kühlen musste. Foto: Sportfoto-Albrecht

Münster - 

Lena Vedder war und ist so etwas wie die Strahlefrau beim USC Münster. Doch nach einem Traumstart in ihre Bundesliga-Saison riss ihr Kreuzband in Schwerin. Dorthin machte sie am Wochenende ihre erste Auswärtsreise wieder mit. Ihr Comeback wird aber wohl noch ein halbes Jahr auf sich warten lassen.

Von Henner Henning

Der 9. Dezember 2017 wird Lena Vedder im Kopf bleiben. Eigentlich lief alles bestens für die junge Diagonalangreiferin des USC Münster. Mit ihrem Team hatte sie beim Deutschen Meister SSC Palmberg Schwerin den Tiebreak erreicht und damit einen Punkt sicher – eine Überraschung, nun ging es um einen zweiten Zähler. Doch für Vedder kam im fünften Satz das vorzeitige und für die laufende Saison sogar das endgültige Aus. Im zweiten Ballwechsel verdrehte sich die 22-Jährige bei einer Angriffsaktion das Knie. Die bittere Diagnose: Kreuzbandriss. Ein Schock für Vedder, die Mannschaft und Trainer Teun Buijs. Schließlich war die gebürtige Neheimerin in ihrem ersten Profijahr direkt durchgestartet und zu einem wichtigen Teil im USC-Spiel geworden.

Es folgte, was unweigerlich folgen musste. Eine lange Pause nach der Operation am 8. Januar, statt auf dem Feld nahm Vedder auf der Tribüne Platz. Eine völlig ungewohnte Rolle, an die sich der Shootingstar zunächst gewöhnen musste. „Das erste Spiel, das ich live von außen verfolgen musste, war schon hart. Ich musste mich mit der Situation arrangieren, das war nicht einfach“, sagt Vedder, die schon im vergangenen Sommer mit ihrem Fleiß und Ehrgeiz auffiel.

Umso schwerer gestaltete sich ihr neuer Alltag, in dem statt Training im Kreise der Mannschaft die Schufterei mit den Physiotherapeuten auf dem Plan stand. „Ich wusste, dass ich mir eine langwierige Verletzung zugezogen habe und hatte daran zu knabbern“, erklärt Vedder, die sich mit Vollgas in die Reha stürzte. „Manchmal wollte ich zu viel, da mussten mich die Physios bremsen.“

Doch mit ihren Therapeuten fand die meist gut gelaunte Angreiferin, die sich in der Vorbereitung zur aktuellen Saison als „Mannschaftsclown“ bezeichnet hatte, die richtige Balance – mal schneller, mal langsamer geht es voran, im Plan aber ist Vedder. „Es ist alles so, wie es jetzt sein sollte. Vor zwei Wochen habe ich für mich einen großen Schritt gemacht, ich durfte erstmals wieder ganz leichtes Balltraining machen.“ Ihre Augen leuchten dabei, man merkt ihr die Freude über diesen Fortschritt an. Nun ist sie näher an der Mannschaft, am vergangenen Samstag war sie erstmals wieder bei einer Auswärtspartie dabei – und die führte den USC im ersten Playoff-Viertelfinale nach Schwerin. „Es war ein komisches Gefühl, als ich zur Halle gegangen bin. Es hat mich auf eine andere Weise an damals erinnert. Und wenn ich hier nächste Saison wieder spielen sollte, dann werde ich sicher daran noch einmal denken“, sagt Vedder, die beim Aufwärmen ihre Teamkolleginnen schon wieder unterstützte – im Anschluss und auch der langen Busfahrt geschuldet ihr Knie aber kühlen musste.

Eine Pause nach der Saison wird sie sich nicht gönnen, „munter in der Reha arbeiten“, sich aber keinen Stress bezüglich des Comebacks machen. „Schön wäre, wenn ich im August wieder einsteigen kann. Aber wenn es September wird, wird es halt September.“



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